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DEUTSCHE LANDESKUNDE

Grundbegriffe und Realien

A

Abfall   Jährlich fallen in Deutschland rd. 40 Millionen Tonnen Hausmüll, genausoviel Gewerbeabfälle, 200 Mio. Tonnen Bauabfälle und rd. 50 Mio. Tonnen Klärschlamm an. Pro Kopf entstehen jährlich 350 kg Hausmüll. Aber nicht nur die Beseitigung dieser enormen Müllmenge ist zum Problem geworden. Giftige Sonderabfälle können Boden, Luft und Trinkwasser gefährden. Deshalb ist jeder Bürger verpflichtet, mit geeigneten Maßnahmen zur Lösung des Problems beizutragen.

Abgasreinigung   Da der starke Kraftfahrzeugverkehr die Umwelt sehr belastet, werden seit einiger Zeit Motoren gebaut, die mit bleifreiem Benzin auskommen und mit Katalysatoren zur Reinigung der Abgase ausgerüstet sind. Verbleites Normalbenzin gibt es fast gar nicht mehr. Der Kauf von Autos mit Katalysatoren wird von der Bundesregierung gefördert. 50% der neu zugelassenen Autos sind bereits schadstoffarm. Jedes Auto muß jährlich eine Abgassonderuntersuchung (=ASU) über sich ergehen lassen. Eine Plakette auf dem Nummernschild gilt als Nachweis dafür. Eine weitere Plakette trägt das Siegel der Stadt oder des Kreises, in der/dem das Fahrzeug angemeldet (=zugelassen) worden ist. Von einer dritten Plakette ist abzulesen, wann die letzte TÜV-Untersuchung – eine technische Überprüfung des Fahrzeugs – durchgeführt worden ist. Diese muß alle zwei/drei Jahre geschehen.

Abitur   Das Abitur (die Reifeprüfung) ist die Voraussetzung für ein Universitätsstudium. Jeder Gymnasiast muß mindestens zwei Fremdsprachen lernen. Die erste Fremdsprache ist meistens Englisch. Im 7. Schuljahr kommt eine zweite Fremdsprache hinzu; z.B. Latein oder Französisch. Ab dem 9. Schuljahr können die Schüler wahlweise auch eine dritte Fremdsprache erlernen.

Unterschiedliche sachliche Schwerpunkte werden in den verschiedenen gymnasialen Typen gesetzt. Während die alt- und neusprachlichen Gymnasien Sprachen (meistens 3) bevorzugen, sind es bei den naturwissenschaftlichen Gymnasien Mathematik, Physik, Biologie usw. Da es viel mehr Abiturienten als Studienplätze gibt, haben die Universitäten für viele Fächer eine Aufnahmebeschränkung – den sog. Numerus Clausus – eingeführt. Die Studenten müssen einen bestimmten Notendurchschnitt im Abiturzeugnis erreichen, um zum Studium für das betreffende Fach zugelassen zu werden.

Adidas   Die Marke mit den drei Streifen ist einer der größten Sportartikelhersteller der Welt. Er hat seinen Sitz in Herzogenaurach in der Nähe von Nürnberg und dort wiederum in der Adi-Daßler-Straße 2. Damit ist auch der Name erklärt: Adolf (kurz: Adi) Daßler wurde verkürzt zu Adidas. Den Namen ließ Adolf Daßler (1900-1978) 1948 ins Handelsregister eintragen, und bis 1989 war Adidas ein Familienunternehmen, seitdem ist es eine Aktiengesellschaft. Doch ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht, denn in Herzogenaurach gibt es eine weitere Sportartikelfirma: die Puma AG Rudolf Daßler Sport. Und das kam so: Adolf und Rudolf Daßler stellten seit 1920 Sportschuhe her und gründeten 1924 die Firma Gebrüder Daßler Schuhfabrik. Wie es unter Brüdern gelegentlich geschieht, trennten sich beide im Streit; daraufhin gründete der eine Adidas und der andere Puma. Der große Durchbruch kam für Adidas mit der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. Im legendären Finale von Bern trugen die deutschen Fußballspieler Adidas-Schuhe mit auswechselbaren Stollen. Ob es der Grund für ihren Sieg über die Ungarn war, ist nicht überliefert, doch dem Vernehmen nach hat Adi Daßler in der Spielpause eigenhändig die Stollen an die Schuhe der Spieler geschraubt, die er den Bodenverhältnissen für angemessen hielt. Das Endspiel von Bern ging weniger deshalb in die Geschichte des deutschen Fußballs ein, weil Ungarn der Favorit gewesen war, sondern weil das Spiel den Deutschen der Nachkriegszeit das Gefühl gab: Wir sind wieder wer.

Ado   Die Firma Ado macht Reklame für ihre »Markengardine mit der Goldkante«, und die gibt es auf der ganzen Welt zu kaufen. Darüber hinaus vertreibt das Unternehmen aber auch Dekorationsstoffe und Zubehör. 1954 von Hubert Wulf gegründet, hat Ado seinen Sitz bis heute im norddeutschen Aschendorf, und so erklärt sich auch der Name: Aschendorf, kurz Ado

Adventszeit   Gemeint ist der Dezember, der im christlichen Verständnis die Zeit vor der Geburt von Jesus Christus ist, die Zeit vor Weihnachten also. Die Begriffe Advent und Adventszeit leiten sich her aus dem lateinischen Wort advenire für „ankommen“; der Advent ist also die Zeit vor der Ankunft des Herrn. Weihnachten gibt's als Wort seit dem 12. Jahrhundert und hieß ursprünglich ze den wihen nahten, was „in den heiligen Nächten“ bedeutet. Der Name Jesus Christus ist griechisch-hebräischer Herkunft: Jesus ist eine Form des hebräischen Namens Josua bzw. Jehoshua und bedeutet „Jahwe [Gott] errettet“; Christus heißt „der Gesalbte“. Eine vergleichsweise junge Erfindung ist der Adventskranz. Zur Herkunft gibt es zwei Theorien: Die eine behauptet, wir verdankten ihn dem evangelischen Theologen Hinrich Wiehern. Der gründete 1833 in Hamburg das „Rauhe Haus“ – eine Einrichtung für gestrandete Jugendliche. Anno 1839 fiel der l. Advent auf den l. Dezember. Wichern ließ im Betraum ein Wagenrad aufhängen, bestückt mit 23 Kerzen – darunter vier weiße für die Sonntage. Dank der positiven Reaktionen darauf wurde dieses Adventsrad Tradition – seit 1890 mit grünen Zweigen geschmückt. Die andere Theorie erklärt einen Pastor in Pommern zum Urheber des Adventskranzes. Der habe um 1870 damit begonnen, an den Adventssonntagen jeweils eine neue Kerze zu entzünden, zunächst an einem Weihnachtsbaum, später auf einem hängenden Kranz. Der Adventskranz verbreitete sich zunächst nur im Norden Deutschlands, seit Ende des Ersten Weltkriegs auch im Süden des Landes wie auch in der Schweiz und in Österreich. Die Entstehung des Adventskalenders verdanken wir einem kleinen Jungen namens Gerhard Lang aus München. Der plagte seine Mutter ständig mit der Frage, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Um den Quälgeist zu sedieren, sann die Mutter auf Abhilfe und fand sie auch: Sie legte Plätzchen in kleine Schachteln, klebte diese auf einen Karton und schrieb auf jedes Schächtelchen eine Zahl. Jeden Tag durfte der kleine Gerhard ein Schächtelchen öffnen und das Plätzchen verspeisen. Wie es der Zufall wollte, gehörte den Eltern die Münchner Lithographische Kunstanstalt, die 1904 den ersten Adventskalender druckte: zwei gleichgroße Pappen, deren eine mit Sinnsprüchen bedruckt war und deren andere mit bunten Bildern. Jeden Tag wurde ein Bild ausgeschnitten und nach der Lektüre auf den Spruch geklebt. Nicht bekannt ist, wer den Weihnachtsbaum erfunden hat. Vergleichbare Bräuche – Bäume als Fruchtbarkeitssymbol – reichen weit in die Geschichte zurück und sind keineswegs christlicher, sondern heidnischer Herkunft und ab dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gibt es den Weihnachtsbaum in privaten Haushalten.

Agfa   Diesen Namen kennen wir von Kamera-Filmen; er setzt sich zusammen aus Actien-Gesellschaft für Anilinfarben. Agfa ist eines der berühmtesten und auch ältesten Warenzeichen in Deutschland. Eingetragen wurde es am 15. April 1897 beim Patentamt in Berlin, und zwar für „chemische Präparate für photographische Zwecke“. 1910 in Wölfen gegründet, ging Agfa vor dem Zweiten Weltkrieg in der IG Farben auf. Nach dem Krieg wurde Agfa neugegründet und Teil der Bayer AG in Leverkusen. Auch in der DDR nahm man die Produktion von Filmen für Photoapparate wieder auf; die Filme heißen bis heute Orwo, das für Original Wolfen steht. Anilin ist eine farblose ölige Flüssigkeit, die ein wichtiger Grundstoff für die Herstellung künstlicher Farben ist und den Anilinfarben ihren Namen gibt.

Akademiker   Das Wort Akademiker geht zurück auf einen griechischen Helden namens Akademos. Im 4. Jahrhundert v. Chr. gründete der griechische Philosoph Platon vor den Toren Athens eine Philosophenschule, für die sich nach und nach der Begriff Akademia einbürgerte, weil die Schule in der Nähe eines Hains lag, der dem Helden Akademos gewidmet war. Diese Schule – die älteste Europas – wurde 529 n. Chr. vom römischen Kaiser Justinian geschlossen, galt später aber als Vorbild für neuzeitliche Universitäten und Akademien. Zu dem Substantiv Akademiker gehört das Adjektiv akademisch, das in der Redewendung „eine akademische Frage“ häufig gebraucht wird. Gemeint sind damit rein theoretische Fragen, die für die Praxis ohne jede Bedeutung sind.

Aldi   Firmengründer und noch heute Inhaber sind die Brüder Theo und Karl Albrecht; Sitz der Aldi-Gruppe ist Essen. Der Name Aldi besteht aus den Anfangsbuchstaben von Albrecht und Discount. Das Wort Discount ist unschwer als englischer Begriff zu erkennen; discount meint »Preisnachlass«, ist aber eigentlich italienischer Herkunft: Disconto bedeutet „Abzug vom Konto“, der Rechnung also. Handwerker gewähren auf Rechnungen gelegentlich bei sofortiger Begleichung drei Prozent Skonto („Preisnachlass“). Das italienische Wort conto bedeutet „Rechnung“ und ist lateinischer Herkunft: Comptus heißt „Berechnung“ und computare „berechnen, zusammenrechnen“. Damit ist auch das Wort Computer erklärt, der – entgegen anderslautenden Gerüchten – keine Erfindung von Bill Gates, sondern eine des Deutschen Konrad Zuse aus dem Jahre 1941 ist.

Alka-Seltzer   Das Schmerzmittel Alka-Seltzer der Firma Bayer wird in Wasser aufgelöst, bevor man es einnimmt, und was man dann trinkt, sieht aus wie Mineralwasser. Im deutschen Sprachraum - vor allem in Hessen - wird Mineralwasser oft Selterswasser (nach dem Städtchen Selters an der Lahn) genannt. Die englische Version von Selterswasser heißt Seltzer water; ein Bestandteil von Alka-Seltzer ist Natriumcarbonat, das man früher mildes Alkali nannte. Und so entstand der Markenname: Mildes Alkali plus Seltzer water ergibt Alka-Seltzer.

Alpen   Zwischen der Donau und den Alpen liegt das Alpenvorland, ein

langer schmaler Streifen hügeligen Landes. Es ist im Durchschnitt 500 m hoch und bei Regensburg mit 140 km am breitesten. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch Bergketten mit malerischen Seen (Ammersee, Chiemsee) und Dörfern.

Die Zugspitze in den Bayrischen Alpen ist mit 2.962 m der höchste Berg Deutschlands. Der Name der Alpen stammt aus der keltischen Sprache, alp, und bedeutet „hoch“ oder „Berg“.

Der Altersaufbau   Der Altersaufbau der deutschen Bevölkerung ist unausgeglichen. Der Anteil der über 60jährigen wächst, während die Zahl der Ge- burten zurückgeht. Nur rund 16% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre; dagegen sind 20% älter als 60 Jahre. Unter den Ländern der Europäischen Union hat Deutschland mit 39,3 Jahren das höchste Durchschnittsalter.

Altlasten   Schadstoffe aus Ablagerungen von Abfällen und verseuchte Indu- striestandorte (sog. 'Altlasten') tragen zur Boden- und Luftverschmutzung sowie zur Verunreinigung des Trinkwassers bei. Sie stellen eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dar.

Amoklauf   Als Amokläufer bezeichnen wir jemanden, der im Wahn reihenweise Leute umbringt oder umzubringen versucht. Der Begriff Amoklauf geht zurück auf das malaysische Wort amok oder amuk, das soviel bedeutet wie »rasend, wütend im Kampf«. In Malaysia gab es den Brauch, Rache zu üben oder auch Ruhmesgelüste zu befriedigen, indem man sich mit Opium in Rausch versetzte, um dann mit dem Ruf „Amok“ auf x-beliebige Leute mit einem Dolch, Kris genannt, einzustechen. Im deutschen Sprachraum findet sich einer der ersten Belege für das Wort in einem Reisebericht, der um 1660 geschrieben wurde: „Amoc welches so viel ist als courage [Mut], oder schlag todt“.

Aral   Der Erfolg des Kraftstoffs führte dazu, daß sich der in Bochum ansässige Konzern später den Namen Aral AG gab. Das noch heute an jeder Aral-Tankstelle prangende Logo gibt's seit 1927.

Arbeitslosenversicherung   Die Arbeitslosenversicherung verhindert, daß Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, ohne Einkommen sind. Alle Arbeiter und Angestellten bezahlen eine monatliche Arbeitslosenversicherung, die zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen wird. Der Beitrag liegt bei etwa 6,5% des monatlichen Bruttoverdienstes. Erwerbslose, die in den vorangegangenen drei Jahren mindestens 360 Tage beitragspflichtig gearbeitet haben, erhalten Arbeitslosengeld. Die Höhe des Arbeitslosengeldes liegt für Erwerbslose mit Kind bei 67% des durchschnittlichen Nettoverdienstes, für Erwerbslose ohne Kind bei 60%.

Arbeitslosigkeit   Die Zeit der Vollbeschäftigung ist seit 1974 in Deutschland vorüber. Seitdem ist die Zahl der Arbeitslosen angestiegen. Trotz mannigfaltiger Versuche ist es bislang nicht gelungen, dieses Problem zu lösen. Anfang des neuen Jahrtausends gab es über 4 Millionen Arbeitslose, und viele Menschen mußten sich mit Kurzarbeit begnügen. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ist ein Problem. Steigende Lohnkosten, die Auslagerung industrieller Produktion in Niedriglohnländer sowie die schwache wirtschaftliche Konjunktur sind die Haupt- ursachen der Arbeitslosigkeit. Die Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg ist zuständig für Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, Arbeitslosenversicherung und für die Förderung der beruflichen Bildung. Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit führt sie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) durch.

ARD   ARD heißt Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands. Die ARD wurde 1950 gegründet als Zusammenschluß der Rundfunkanstalten der Bundesländer. Der Sender Freies Berlin (unter alliierter Aufsicht) gesellte sich später dazu. Zu den Länderanstalten kamen nach der Wiedervereinigung der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) hinzu.

Ariel   Bei dem Namen Ariel denken wir unweigerlich an das gleichnamige Waschmittel, und ältere Semester erinnern sich an die Fernsehwerbung mit der Hausfrau namens Clementine. Zwischen 1899 und 1925 gab es in England auch eine Karossenschmiede namens Ariel, die zunächst Motorräder und später auch Autos baute. Zur Erklärung des Namens gibt es verschiedene Möglichkeiten: Im Alten Testament taucht er als Eigenname auf (z. B. Esra 8,16), als »Opferherd« bei Ezechiel 43,15 f., und als symbolische Bezeichnung für Jerusalem in Jesaiah 29,1 ff. In naturmagischen Schriften des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit ist Ariel ein Elementargeist, in Zauberbüchern einer der vier (oder sieben) Höllenfürsten. In Shakespeares Stück »Der Sturm« taucht Ariel als Luftgeist auf. Bei Alexander Pope ist Ariel Führer der Sylphen und wurde in dieser Eigenschaft (Führer der Elfen) auch in den »Faust« übernommen. Doch Ariel ist auch ein hebräischer Name. Er bedeutet »Löwe Gottes, Feuerhand Gottes, Kriegsheld«. Ein Mond des Planeten Uranus wurde ebenfalls Ariel genannt.

Armbrust   Wer das Wort Armbrust hört, denkt automatisch an die Schweiz, Wilhelm Teil, den Apfel sowie Friedrich Schiller, und die meisten meinen, daß die Armbrust irgend etwas damit zu tun habe, daß diese Waffe mit den Armen vor die Brust gehalten werde. Weit gefehlt. Die Wurzeln des Ausdrucks sind die lateinischen Wörter arcus und ballista für »Bogen (zum Schießen)« und »Wurfmaschine«.

Aspirin Fast 90 Prozent aller Verbraucher kennen Aspirin; Aspirin dürfte damit das bekannteste Medikament überhaupt sein. Dabei ist es nicht nur ein Präparat gegen Schmerzen aller Art, es wird angenommen, daß Aspirin bei bestimmten Krebserkrankungen hilft und daß es darüber hinaus aufgrund seiner Eigenschaft, die Verklumpung von Blutplättchen zu verhindern, vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfälle wirkt. Dabei steckt die Erforschung dieses Wundermittels noch in den Kinderschuhen. Der Wirkstoff von Aspirin heißt Acetylsalicylsäure (ASS). Salicylsäure, die aus den Rinden von Weidenbäumen gewonnen wurde und schmerzstillende Wirkung erzielt, war lange vor der Entwicklung von ASS bekannt, hat aber den Nachteil, daß sie gräßlich schmeckt sowie Brechreiz und Verätzungen der Schleimhäute hervorruft. Diesen Mangel behob am 10. August 1897 der bei dem Unternehmen Bayer - das damals noch »Farbenfabriken, vormals Friedrich Bayer & Co.« hieß und in Elberfeld (dem heutigen Wuppertal) ansässig war-angestellte Chemiker Felix Hofrmann: Er kreierte eine Verbindung von Salicylsäure und Essigsäure und machte so aus dem ungenießbaren Medikament ein neutral schmeckendes und haltbares Heilmittel - für Magenempfindliche allerdings auch heute noch wenig verträglich. Am 1. Februar 1899 wurde das neue Medikament unter dem Namen Aspirin in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamts zu Berlin eintragen und damit geschützt. In einem Rundschreiben der Firma Bayer vom 23. Januar 1899 ist die Herkunft des Namens Aspirin dokumentiert. Da der Medikamentenname Acetylsalicylsäure sehr schwierig auszusprechen ist, suchte man nach einer Alternative und kam auf die chemisch von Salicylsäure nicht zu unterscheidende Spirsäure: Aus Acetyl und Spirsäure mit der Nachsilbe -in - vermutlich wegen des Wohlklangs - ergibt sich der Name Aspirin.

Asylbewerber   Nach dem Grundgesetz können Menschen, die in ihrem Heimat- land aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen verfolgt werden, in der Bundesrepublik Deutschland Asyl ( Zufluchtsort, Obdach) beantragen.

Audi   Die Autos aus Neckarsulm und Ingolstadt mit dem Slogan »Vorsprung durch Technik« kennt man, und viele denken, der Name Audi gehe auf einen Herrn oder eine Dame namens Audi zurück. Weit gefehlt! Die heutige Karossenschmiede hat in August Horch, einem der ganz großen Pioniere des Automobilbaus, der im Raum Zwickau/Chemnitz 1902 den Automobilbau begründete, ihren Urvater. Seit 1904 wurden in Zwickau Autos der Marke Horch gebaut. Nach einem Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat der Horch AG verließ August Horch am 16. Juni 1909 seine eigene Firma mit einer Entschädigung von lumpigen 20 000 Mark. Am 16. Juli 1909 wurde die neue Firma Horch im Handelsregister eingetragen; die Ursprungsfirma Horch Werke bemühte das Reichsgericht erfolgreich: August Horch wurde es verboten, seine neue Firma unter seinem eigenen Namen zu führen. So ließ er 1910 , ins Handelsregister die Firma Audi Automobilwerke GmbH eintragen. Der Name Horch ist auch die Befehlsform des Wor-| tes »horchen«, dessen Übersetzung ins Lateinische audi lautet. Eine schöne Anekdote dazu stammt von August Horch  selbst: »Wir durften den Namen August Horch nicht mehr führen, obwohl es mein eigener Name war. Wir beriefen sofort eine Sitzung ein, die in der Wohnung von Franz Fikent scher stattfand, und brüteten lange über einem anderen Namen. Uns war klar, daß diese Sitzung niemand verlassen durfte, bevor unser Werk einen Namen hatte. Was da alles an möglichen und unmöglichen Bezeichnungen auftauchte, läßt sich nicht beschreiben. In einer Zimmerecke saß bescheiden ein Sohn von Franz und büffelte an seinen Schulaufgaben, das heißt, er tat so, in Wirklichkeit hörte er mit der gesammelten Inbrunst eines jungen Herzens dieser hochinteressanten und hitzigen Unterhaltung zu. Wahrscheinlich hatte er schon seit einiger Zeit etwas auf dem Herzen, schluckte es aber immer wieder hinunter. Aber plötzlich brach der zurückgehaltene Vulkan aus ihm heraus, und er schrie begeistert herüber: „Vater - audiatur et altera pars = Man muß auch die andere Seite hören (lat.) Wäre es nicht richtig, anstatt Horch Audi zu sagen?“ Es war heraus, und wir saßen schlankweg begeistert da.« Die Firma Audi wurde 1928 von der Zschopauer Firma DKW erworben; DKW steht für Dampfkraftwagen; in der Werbung wurde daraus: »DKW - das kleine Wunder, fährt Berge rauf wie andre runter«. 1932 fusionierten die vier Firmen Horch, Audi, DKW und Wanderer zur Auto Union AG. Daher auch die vier ineinander verschlungenen Ringe, die noch heute das Emblem der Marke Audi sind. 1949 ging die Auto Union nach Ingolstadt und fusionierte 1969 mit den NSU-Motorenwerken aus Neckarsulm; NSU steht für Neckarsulm. Seit 1964 gehört die Firma Audi zum Volkswagenkonzern. Immer wieder tauchen Gerüchte auf, Horch und Audi seien entstanden, weil zwei Brüder sich im Streit getrennt hätten. Das ist schiere Legende: August Horch hatte zwar einen Stiefbruder und eine Stiefschwester, aber beide hatten mit dem Automobilbau nie etwas zu tun.

Ausbildungsmarkt   Rund 30% der Auszubildenden (abgekürzt: Azubi) erhalten eine Lehrstelle in dem gewünschten Beruf. . Die übrigen müssen auf einen ähnlichen oder völlig anderen Beruf ausweichen. Jugendliche, die eine betriebliche Berufsausbildung durchlaufen, nennt man Auszubildende (abgekürzt: Azubis)  früher: Lehrlinge. Sie lernen diesen Beruf praktisch im Betrieb und theoretisch in einer Berufsschule. Diese Ausbildung dauert von 2 bis 4 Jahre. Der größte Teil der Auszubildenden kommt aus der Hauptschule. In den letzten Jahren durchlaufen jedoch immer mehr Schüler mit mittlerer Reife oder Abitur eine derartige Berufsausbildung. Auch wächst die Zahl der Abiturienten, die vor dem Studium eine Berufsausbildung absolvieren. Viele Jugendliche finden keinen Arbeitsplatz, nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Jeder sechste Absolvent ist von Arbeitslosigkeit betroffen, in Ostdeutschland sogar jeder vierte. Spezielle Förderprogramme sollen die Situation verbessern helfen.Um auch solchen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, die keine Lehrstelle bekommen, gibt es überbetriebliche Ausbildungsmöglichkeiten. Die Ausbildung findet dann in einer der überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt, die von Bund und Ländern finanziert werden. Für Jugendliche, die wegen einer Behinderung nicht in einem Betrieb ausgebildet werden können, gibt es die Möglichkeit, in einem Ausbildungswerk einen Berufsabschluß zu machen.

Ausländerfeindlichkeit   Die Ausländerfeindlichkeit wird in Teilen der Bevölkerung und bei einzelnen Gruppen mehr und mehr zu einem Problem. Dies zeigt sich durch Gewalttaten, die an Ausländern verübt werden. Gleichzeitig nimmt aber auch die Zahl derjenigen zu, die sich eindeutig gegen Ausländerfeindlichkeit wenden.

Dein Christus ein Jude

Dein Auto ein Japaner

Deine Pizza italienisch

      Deine Demokratie griechisch

    Dein Kaffee brasilianisch

Dein Urlaub türkisch

  Deine Zahlen arabisch

     Deine Schrift lateinisch

          Und Dein Nachbar nur ein Ausländer ?

 

(Initiative der Deutschen Städte-Reklame GmbH, Frankfurt a. M.)

Ausstattung der Haushalte   Insgesamt sind die deutschen Haushalte gut mit Verbrauchsgütern ausgestattet: Verbrauchsgut                            

Besitz in %

  Farbfernseher                                   93

  Waschmaschine                               89

  Telefon                                             87

  Fotoapparat                          79

  Kühlschrank                          77

  Fahrrad                                            76

  Stereoanlage                          72

  Auto                                                72

  Nähmaschine                                   61

Auto  Die amtliche Bezeichnung für Auto lautet Kraftwagen oder Personenkraftwagen. Das aber sagt niemand. Eigentlich müßten Autos im Gefolge der Erfindungen von Benz und Daimler Motorwagen heißen. Doch so heißen sie nicht. Und das kam so: Benz' Erfindung wurde in Deutschland zunächst [.weitgehend ignoriert, die Franzosen aber interessierten sich [sehr für die neuen Wagen. Da sie die bereits vorher existenten Jfpampfwagen als voiture automobile, »sich selbst bewegender Wagen«, bezeichnet hatten, nannten sie die Motorwagen folgerichtig automobile. Als Automobil oder kurz Auto kam das •Wort dann za-ta».; Die erste Fachzeitschrift zum Thema Auto erschien 1898 Sund hieß noch »Der Motorwagen«. Wenig später erschien die »Allgemeine Automobil-Zeitung«. Der Name Auto statt Motorwagen hatte sich bereits weitgehend durchgesetzt. Das Wort »auto« heißt nichts anderes als »selbst«. Deutschland ist der drittgrößte Autohersteller und -exporteur der Welt, aber etwa jedes vierte in Deutschland zugelassene Auto wird importiert. Jeder siebte Arbeitsplatz hängt vom Auto ab. Verschiedene Verbände vertreten die Interessen der Autofahrer. Der größte ist der ADAC. Auskunft darüber, in welcher Stadt/welchem Kreis ein Fahrzeug zugelassen ist, geben die Nummernschilder.

Autobahn   Mit rund 11.000 km Autobahnen hat Deutschland das zweitgrößte Autobahnnetz der Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist die Benutzung gebührenfrei. Geschwindigkeit: Auf Autobahnbahnen dürfen nur Autos (LKW, PKW, Bus usw.) fahren, die mindestens 40 km/h fahren können; daneben auch Motorräder, aber keine Mopeds und Fahrräder. Auf den meisten Autobahnstrecken gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern nur eine unverbindliche Richtgeschwindigkeit. Wegen des regen Verkehrs kann man  jedoch nur selten extrem schnell fahren. Viele deutsche Autofahrer bemühen sich, wegen der teuren Kraftstoffpreise möglichst benzinsparend zu fahren. Probleme:

Das dichte Autobahnnetz verursacht auch Probleme.Vor allem der Urlaubsverkehr während der Sommerferien belastet die Hauptreiserouten ganz erheblich. Besonders in den Monaten Juni und Juli - aber auch sonst an den Wochenenden - muß man mit langen Staus rechnen. Der Autobahnverkehr belastet auch die Umwelt. Die Abgase der Autos werden u.a. für das Waldsterben mit verantwortlich gemacht.

B

Baden-Württemberg   ist das drittgrößte Bundesland. Es liegt im Südwesten und grenzt an Frankreich und die Schweiz. Es ist nicht nur wegen des Bodensees und des Schwarzwaldes bekannt und beliebt. Hier liegen auch wichtige Industriezentren, z.B. hat Daimler-Benz hier seinen Hauptsitz. Daneben gibt es große Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden; hier wächst z.B.

der bekannte badische Wein. Heidelberg,Tübingen und Freiburg besitzen berühmte alte Universitäten. Landeshauptstadt ist Stuttgart.

Bahn   Seit der Widervereinigung gehört dem Staat nicht nur die Deutsche Bundesbahn, sondern sie hat auch die Deutsche Reichsbahn der ehemaligen DDR übernommen. Das Unternehmen heißt jetzt 'Deutsche Bahn'. Um mit dem Automobil und anderen Verkehrsmitteln konkurrieren zu können, investiert die Bahn in neue Strecken  und Zugtypen. Neue Strecken Hamburg - München und Mannheim - Stuttgart sind fertiggestellt. Auf Teilabschnitten fährt der neue ICE mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Der ICE bietet besonders den Geschäftsreisenden hohen Komfort. Im Zug befindet sich unter anderem ein Konferenzabteil mit Computer- und Telefaxanschluß. Mit Sonderprogrammen aller Art versucht die Bahn, Kunden zu werben: Autoreisezüge, Huckepackverkehr, spezielle Programme für Rentner, Familien, Schüler, Tramper, Reisegruppen werden regelmäßig angeboten. Die Bundesbahn unterhält auch auf vielen - häufig unrentablen - Strecken ein Netz von Bahnbussen und dient so der flächendek- kenden Versorgung der Bürger.

Bahnhof verstehen  Wer etwas nicht kapiert oder nicht kapieren oder hören will, der sagt: »Ich versteh' nur Bahnhof«. Der Romanschriftsteller Hans Fallada nennt diese Wendung in »Wolf unter Wölfen« die gängigste Redensart der Inflationszeit. Der Ausdruck entstand Ende des Ersten Weltkriegs, als die Soldaten des Kämpfens müde waren und sie nur eine Sehnsucht beherrschte: nach Hause! Diesen Wunsch setzten Berliner Landser mit dem Bilde des Bahnhofs gleich, der für sie das Symbol des Heimaturlaubs bedeutete, und wenn man sie auf irgend etwas, das nicht damit zusammenhing, ansprach, antworteten sie: Ich verstehe (höre) immer Bahnhofl, das heißt: Ich bin für nichts anderes mehr zu sprechen als für die Heimreise! Ich lehne jedes Gespräch rundum ab.

BASF Wer wissen will, woher der Name BASF kommt, muß die Geschichte von Friedrich Engelhorn kennen. Der gelernte Goldschmied war seit 1851 Mitinhaber der Badischen Gesellschaft für Gasbeleuchtung in Mannheim. Die vor der Durchsetzung der Elektrizität übliche Gasbeleuchtung wurde mit Leuchtgas, dem sogenannten Stadtgas, betrieben; Leuchtgas selber ist ein brennbares Gasgemisch, das bei der Verkokung von Steinkohle entweicht. Eines der Abfallprodukte ist Teer -Mitte des 19. Jahrhunderts der Ausgangsstoff der Teerfarbenindustrie. Engelhorn gründete 1861 mit dem Chemiker Carl Clemm eine kleine Teerfarbenfabrik. Sie produzierten Anilin, eine farblose Flüssigkeit, und Fuchsin, einen roten Farbstoff. Da die Firma außerdem Unmengen anderer Chemikalien wie Schwefelsäure, Salpetersäure und Soda teuer zukaufen mußte, beschloß Engelhorn, ein neues Unternehmen zu gründen, und zwar in Form einer Aktiengesellschaft. Was fehlte, war ein Name, und Engelhorn kam auf Badische Anilin- & Soda-Fabrik. Doch der Plan scheiterte kurze Zeit später am Widerstand des Mannheimer Stadtrats. So wich Engelhorn ins damals bayerische Ludwigshafen aus. Am 27. April 1865 erteilte ihm der König von Bayern den Segen und unterzeichnete die Konzessionsurkunde.

Bayern (Freistaat Bayern)  Bayern ist das größte Bundesland. Es hat ein reiches kulturhistorisches Erbe, das es seiner langen, komplizierten und gleichzeitig glorreichen Geschichte verdankt. Es bietet den Toristen den Zauber seiner Landschaften: die Alpen, die malerischen Seen im hügeligen Alpenvorland_ den Bazerischen Wald mit dem ersten deutschen Nationalpark, die Fußtäler von Donau und Main. Bayern ist auch das größte deutsche Agrarland. Die Alpen und das Alpenvorland sind von Land- und Forstwirtschaft geprägt. In hunderten von Brauereien wird das berühmte bayerische Bier gebraut. In Nürnberg sind Maschinenba, Elektro- und Spielzeugindustrie entwickelt. Die Stadt Albrecht Dürers (1471-1528) bewahrt in ihren Kirchen einmalige spätmittelalterliche Kunstschätze. Zahlreiche Kathedralen und viele andere Gebäude sind in Gotik  sowie im Barock- und Rokokostil aufgebaut, was dieser Stadt einen besonderen Reiz verleiht. Fläche: 70.554 qkm / Einwohner: 11,86 Millionen (168 Einwohner je qkm) / Landeshauptstadt: München /Parlament: der auf 4 Jahre gewählte / Landtag sowie der Senat / Exekutive: die Staatsregierung / Verwaltungsgliederung: 7 Regierungsbezirke; 25 Stadtkreise, 71 Landkreise. Bayern ist das flächengrößte Bundesland. Seine landschaftlichen Reize sowie sein Reichtum an Kulturdenkmälern locken jährlich mehr als 12 Millionen Besucher. Mitten im Alpenvorland liegt die Landeshauptstadt München. Südlich der Donau wird das kulturelle und wirtschaftliche Leben außer von München besonders von der alten Reichsstadt Augs- burg bestimmt. Nördlich der Donau geben Regensburg,Würz- burg und Bamberg,die Wagner-Stadt Bayreuth und vor allem die alte Reichsstadt Nürnberg,die Metropole Frankens, kulturell und wirtschaftlich den Ton an. Weite Teile Bayerns, besonders im Alpengebiet, sind von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Fast die Hälfte des Bodens wird landwirtschaftlich genutzt. Die Milch- und Käseproduktion zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes. Daneben haben sich in den letzten Jahren viele Firmen angesiedelt, die sich auf moderne Technologie spezialisieren. Der Norden ist stärker industrialisiert als der Süden. Im Vordergrund steht die Verarbeitungs- und Veredelungsindustrie. Andere wichtige Industriezweige sind Elektro- und Textilindustrie, Maschinen- und Fahrzeugbau und chemische Industrie. Bayern ist eines der ältesten und beständigsten deutschen Län- der. Fast ein Dreivierteljahrtausend wurde es von der Dynastie der Wittelsbacher regiert. Voll Stolz auf ihre lange Geschichte vertei- digen die Bayern zäh ihre Selbständigkeit gegenüber der Zentralgewalt. So stellt Bayern z.B. als einziges Bundesland an seinen Grenzen eigene Grenzpfähle auf. Die stärkste Partei war in der Nachkriegs- zeit immer die CSU;sie hat seit 1962 die absolute Mehrheit im Landtag und regiert seit 1966 ohne Koalitionspartner.

Berlin   Um 1230 gründeten askanische Markgrafen an der Spree Cölln und Berlin, die zum heutigen Berlin zusammenwuchsen. 500 Jahre später entwickelte sich die Stadt unter König Friedrich II. zu einer Hauptstadt von europäischem Rang.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Berlin eine der bedeutendsten Industriestädte Europas. 1918 wurde die Monarchie beseitigt und vom Reichstagsgebäude aus die erste deutsche Republik ausgerufen. Berlin war von nun an das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 teiltendie Siegermächte die Stadt in vier Sektoren; ab 1948 existierten ein Westberlin und ein Ostberlin. Symbolisch für die Teilung war ab 1961 die 'Berliner Mauer'. Sie fiel am 9.11.1989. Am 3.10.1990 wurde die Stadt wieder vereinigt.Seitdem ist Berlin wieder die Hauptstadt Deutschlands.

 Fläche: 883 qkm / Einwohner: 4 Millionen (3.898 Einwohner je qkm) / Parlament: das auf vier Jahre gewählte Abgeordnetenhaus / Exekutive: Der Senat mit dem Regierenden Bürgermeister / Verwaltungsgliederung: 23 Bezirke. Berlin ist bei weitem die größte deutsche Stadt. Sie hat einen Umfang von 229 km; Frankfurt am Main, München und Stuttgart hätten bequem darin Platz. Die Stadt liegt an den Flüssen Spree und Havel und wird von 62 Seen und 127 Gewässern umgeben. Auf jeden Einwohner entfallen 41qm Wald. Die Spree durchfließt mit mehreren Armen das Stadtgebiet. Berlin hat mehr Brücken als Venedig. 40% des Stadtgebiets sind Grünflächen. Die Bevölkerung Berlins ist stark gemischten Ursprungs. Anfangs wurde die Stadt vor allem von Deutschen aus dem Niederrheingebiet besiedelt, später gab es bedeutende Zuzüge aus dem Osten (Schlesien, Pommern, Ostpreußen). Um 1700 flüchteten rund 6.000 Hugenotten aus Frankreich nach Berlin. Berlin ist die größte Industriestadt Deutschlands. Wichtigster Industriezweig ist die Elektroindustrie (35%). Es folgen Nahrungsmittelindustrie, Maschinen- und Fahrzeugbau, chemische Industrie und Konfektion. An sechster Stelle steht der Fremdenverkehr.Die Touristen kommen vor allem der zahlreichen Kultur- und Kunststätten und ihrer Schätze wegen.

Berufsausbildung   Die Berufsausbildung in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein duales System; d.h. die Lehrlinge werden gleichzeitig praktisch in einem Betrieb und theoretisch in einer Berufsschule ausgebildet. Dazu müssen genügend Lehrstellen für die Anwärter, vor allem in den beliebten Berufen, zur Verfügung stehen, was in den neuen Ländern immer noch schwierig ist. Während der Berufsausbildung erhalten die Auszubildenden schon Lohn. Die Ausbildung wird durch das Berufsbildungsgesetz geregelt. Darin ist z.B. festgelegt, wer ausbilden darf, daß ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden muß, daß Auszubildende das Recht auf eine angemessene Vergütung haben und daß der Auszubildende Ausbildungsnachweise führen muß. Es gibt ca. 380 anerkannte Ausbildungsberufe.

Bier  Die Deutschen sind stolz auf ihr Reinheitsgebot für Bier aus dem Jahr 1516. Es war ein in Bayern erlassenes Gesetz, das zum Brauen von Bier nur die Verwendung  von Malz, Hopfen, Hefe und Wasser zuläßt.

Malz nennt man die angekeimten und anschließend gedarrten Gersten- oder Werizenkörner. Mit dem Malz läßt sich diе „Farbe” des Bieres bestimmen. Malz für helles Bier wird bei etwa 80 Grad getrocknet, für dunkles Bier sind über 100 Grad erforderlich. Wenn nun das geschrotete Malz im Wasser erhitzt wird, entsteht die Mische, in der sich die Stärke im Malz in Zucker verwandelt.

Hopfen wird auch gern das „Salz des Bieres” genannt. Seine Wirkstoffe machen das Bier haltbar. Er verleiht ihm Aroma und Bittere, weckt und stillt die Durst. Der Hopfen ist bereits seit altersher als Heilpflanze bekannt. Je nach der Biersorte werden auf einen Hektoliter 110 bis 400 Gramm Hopfen gegeben. Dabei werden helle Spezialbiere, Starkbiere und Pilsener stärker gehopft als Lager- und Dunkelbiere. Die Hallertau in Bayern ist das größte deutsche Anbaugebiet. Geerntet wird der Hopfen Ende August/Anfang September mit speziellen Pflückmaschinen.

Die Hefe ist der Geist des Bieres und sorgt außerdem dafür, das Bier zum „geistigen” Getränk wird. Denn ohne die Hefezellen würde der Gärprozeß nicht in Gang kommen. Die Bierhefe verwandelt den Malzzucker der Bierwürze in Alkohol und Kohlensäure um. Dabei hat Hefe etwas von einem „perpetuum mobile”: Sie vermehrt sich selbst während des Gärens. Die meisten Brauereien  waschen und reinigen ihre Bierhefe und „führen”sie mehrmals, bevor sie eine neue Zucht verwenden. Man unterscheidet zwischen obergärigen und untergärigen Biersorten.

Das Wasser ist der vierte Grundstoff für ein reines Bier und von der Menge her natürlich der bedeutendste. Immerhin beträgt der Wasseranteil mehr als 90% am fertigen Produkt. Zum Brauen insbesondere heller Biere wird weiches kalkarmes Trinkwasser bevorzugt. Zusätzlich benötigen die Brauereien Wasser zum Reinigen, Kühlen etc., sogenanntes Brauchwasser.

München ist berühmt für seine Biergärten. Man sitzt im Freien, trinkt Bier, ißt Brezeln, Leberkäs, Brathendl oder Weißwürste.

Bismarckhering  Daß der Bismarckhering nach dem deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck benannt ist, liegt nahe, die Frage ist nur: Wie kam der Hering zu Bismarck oder umgekehrt? Ganz einfach: Bismarck hatte in einer Reichstagsdebatte den Hering als Delikatesse gelobt. Die Marinadenindustrie hat's ihm gedankt und erfand den Bismarckhering. Kaum jemand kennt das Städtchen Bismark in der Altmark in Ostdeutschland, aber jeder den Reichsgründer und »eisernen« Kanzler Otto von Bismarck. Doch da gibt's einen Zusammenhang: Das Geschlecht derer von Bismarck stammt aus der Altmark. Und jener Ort Bismark ist uralt; um 1200 tauchte er bereits auf als »Biscopesmark«, ab 1349 hieß er dann »to Bismarke«, Übersetzung: »die Mark des Bischofs«. Da Mark ein altes Wort für Grenze bzw. Grenzgebiet ist, heißen Bismark und Bismarck eigentlich »Grenze des Bischofsgebiets« (des Bischofs von Havelberg).

Bockbier   Die Etiketten von Bockbier ziert häufig ein Ziegenbock, aber der Name Böckbier hat mit Ziegenböcken rein gar nichts zu tun, sondern ist eine —» Verballhornung von Einbecker Bier. Die niedersächsische Stadt Einbeck wurde im 15. Jahrhundert für ihr Starkbier berühmt, das im März - daher hieß es früher Märzenbier - gebraut und ausgestoßen und ursprünglich Einbeckisch Bier genannt wurde. Anno 1614 engagierte der kurfürstliche Hof zu München einen Einbecker Braumeister, damit er dort Märzenbier braue. Die Bayern machten aus Einbeckisch Bier amphokisch pier, Aimbock und Oambock. Die heutige Bezeichnung Bockbier aber haben wir von den Franzosen übernommen, die nämlich sagen un bock für »ein Glas Bier«. Die Bockwurst hat ihren Namen nicht von Böcken, die zu Wurst verarbeitet worden wären, sondern daher, daß diese Wurst früher vor allem im März, also zu der Zeit, zu der Bockbier auf den Markt kam, verzehrt wurde. Die Bockwurst müßte also eigentlich Bockbierzeit-Wurst heißen.

Bonn   30 Kilometer südlich von Köln liegt Bonn, eine Universitätsstadt mittlerer Größe. Wie Köln und viele andere Städte am Rhein ist Bonn aus einer Römersiedlung hervorgegangen. Im 18. Jahrhundert wurde es zur Residenz der baulustigen Kurfürsten aus dem Hause Wittelsbach.Die Universität ist in der Kur- fürstlichen Residenz, einem Barockschloß aus dieser Zeit untergebracht. Vom 3. November 1949 bis zum 3. Oktober 1990 war Bonn die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Bonn ist der Geburtsort des Komponisten Ludwig van Beethoven.

Borussia   Dortmund Borussia Dortmund (BVB) heißt eigentlich und hochoffiziell Ballspielverein Borussia 09 e.V. und ist so auch im Telefonbuch eingetragen. Der Name Borussia ist die lateinische Bezeichnung für das Land der Prussen, also der Preußen, die Ziffer 09 steht für 1909 und damit das Gründungsjahr des Fußballvereins.

Brandenburg   war das Herz des früheren Preußens. König Friedrich II., der „alte Fritz” hat sich mit Schloß Sanssoici dort ein architektonisches Denkmal gesetzt. Kiefernwälder, Seen und Heidelandschaften bestimmen das Bild dieses Landes. Land-  und Forstwirtschaft zählen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Brandenburgs. Angebaut werden Roggen und Weizen, Kartoffeln und Zuckerrüben, Obst und Gemüse. Industriell geprägt sind die Regionen Eisenhüttenstadt (Stahlproduktion) und Cottbus, wo die chemische Industrie entwickelt wird. Fläche: 29.059 qkm / Einwohner: 2,53 Millionen (87 Einwohner je kmІ) / Landeshauptstadt: Potsdam / Parlament: der auf 4 Jahre gewählte Landtag

/ Exekutive: die Landesregierung. Brandenburg ist das größte der fünf neuen Bundesländer. Das Land umschließt die deutsche Hauptstadt Berlin. Der landschaftliche Reiz Brandenburgs besteht in seinem großen Waldbestand sowie zahlreichen Seen und Flüssen, die sich vielfach verzweigen. Bekannte Landschaftsgebiete sind die Uckermark, das Havelland, der Spreewald, der Fläming und die Niederlausitz. In der Niederlausitz befinden sich Siedlungsräume der (slawischen) Sorben. Charakteristisch für das Land sind die 'märkischen' Kleinstädte und Reihendörfer. Großstädte gibt es nicht. 1815 gründete Preußen die Provinz Brandenburg. 1881 wurde Berlin ein eigener Verwaltungsbezirk. 1920 entstand 'Groß-Berlin'. Dadurch verlor die 'Mark' Brandenburg 1,9 Millionen Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Provinz Brandenburg zum Land. 1952 traten die Bezirke Potsdam, Frankfurt/Oder und Cottbus an seine Stelle. 1990 wurde das Land Brandenburg mit der Hauptstadt Potsdam wiedergegründet. Brandenburg ist relativ dünn besiedelt. Es verfügt über einige Zentren der Stahl- und Hüttenindustrie (Brandenburg, Eisenhüttenstadt), der Petrochemie (Schwedt), der Textilindustrie (Cottbus) und des Fahrzeugbaus. Ein rigoroser Abbau von Braunkohle verwüstete und zerstörte große Teile vor allem der Niederlausitz. Viele Großkraftwerke, die mit Braunkohle betrieben werden, wurden errichtet. Im Land wird auf weiten Flächen Obst angebaut und Landwirtschaft betrieben. Der wichtigste Grenzübergang nach Polen befindet sich in Frankfurt/Oder. Schon im Mittelalter führte der Handelsweg von Paris nach Moskau hier über die Oder.

Bremen  (die freie Hansestadt Bremen) ist neben Bayern das älteste gewachsene Staatswesen auf deutschem Boden. Im Jahr 1358 wurde Bremen Mitglied im Städtebund der Hanse.  Bis ins 16. Jahrhundert beherrschte diese Stadt den Handel im Nord-  und Ostseeraum. Geprägt ist die Stadt von Handel und Schiffahrt. Der Bremer Seehafen ist der größte Containerumschlagplatz Europas. Über Bremen kommen nach Deutschland Tee und Kaffee, Tabak und Baumwolle. Außer dem Schiifbau entwickelten sich hier Flufzeug- und Raumfahrtindustrie. Bremen hat sich auch zum wichtigen Standort der Hochtechnologie entwickelt, und seine wissenschaftliche Einrichtungen, wie z.B. das Wegener-Institut für Meeres- und Polarforschung genießen den Weltruf.

Brezel Brezel ist eigentlich ein italienisches Wort; braccia-tella bedeutet »Ärmchen«. Die Brezeln sollen gekreuzte Kinderarme darstellen. Die Mönche beteten mit gekreuzten Armen, und schon bei den alten Römern soll die Brezel als Opferbrot das Symbol des Bäckerhandwerks gewesen sein.

Buna  Buna ist ein Warenzeichen und steht für synthetisch hergestellten Kautschuk. Es ist die Kurzform der Stoffe, aus denen das künstliche Gummi hergestellt wird, nämlich Butadien und Natrium.

Bundeskanzler  Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Regierungs- politik. Er bildet die Regierung; d.h. entscheidet über die Zahl der Minister und bestimmt ihre Zuständigkeit, und er wählt die Minister aus und schlägt sie dem Präsidenten zur Ernennung oder Entlassung vor. Seine Vorschläge sind für den Präsidenten verbindlich. Wegen der herausragenden Stellung des Kanzlers wird das deutsche Regierungssystem auch als 'Kanzlerdemokratie' bezeichnet. Nur der Kanzler wird vom Parlament gewählt, und er allein ist diesem verantwortlich. Er kann vom Parlament durch ein 'konstruktives Mißtrauensvotum' abgesetzt werden. Gerhard Schröder (SPD) ist seit 1998 als Bundeskanzler im Amt. Seine Vorgänger waren: Konrad Adenauer (CDU: 1949 - 1963), Ludwig Erhard (CDU: 1963 - 1966), Kurt Georg Kiesinger (CDU: 1966 - 1969), Willy Brandt (SPD: 1969 - 1974), Helmut Schmidt (SPD: 1974 - 1982), Helmut Kohl (CDU: 1982 – 1998). 

Bundespräsident   Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt. Er wird von der Bundesversammlung für fünf Jahre gewählt und darf einmal wiedergewählt werden. Zu seinen Aufgaben gehören die völkerrechtliche Vertretung der Bundesrepublik Deutschland und die Ernennung und die Entlassung des Bundeskanzlers, der Bundesminister, der Bundesrichter, der Bundesbeamten und der Offiziere. Ein Gesetz tritt erst in Kraft, nachdem der Präsident es unterschrieben hat. Der Bundespräsident hat eine überparteiliche Funktion; seine politischen Mitwirkungsmöglichkeiten sind durch das Grundgesetz festgelegt.

Seit 2004 amtiert Horst Köller. Seine Vorgänger waren: Theodor Heuss, Heinrich Lübke, Gustav Heinemann, Walter Scheel, Karl Carstens, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Johannes Rau.

Bundesrat   Der Bundesrat ist die zweite Kammer des Parlaments. In ihm sind die Bundesländer vertreten. Er besteht nicht aus gewählten Volksvertretern, sondern aus 68 Mitgliedern der 16 Länderregierungen. Je nach Einwohnerzahl entsenden die Länderregierungen drei bis sechs Abgeordnete in den Bundesrat. Den Vorsitz haben turnusgemäß die Ministerpräsidenten der Länder, und zwar für jeweils ein Jahr. Der Bundesratspräsident vertritt den Bundespräsidenten, wenn dieser abwesend ist. Der Bundesrat wirkt bei der Gesetzgebung und bei der Verwaltung des Bundes mit. Verfassungsänderungen und Gesetze, die Interessen der Länder berühren, benötigen die Zustimmung des Bundesrats. Der Bundesrat kann ein Gesetz, das im Bundestag verabschiedet wurde, zur weiteren Beratung an einen Vermittlungsausschuß verweisen oder ganz ablehnen. Der Bundesrat hat also ein wichtiges Mitspracherecht bei der Verabschiedung von Gesetzen, zumal im Bundesrat andere Mehrheitsverhältnisse herrschen können als im Bundestag.

Bundesregierung  Die Bundesregierung (auch 'Kabinett' genannt) besteht aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern. Die Minister werden auf Vorschlag des Kanzlers vom Präsidenten ernannt. Sie leiten nach den Richtlinien, die der Kanzler bestimmt, den ihnen zugewiesenen Geschäftsbereich ('Ressort') selbständig und in eigener Verantwortung.

Bundesrepublik Deutschland  Nach dem Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland ein Bundesstaat, der von einzelnen Bundesländern gebildet wird. Sie entstand 1949 im Zuge der Teilung Deutschlands als einer von zwei deutschen Staaten. Seit der Vereinigung dieser beiden Staaten am 3. Oktober 1990 besteht die Bundesrepublik Deutschland aus 16 Bundesländern. Als Bundesstaat hat Deutschland eine föderative Struktur; d.h., die Bundesländer sind eigenständige Staaten mit eigenen Verfassungen. Sie üben vor allem die Kulturhoheit aus. Außerdem sind sie u.a. für die Verwaltung, das Kommunalrecht und die Ordnungsbehörden zuständig. Der Bund - die zentrale Regierung - dagegen ist z.B. für das Bundesfinanzwesen zuständig, und er verwaltet u.a. den Auswärtigen Dienst, die Bundeswehr und den Bundesgrenzschutz. Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin.

Bundesversammlung  Die Bundesversammlung tritt nur zusammen, um den Bundespräsidenten zu wählen. Sie besteht aus den Bundestagsabgeordneten sowie einer gleich großen Zahl von Delegierten, die von den Länderparlamenten ge- wählt werden. Eine einfache Mehrheit der Stimmen genügt zur Wahl des Präsidenten.

C

C & A    C & A steht für Clemens und August Brenninkmeyer, die 1841 in dem kleinen Dorf Sneek in Nord-Holland die Firma C & A Brenninkmeyer gründeten. 1861 eröffneten die Brüder auf dem Osterdijk in Sneek ihr erstes Ladenlokal. C & Afcesitzt über 540 Geschäfte in zwölf Ländern Europas.

C + M + B    Am 6. Januar jeden Jahres pflegen in katholischen Regionen Sternsinger unterwegs zu sein. Am Tage der Heiligen Drei Könige schreiben sie über die Tür: C + M + B. Das könnte zwar für Caspar, Melchior und Balthasar stehen, tut es aber nicht. Es bedeutet: Christus Mansionem Beneficat, Übersetzung: »Christus segne das Haus!«

Cebit   Alljährlich im März findet sie statt: die größte Computermesse der Welt mit Namen Cebit. Der steht für Centrum für Büro-, Information«- und Telekommunikationstechnik. Die zweite Silbe von Cebit spielt natürlich auf Computer-Bits an. Das Wort ist die Verkürzung des englischen binary digit und bedeutet »Binärziffer, Zweierschritt«. Hintergrund ist die >Dummheit< von Computern: Sie kennen im Grunde nur die Ziffern Null und Eins.

Deiche Als Ausläufer des osteuropäischen Flachlands schiebt sich das Norddeutsche Tiefland von Osten nach Westen zwischen die Küsten von Nord- und Ostsee im Norden und den Rand der Mittelgebirge im Süden. Das Land ist flach und hauptsächlich Agrargebiet. Um den fruchtbaren Boden zu schützen, wurden zahlreiche Deiche gebaut. Durch Sturmfluten hat sich die ursprünglich geschlossene Dünenküste in Inselreihen aufgelöst. Die Ost- und Nordfriesischen Inseln, die das Wattenmeer vom Festland trennt, sind beliebte Erholungsgebiete. Die Insel Helgoland liegt 60 km vor dem Festland in der Nordsee. Mit rd. 926 qkm ist Rügen in der Ostsee die größte deutsche Insel.

Deutsch (die Sprache)  Das Deutsche ist eine germanische Sprache und am nächsten mit dem Niederländischen, Friesischen, Englischen und den skandina- vischen Sprachen verwandt. Deutsch ist Muttersprache in Deutschland, Österreich und einem Teil der Schweiz. Außerdem ist Deutsch in Luxemburg, Belgien, Frankreich (Elsaß-Lothringen) und in Italien (Südtirol) verbreitet. Deutsche „Sprachinseln“ gibt es in Osteuropa, besonders auf dem Balkan und in Polen in Pennsylvanien/USA, im Westen Kanadas, in Mittel- und Südamerika sowie in Namibia und Südafrika. Durch die Völkerwanderung entstanden germanische Einzelsprachen. Man unterscheidet einen ostgermanischen, einen nordgerma- nischen und einen westgermanischen Zweig. Aus den westgermanischen Dialekten ist das Deutsche, genauer: das Hochdeutsche, entstanden, gleichsam als Überbau über den deutschen Stammessprachen, die in den heutigen Dialekten weiterleben. Zwischen diesen Dialekten und der hochdeutschen Schriftsprache hat sich eine ge- sprochene überregionale Sprachform entwickelt, die man als Umgangssprache bezeichnet. Die deutsche Sprachgeschichte ist die Geschichte eines allmählichen Ausgleichs, der sich über Jahrhunderte hinzog, und zu dem verschiedene Stämme und auch Einzelpersonen beitrugen. In der Entwicklung der deutschen Sprache spielte und spielt der Einfluß anderer Sprachen eine wichtige Rolle.

Dialekte  Es wird zwar ein einheitliches Deutsch geschrieben und verstanden, aber durchaus nicht allgemein gesprochen. Viele Deutsche sprechen eine Mundart (Dialekt), oder ihr Deutsch ist von regionalen Besonderheiten beeinflußt. Diese Besonderheiten können sich etwa in der Aussprache oder auch im Wortschatz zeigen. Während man z.B. im Norden eher vom Sonnabend spricht, verwendet man im Süden Deutschlands das Wort Samstag. Ähnliches gilt für die Begriffe Brötchen und Semmel. Unterschiede in Wortschatz und Aussprache gibt es auch zwischen dem Deutsch, das in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland gesprochen wird. Auch in der ehemaligen DDR benutzt man zum Teil andere Wörter als in der alten Bundesrepublik. Mundarten sind nicht etwa 'unkorrektes Hochdeutsch', sondern in sich geschlossene Systeme mit eigener Grammatik, eigenem Wortschatz und eigener Aussprache. Viele Dialekte weichen erheblich von der Hochsprache ab, und je weiter die Mundartgebiete geographisch voneinander entfernt liegen, desto unwahrscheinlicher ist es, daß sich die Sprecher in ihren jeweiligen Dialekten verständigen können. Zu den bekannten Dialekten des Deutschen zählen Bairisch, Schwäbisch und Sächsisch. Dialektgrenzen sind keine Grenzen im eigentlichen Sinne. Es sind ungefähre Abgrenzungen, die auf bestimmten markanten sprachlichen Merkmalen beruhen.

Diät/Diäten    Schon die alten Griechen kannten das Wort Diät. Das lateinische diaeta wie auch das griechische diaita meinen wörtlich »Lebensunterhalt«. Bei uns steht Diät für Schonkost oder auch Abmagerungskur, bei den Griechen war mit Diät eine Lebensweise gemeint, in der Schonung und verantwortungsbewußte Ernährung im Vordergrund standen. Der Begriff Diäten meint heute Tagegelder für Abgeordnete z. B. des Bundestages. Diese Tagegelder sind um 450 v. Chr. vom griechischen Politiker Perikles eingeführt worden, damit auch ärmere Leute sich an der Politik beteiligen konnten. Die Beziehung zwischen Tagegeldern und diaita für »Lebensunterhalt« liegt auf der Hand.

Dicke Bertha  Des Feindes Alptraum war sie, die »Dicke Bertha« - ein 42-Zentimeter-Mörser aus dem Ersten Weltkrieg. Wie kommt ein Geschütz zu einem solchen Namen? Herstellerfirma war der Stahlkocher Krupp in Essen, Namensgeberin die Enkeltochter des Firmengünders Alfred und Alleinerbin Bertha (»die Glänzende«) Krupp, die später den Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach heiratete. Bertha Krupp war eine sozial engagierte Frau; sie kümmerte sich intensiv um die vom Großvater ins Leben gerufenen sozialen Einrichtungen der Firma und zog in der Villa Hügel sieben Kinder groß.

Dienstag  Die Herkunft des Namens Dienstag ist im Französischen noch erkennbar: mardi. Mardi heißt im Lateinischen martis dies, d. h. »der Tag des Gottes Mars«. Eine Inschrift aus dem 3. Jahrhundert bezeugt, daß die Germanen einen Gott namens Mars thingsus kannten; Dienstag heißt demzufolge Dingstag für »Tag des Thing«; ein Thing ist eine germanische Volksversammlung.

Ding   Das dänische Parlament heißt noch heute Folketing, »Volksversammlung«, ein Ort, an dem die Dinge des Volkes besprochen werden sollen. Thing war bei den alten Germanen die wichtigste Institution: Das Thing war gleichzeitig Volks-, Heeres- und Gerichtsversammlung.

Dobermann  Frau Dornröschen Dobermann träumt nachts von ihrem Oberarm... möglicherweise deshalb, weil ihr Hund sie Tags zuvor in selbigen gebissen hatte. Fragt sich: Wie kommt eine Hunderasse zum Namen Dobermann? »Da gab es 1850 in Apolda Hundemarkt, genau am Sonntag nach Pfingsten. Veranstalter war der «Verein zur Veredlung von Hunderacen für Thüringen» und von acht Uhr bis mittags spielte fleißig eine Blaskapelle gegen das Gebell von 100 Hunden an. Unter den Besuchern war ein kleiner Junge, der mit vor Begeisterung glühenden Wangen die Vierbeiner bewunderte. Aus dem Kind wurde ein Mann, und der bekommt eine Stellung als städtischer Steuereinnehmer, aber die Arbeit gefällt ihm nicht sehr. Er geht ins benachbarte Niederroßla, denn dort ist der Posten des Hundefängers und Abdeckereiverwalters frei geworden. Unser Mann ist Tierfreund. Nicht alle gefangenen Hunde führt er seinem «Tierkörperverwertungsbetrieb» zu. Wenn ihm ein Tier sympathisch ist, vermittelt er ihm ein Herrchen. Und daß da jedesmal ein paar Pfennige für ihn herausspringen, ist wirklich nicht der Beweggrund für seine Barmherzigkeit. Wie das bei einem Hundefänger und Hundefreund nicht anders sein kann: Er beginnt auch selbst, Hunde zu züchten, kreuzt Rassen miteinander, läßt ein Schäferhundmännchen mit einem Weimarer-Weibchen spielen, freut sich am buntscheckigen Nachwuchs. Einen seiner Hunde tauft er >Bis-marck<. Aber die Obrigkeit liebt solche Possen nicht sonderlich; er muß sich einen anderen Namen einfallen lassen. >Bisart< nennt er ihn querköpfig. Einmal gelingt ihm eine wunder volle Handerasse: wachsame, kluge, scharfe Tiere. Von einem dieser Hunde berichtet der Dorf gendarm in einem Protokoll: «Er hat sechs Vagabunden aus dem Stroh geholt (...). Fluchtversuche wurden von dem verständigen Tier sofort unterbunden». Ein Zeitungsbericht: „Der Hund zog einen Wagen von fünf Zentnern von Oberrola nach Apolda und zurück.“ Der Hundzüchter, Hundefänger macht ein gutes Geschäft aus dieser Veredlung. Fünf, sechs Wochen alte Welpen bringen ihm pro Stück drei Mark, Hündinnen dieses Alters 1,50 Mark. Goldmark. Nach der Art der Rassen befragt, die er zu so einem guten Ergebnis gekreuzt habe, verzieht unser Mann pfiffig das Gesicht. Weiß er es nicht mehr? Will es es nicht verraten? Sein Geheimnis hat er mit ins Grab genommen. Experten nehmen heute an, daß Pinscher und Deutscher Schäferhund beteiligt waren, vielleicht auch der französische Beauceron. Die Hunderasse aus Niederroßla hat sich jedenfalls einen hervorragenden Platz unter den beliebtesten Wach- und Diensthunden sichern können und ist inzwischen weltweit geschätzt. Wäre nur noch der Name des Züchters nachzuliefern: Karl Friedrich Louis Dobermann (1834-1894). Dobermann kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet »Wüterich«.

Dreigliedrigkeit (Schulen)  In Deutschland besteht allgemeine Schulpflicht; d.h. jedes Kind zwischen 6 und 15 Jahren muß eine Schule besuchen. Zuerst be- suchen alle Kinder, die dafür geeignet sind, die Grundschule. Die meisten gehen vorher einige Jahre lang in einen Kindergarten. Nach der Grundschule können die Schüler entweder die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium besuchen. Diese drei Schulformen sollen den unterschiedlichen Begabungen der Schüler Rechnung tragen. Die Dreigliedrigkeit der weiterführenden Schulen ist das Hauptmerkmal des deutschen Schulsystems. Sie gilt im Prinzip auch für die integrierte Gesamtschule. Der Übergang von einer Schulart in eine andere ist grundsätzlich möglich. In jedem Fach schreiben die Schüler - gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt - Tests oder Klassenarbeiten. Die Klassenarbeiten und die mündliche Mitarbeit entscheiden über die Fachnote, die jeweils zum Halbjahr und am Jahresende im Zeugnis gegeben wird. Die einzelnen Bundesländer besitzen die Kulturhoheit in ihrem Bereich, d.h. sie geben sich ihre eigenen Gesetze im Bereich des Schul- und Hochschulwesens, und sie bestimmen die Organisation der Theater und Museen. Jedes Bundesland hat dafür ein eigenes Kultusministerium. Ein zentrales Bundeskultusministerium gibt es dagegen nicht. Im Erziehungswesen sorgen Rahmenvereinbarungen zwischen den Bundesländern für ein gewisses Maß an Einheitlichkeit. Die Bevorzugung oder Beibehaltung bestimmter Schulformen in den einzelnen Bundesländern erklärt sich aus den unterschiedlichen politischen Richtungen der jeweiligen Länder.

 Dresden  Die Landeshaupstadt Sachsens ist als Museums- und Kunststadt weltbekannt. Der Zwinger mit der Gemäldegalerie, das Grüne Gewölbe des Museums 'Albertinum', die Semper-Oper und das Schloß locken Touristen aus aller Welt an. Berühmt ist auch die Brühlsche Terrasse mit der Katholischen Hofkirche. Dresden war einst die Residenzstadt der sächsischen Könige.

Duales System (Berufsausbildung)  Jugendliche, die eine betriebliche Berufsausbildung durchlaufen, nennt man Auszubildende [abgekürzt: Azubis], früher: Lehrlinge. Der größte Teil der Auszubildenden kommt aus der Hauptschule. In den letzten Jahren durchlaufen jedoch immer mehr Schüler mit mittlerer Reife oder Abitur eine derartige Berufsausbildung. Auch wächst die Zahl der Abiturienten, die vor dem Studium eine Berufsausbildung absolvieren.

Duales System (Entsorgung = Recycling) meint die Wiederaufbereitung von Rohstoffen. Allerorten gibt es spezielle Container, in denen getrennt Altglas, Papier, Konservendosen und Weißblech sowie Gartenabfälle gesammelt werden. Durch die Wiederverwendung dieser Rohstoffe will man die Abfallberge verringern. Schnellimbißrestaurants, die umweltschädliche Verpackungen verwenden, sind häufig der Kritik der Bürger ausgesetzt, die sich gegen Wegwerfpackungen wehren und umweltfreundliches Material fordern. 1993 übernahm die 'Entsorgungsgesellschaft Duales System Deutschland' (DSD) die Aufgabe, alle Verkaufsverpackungen zu sammeln, zu sortieren und dem Recycling zuzuführen. Recycelbares Material ist gekennzeichnet durch den sog. 'Grünen Punkt', den die DSD gegen Gebühren vergibt. Jedoch funktioniert das System nicht so wie erhofft.

Duden  Der Name des Duden geht auf den Bad Hersfelder Gymnasiallehrer Konrad Duden zurück, der am 3. Januar 1829 auf Gut Bossigt bei Wesel geboren wurde und am 1. August 1911 in Sonnenberg, heute ein Stadtteil von Wiesbaden, starb. Er gilt gemeinhin als Urvater der modernen Rechtschreibung - wichtige Vorläufer seiner Arbeit waren Martin Luther mit seiner Bibelübersetzung und die Brüder Grimm mit ihrem deutschen Wörterbuch. Duden veröffentlichte 1880 das »Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache«, das seit der 9. Auflage 1915 den Titel trug: »Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter«. Das Hauptverdienst Dudens war die Vereinheitlichung der Rechtschreibung. Die erste amtliche (also staatliche) Regelung der Rechtschreibung erfolgte auf der II. Orthographischen Konferenz in Berlin 1901. Nach nur zwei Tagen wurden am 14. September 1901 die »Regeln für deutsche Sprache und Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis« verabschiedet. Unter anderem wurde Th in vielen Wörtern zum einfachen T wie bei tun und Tor. Beim Thron blieb es bei der alten Schreibung; dies war der Wunsch Kaiser Wilhelms II.

D-Zug   Im Zeitalter von Euro- und Intercity-Zügen kennt man mitunter nicht einmal mehr die alten Abkürzungen. Während sich Eil-Zug von selbst versteht, ist der Begriff D-Zug unklar. Die Lösung ist einfach: U-Bahn konnte man ihn nicht nennen, und S-Bahnen gab es schon, als der D-Zug eingeführt wurde; also sann man auf Abhilfe: D-Zug steht für Durchgangszug - einen Zug also, der nicht an jedem Bahnhof hält.

Edeka    Edeka-Supermärkte sind heute oft nur noch am gelben „E“ zu erkennen; dahinter steht meistens Aktiv-Markt. Die heutige Lebensmitteleinzelhandelskette Edeka entstand aus mehreren Gründergenossenschaften. Eine davon und Na-mensgeberin war die E. d. K. - Kurzform von Einkaufsgenossenschaft deutscher Kolonialwarenhändler; sie wurde 1907 in Leipzig ins Leben gerufen.

Eduscho   Der Firmengründer hieß Eduard Schöpf. Er war ein Kaufmann aus dem Badischen und rief im Jahre 1924 in Bremen die Firma Eduscho ins Leben, die ursprünglich Röstkaffee per Post verschickte. Der Name des heutigen Kaffeeimperiums ist einfach hergeleitet: Aus Eduard Schöpf wird Eduscho. Die Freie Hansestadt Bremen ist noch heute die Kaffeehauptstadt Deutschlands: Mehr als die Hälfte des Kaffees, der in Deutschland verarbeitet bzw. weiterverarbeitet wird, kommt über Bremen ins Land. Das vermutlich älteste Kaffeehaus Europas wurde 1647 in Venedig eröffnet, das vermutlich älteste Kaffeehaus Deutschlands im August 1673 in Bremen; 1677 machte das erste Kaffeehaus in Hamburg auf und 1683 das erste in Wien. Die heute noch existente Kaffeesteuer wird in Bremen bereits seit April 1695 erhoben. Der Bundesfinanzminister kassiert heute über zwei Milliarden Mark an Kaffeesteuern, zusätzlich natürlich die auch auf Kaffee erhobene Mehrwertsteuer. Das Wort Kaffee ist arabisch-türkischen Ursprungs und geht zurück aufgahwe bzw. kahweh, was ursprünglich soviel wie »Kaffeetrank« oder »Wein« bedeutete. Letzte Namensgeberin ist wahrscheinlich die abessinische Region Kaffa (gehört zu Äthiopien), in der der Kaffeestrauch ursprünglich beheimatet war.

Erlkönig  Autofans wissen, daß ein Erlkönig die mehr oder weniger stark getarnte Version eines neuen Autos ist. Probefahrten finden vorzugsweise bei Nacht und Nebel statt. Gebildete Kreise erinnern sich an Wolfgang Goethes »Erlkönig«: »Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.« Der Zusammenhang zwischen Goethes Ballade und dem Auto ist einleuchtend: »Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -/Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?/Den Erlenkönig mit Krön und Schweif? -/Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. Goethes »Erlkönig« von 1782 müßte eigentlich Elfenkönig heißen; Goethes „Fehler“ ist auf Johann Gottfried Herder zurückzuführen, der ein dänisches Wort für Elfenkönig anno 1778 falsch mit Erlkönig übersetzte. Die Übertragung des Begriffs Erlkönig in die Autobranche verdanken wir der Zeitschrift »Auto, Motor, Sport« vom 19.Juli 1952. Erster Erlkönig war der Mercedes-Benz Typ 180.

Ernte 23    Eine der bekanntesten Marken des Tabakkonzerns Reemtsma war die Zigarette Ernte 23. Den Namen verdankt sie einer hervorragenden Tabakernte im griechischen Saloniki anno 1923, auf deren Grundlage Reemtsma die neue Sorte entwickelte.

Essen  Bis vor etwa zwei Jahrzehnten war diese Stadt im Ruhrgebiet von Kohle und Stahl geprägt. Inzwischen hat sich ihr Gesicht gründlich gewandelt. Von den ehemals 22 Zechengesellschaften fördert keine mehr. Stattdessen errichteten viele große Konzerne hier ihre Zentralen; 21 Großfirmen haben hier ihren Hauptsitz. An die Stelle der früheren Grob- und Knochenarbeit sind Dienstleistung und Handel, Verwaltung, Lehre und Forschung getreten. In diesem Dienstleistungssektor sind bereits mehr als 60% aller Beschäftigten tätig. Nach wie vor ist Essen allerdings die Stadt der Energie. Vier der großen fünf Energieträger haben ihre Zentralen in Essen: Elektrizität, Kohle, Gas und Fernwärme.

     


Fasching  Die im süddeutschen Raum übliche Bezeichnung für Karneval ist seit 1577 belegt. Sie geht auf eine Wortform zurück, die mit dem Fasten in Zusammenhang steht, und zwar auf das mittelhochdeutsche vastschanc, das »Ausschank« und »Trunk vor der Fastenzeit« meint. Daraus entstand später das Wort »Fasching«. Die älteste belegte Bezeichnung ist »vasnaht«. Sie taucht im »Parzival« des Wolfram von Eschenbach (erste Hälfte des 13. Jahrhunderts) auf.

Flüsse  Bis auf den Rhein und die Elbe entspringen alle größeren deutschen Flüsse den Mittelgebirgen. Sie fließen von Süden nach Norden und münden in die Nordsee oder in die Ostsee. Ausnahmen sind die großen Nebenflüsse des Rheins und die Donau, die von Westen nach Osten fließt und ins Schwarze Meer mündet. Drei Flüsse sind auch Grenzflüsse. Die zehn längsten deutschen Flüsse sind (in Kilometern; die volle Länge in Klammern ):

der Rhein        865 (1320)                 die Spree         382

die Elbe           793 (1165)                 die Ems           371

die Donau        647 (2858)                 der Neckar       367

der Main          524                            die Havel         343

die Weser        440                            die Mosel         242 (545)

die Saale         427    

Alle diese Flüsse sind schiffbar und dienen als Transportwege.

Frankfurt am Main  Was heute Bankfurt oder Mainhattan genannt wird, war im Mittelalter eine bescheidene Siedlung der Franken am Main (»Sumpfwasser«). Gegründet wurde Frankfurt 794 von Karl dem Großen und hieß zunächst Fran-conofurd für »Furt der Franken«, seit 888 dann Frankenfurt. Frankfurt liegt im Süden Hessens,wenige Kilometer von der Mündung des Mains in den Rhein, und ziemlich genau in der Mitte der Nord-Süd-Achse Deutschlands. Aufgrund ihrer günstigen geographischen Lage ist die Stadt seit dem frühen Mittelalter ein bedeu- tender Handels- und Finanzplatz. Noch heute ist Frankfurt der Verkehrsmittelpunkt Deutschlands. Die Stadt hat den größten Bahnhof und den zweitgrößten Flughafen Europas. Ein großer Binnenhafen verbindet es mit den Wasserstraßen in Deutschland. Und am 'Frankfurter Kreuz' überschneiden sich die Autobahnen von Hamburg nach Basel und von Köln nach Nürnberg und München. Frankfurt ist Mittelpunkt eines der bedeutendsten Wirtschaftsräu- me und das Finanzzentrum Deutschlands. Hier ist der Sitz der deutschen Bundesbank, hier befindet sich die wichtigste deutsche Börse, und hier gibt es über 300 in- und aus- ländische Banken. Große Ausstellungen und Messen werden regel- mäßig hier abgehalten. Außerdem ist Frankfurt das Zentrum des deutschen Buchhandels. Sehr viele Buchverlage gibt es hier, und jedes Jahr findet die große Internationale Buchmesse statt. Im Rhein-Main-Gebiet dominiert die Chemische Industrie.Direkt am Main liegen zum Beispiel die Farbwerke Hoechst. Seit 856 wurden in Frankfurt Herrscher gewählt, und im majestäti- schen Kaiserdom wurden seit 1562 die deutschen Kaiser gekrönt. In der Paulskirche tagte 1848 die erste deutsche Nationalversammlung. Im Zweiten Weltkrieg wurde Frankfurt schwer zerstört. Viele historische Gebäude im Zentrum hat man seitdem originalgetreu wieder aufgebaut; z.B. den 'Römer' und Goethes Geburtshaus.

Führerschein   Wer 18 Jahre ist, kann den Führerschein erwerben. Um auf die vielen Gefahren im Verkehr vorbereitet zu sein, muß jeder Führerscheinbewerber Fahrpraxis nachweisen. Diese erwirbt er in einer Fahrschule.Danach meldet er sich zur Führerschein- prüfung, bei der er sein theoretisches und sein praktisches Wissen unter Beweis stellen muß. In der theoretischen Prüfung muß er Prüfungsfragen beantworten. Dies wird dadurch etwas erleichtert, da man von vorgegebenen Antworten eine als die richtige ankreuzen muß. Die praktische Prüfung dauert etwa eine halbe Stunde. Über 30% aller Bewerber fallen bei der ersten Prüfung durch. Man kann die Prüfung jedoch mehrmals wiederholen. Die Strafen für 'Verkehrsvergehen' können recht hoch sein. Außerdem kann eine Nachschulung verordnet, der Führerschein (bei schweren Vergehen) für gewisse Zeit einbehalten werden und ein Eintrag in das 'Verkehrszentral-Register' in Flensburg erfolgen. Mehrere Einträge können zum Verlust des Führerscheins führen.

Fünfprozentklausel (Wahlen)  Der Bundestag wird alle vier Jahre neu gewählt. Die Abgeordneten werden in allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und gehei- men Wahlen ermittelt. Jeder Bürger, der das 18. Lebensjahr erreicht hat, ist wahlberechtigt und darf sich auch um ein Abgeordnetenmandat bewerben. Die Beteiligung an Wahlen ist freiwillig. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der sogenannten Erststimme wählt er einen Kandidaten seines Wahlkreises (Mehrheitswahl), mit der Zweitstimme eine Partei, die eine Liste von Kandidaten präsentiert (Verhältniswahl). Die Sieger in den jeweiligen Wahlkreisen stellen die Hälfte der 672 Bundestagsabgeordneten. Die andere Hälfte wird über die Landes- listen der Parteien bestimmt, proportional zu ihrem Stimmenanteil. Parteien, die weniger als 5% der Zweitstimmen erreichen, scheiden aus. Nicht miteinander konkurrierende Parteien können Listenverbindungen eingehen.

Gesamtschule  Integrierte Gesamtschulen sind Schulen, in denen Schüler ohne Zuordnung zu einer Schulart (z.B. Hauptschule oder Realschule) gemeinsam unterrichtet werden. Aber auch hier können jedoch die verschiedenen Abschlüsse des gegliederten Schulsystems (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) erworben werden. Die Schüler der Gesamtschule haben teilweise auch nachmittags Unterricht.

Gretchenfrage  Als Gretchenfrage bezeichnen wir eine entscheidende Frage. Zu verdanken haben wir diesen Begriff Johann Wolfgang Goethe und seinem »Faust«. Dort fragt in »Marthens Garten« Margarethe den Faust: »Nun sag, wie hast du's mit der Religion?« (Vers 3415) Das Wort Religion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Gottesfurcht.

Grundgesetz  Die Westmächte erteilten 1948 den deutschen Ministerpräsidenten die Vollmacht zur Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung. Diese Versammlung beschloß das Grundgesetz, das am 23. Mai 1949 verkündet wurde. Bei der Erarbeitung des Grundgesetzes wurden aus den unglücklichen Erfahrungen der Nazizeit wichtige Konsequenzen gezogen. Manche Bestimmungen lassen sich nur aus dem Bemühen verstehen, der Bundesrepublik das Schicksal der Weimarer Republikzu ersparen und ihren Charakter als freiheitlichen und sozialen Rechtstaat gegen alle Feinde der Demokratie zu sichern. Im September 1949 konstituierten sich nach vorangegangenen freien, allgemeinen und geheimen Parlamentswahlen die Organe des neuen Staates: Bundestag, Bundesrat, Bundespräsident und Bundesregierung. Mit den Pariser Verträgen erlangte die Bundesrepublik 1955 Souveränität und internationale Gleichberechtigung.

grüne Minna Umgangssprachlich werden Polizeiautos oft „grüne Minna“ genannt. In Preußen waren die Gefängniswagen dunkelgrün gestrichen, und nach 1870 bürgerte sich hierfür in Berlin die Bezeichnung grüne Minna ein, die nach 1960 auf die grüngestrichenen Polizeiautos überhaupt übertragen wurde.

Grundschule  Die Grundschule dauert vier Jahre. Die Kinder werden in den Fä- chern Deutsch, Mathematik, Sachkunde, Religion, Sport, Kunst und Musik unterrichtet; und zwar 26 - 28 Stunden pro Woche. Die Schule beginnt im allgemeinen morgens um 7.30 oder 8.00 Uhr und endet um 12.30 oder 13.00 Uhr. Meist haben die Grundschüler pro Tag 4 - 6 Schulstunden, die von kleinen und großen Pausen unterbrochen werden. Am Nachmittag haben die Schüler frei. In dieser Zeit müssen sie Hausaufgaben anfertigen und sich auf die Klassenarbeiten vorbereiten, die ab der zweiten Klasse regelmäßig stattfinden. Schüler, die einen weiten Schulweg haben, werden mit Schulbussen kostenlos transportiert. Nach der Grundschule können sich die Kinder - oder eigentlich ihre EItern - für eine von drei weiterführenden Schulen entscheiden: die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium. Etwa die Hälfte aller Grundschüler besucht die Hauptschule.Von den verbleibenden 50% entscheidet sich etwas weniger als die Hälfte für die Realschule, der Rest besucht das Gymnasium.

Guten Rutsch!  Zu Silvester wünschen wir uns einen »Guten Rutsch!« und meinen - schließlich ist Winter! – das sanfte Hinübergleiten ins neue Jahr. Dieser um 1900 entstandene Spruch – darin sind sich die Herkunftswörterbücher einig – kommt von dem Verb  »rutschen«. Doch es gibt auch noch eine gänzlich andere Erklärung, und die meint: »Der Neujahrswunsch Guter Rutsch entstammt einer Verballhornung des hebräischen Wortes rosh – Kopf, Haupt, Spitze; daher hebräisch rosh ha shanah = Spitze des Jahres im Sinne von Neujahr; aus rosh wurde übers Jiddische Rutsch. Also bedeutet Guter Rutsch sowohl den Wunsch, das neue Jahr möge für den Bewünschten einen guten Anfang nehmen, wie auch, er möge für alles, was das neue Jahr bringe, einen guten und klaren Kopf haben.

Gymnasium   Der Besuch des Gymnasiums dauert 9 Jahre (von Klassen 5 bis 13) und und schließt mit dem Abitur (Reifezeugnis) ab. Das Abitur (=die Reifeprüfung) ist die Voraussetzung für ein Universitätsstudium. Zunächst besuchen die Schüler das Gymnasium (oder den gymnasialen Zweig einer Gesamtschule) bis zur 10. Klasse. Die drei obersten Klassen (11 bis 13) des Gymnasiums werden auch Sekundarstufe II genannt. Hier versucht man, die individuellen Interessen der Schüler im Hinblick auf deren späteres Berufsziel stärker zu berücksichtigen. Abgesehen von einigen Pflichtfächern können die Schüler selbst bestimmen, welche Fächer sie wie intensiv lernen. Sie selbst entscheiden, ob sie ein Fach als 'Grundkurs' oder als 'Leistungskurs' belegen wollen. Jeder Gymnasiast muß mindestens zwei Fremdsprachen lernen. Die erste Fremdsprache ist meistens Englisch. Im 7. Schuljahr kommt eine zweite Fremdsprache hinzu; z.B. Latein oder Französisch. Ab dem 9. Schuljahr können die Schüler wahlweise auch eine dritte Fremdsprache erlernen. Unterschiedliche sachliche Schwerpunkte werden in den verschiedenen gymnasialen Typen gesetzt. Während die alt- und neu- sprachlichen Gymnasien Sprachen (meistens 3) bevorzugen, sind es bei den naturwissenschaftlichen Gymnasien Mathematik, Physik, Biologie usw. Da es viel mehr Abiturienten als Studienplätze gibt, haben die Universitäten für viele Fächer eine Aufnahmebeschränkung - den sog. 'Numerus Clausus' - eingeführt. Die Studenten müssen einen bestimmten Notendurchschnitt im Abiturzeugnis erreichen, um zum Studium für das betreffende Fach zugelassen zu werden. Im Gymnasium findet zum Teil auch nachmittags Unterricht statt. Anstelle der traditionellen Noten wird meist ein Punktesystem verwendet, um die Chancengleichheit zu erhöhen und der Bewertung mehr Spielraum zu geben. Da die Aufnahmebedingungen für die Realschule und das Gymnasium in den letzten Jahren immer mehr gelockert wurden, hat sich der Prozentsatz der Schüler, die diese Schulen besuchen, ständig erhöht.

Hamburg   Die freie Hansestadt Hamburg ist Deutschlands größter Seehafen und ein bedeutender Handelsplatz. Hamburg genießt den Ruf als Wirtschaftsmetropole, Handels- und Verkehrszentrum, aber auch als Stadt der Medien und Kultur. Fläche: 755 qkm / Einwohner: 2 Millionen (2.251 Einwohner je qkm) / Parlament: die auf 4 Jahre gewählte Bürgerschaft / Exekutive: der Senat

Verwaltungsgliederung: 7 Bezirke. Hamburg, 'Deutschlands Tor zur Welt', liegt rund 120 km oberhalb der Mündung der Elbe in die Nordsee. Mit ca. 2 Millionen Einwohnern ist Hamburg die zweitgrößte Stadt in der Bundesrepublik. Hamburg ist der wichtigste Handelshafen Deutschlands und kann auch von großen Seeschiffen angelaufen werden. Das Hafengebiet umfaßt 75 kmІ, davon sind 16 kmІ Freihafen. Jährlich laufen hier rund 29.000 Schiffe ein und aus. Sie bringen Getreide, Baumwolle, Erz usw. und nehmen fertige Industrieprodukte wieder mit, z. B. Maschinen und Autos. Ein großer Teil des deutschen Exports geht über Hamburg. Neben den für eine Hafenstadt typischen Industriezweigen wie Raf- finerien, Werften und Veredelungsbetrieben für ausländische Roh- stoffe besitzt Hamburg eine vielseitige Verbrauchsgüterindustrie. Hamburg ist auch eine wichtige Pressestadt.9 Millionen Zeitungen werden hier täglich gedruckt. Davon werden 500.000 in der Stadt selbst verkauft. Und jede Woche verlassen 40 Millionen Wochen- zeitungen und Illustrierte die Verlage. Auch die Deutsche Presseagentur hat ihren Hauptsitz in Hamburg. Hamburg nennt sich wie Bremen und Lübeck noch heute mit Stolz 'Hansestadt' und hat eine ganz ähnliche Entwicklung durchlaufen. Die Stadt wurde im frühen 9. Jahrhundert gegründet, ist also etwas jünger als die Rivalen, hat diese aber im Lauf der Jahrhunderte weit überflügelt. Im 19. Jahrhundert wurde es zur zweitgrößten deutschen Stadt neben Berlin.

Hamburger   Der Name des beliebten Fast-food-Klassikers geht nicht - wie manche meinen - auf das englische Wort harn für »Schinken«, sondern tatsächlich auf die Freie Hansestadt Hamburg zurück. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Deutsche nach Amerika aus, und zwar über Hamburg. Diese Einwanderer verbreiteten das in Deutschland beliebte Brötchen auch in den USA, durchgeschnitten und mit Belag aus Fleisch. Auf der Weltausstellung in St. Louis im Jahre 1904 soll sich das Fleischbrötchen zu einem regelrechten Renner entwickelt haben. Amerikanische Fast-food-Ketten wie McDonald's brachten das Nahrungsmittel dann wieder als Hamburger nach Europa zurück.

Hammelsprung  Wenn bei einer nicht namentlichen und nicht geheimen Abstimmung im Bundestag nicht erkennbar war, wer die Mehrheit hatte, wurde ein sogenannter Hammelsprung durchgeführt: Die Abgeordneten verließen den Bundestag durch zwei unterschiedliche Türen, die für Ja bzw. Nein standen. So ließ sich das Abstimmungsergebnis genau ermitteln. Den Begriff verdanken wir einer Tür im Berliner Reichstagsgebäude: Diese ziert eine Intarsienarbeit, die einen von Odysseus geblendeten Zyklopen zeigt, der seineWidder zählt, indem er sie durch seine Beine hindurchlaufen läßt Der Begriff in seiner heutigen Bedeutung entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Daß es heute keinen Hammelsprung mehr gibt, hat einen einfachen Grund: Automatische Abstimmungsmaschinen, bei denen die Abgeordneten nur auf Knöpfe drücken müssen, ermitteln ein absolut genaues Abstimmungsergebnis.

Handy-Deutsch  Seit sich der Mobilfunk durchgesetzt hat,weiß jeder, was ein Handy ist. Aber was soll man anfangen mit Begriffen wie GSM, SIM, Provider, PIN, Prepaid oder gar PUK? Der Reihe nach: GSM ist die Abkürzung von Global System for Mobile Communications, zu deutsch: weltweites Netz für beweglichen Gedankenaustausch. Die SIM-Karte ist ein kleiner Chip, auf dem alle Mobilfunk-Daten des Handy-Besitzers gespeichert sind; SIM steht für Subscriber Identification Module, deutsche Übersetzung: Unterschreiber-Identifikations-Modul. Provider (»Versorger«) sind entweder die großen Netzbetreiber selbst oder Subunternehmen, die ein bestimmtes Kontingent an Netzverbindungen (genannt Airtime) erwerben und an die Endkunden weiterverkaufen. PIN steht für Personal Identification Number, die persönliche Identifikationsnummer, vulgo Geheimzahl, die nötig ist, damit nicht jeder Zugriff auf das Handy des anderen hat. Wer den Fehler macht, dreimal hintereinander die falsche PIN einzugeben, setzt sein Handy außer Betrieb. Abhilfe schafft dann nur noch der PUK, und das steht für Personal Unblocking Key (»persönlicher Entblockierungsschlüssel«) und wird auch Super-PIN genannt. Wer den Bereich seines angestammten Mobilfunknetzes verläßt, wird automatisch in andere Netze eingebunden; das nennt man Roaming (»umherstreifen«). Alle Handys können eine Mailbox (»Briefkasten«) aktivieren, die nichts anderes ist als ein automatischer Anrufbeantworter, der aber nicht auf dem Schreibtisch steht, sondern beim Netzbetreiber. Wer keine monatliche Rechnung bekommen möchte, kann mittels sogenannter Prepaid-Karten    (»Vorwegbezahl-Karten«) telefonieren, die im Prinzip nichts anderes sind als gewöhnliche Telefonkarten mit einem bestimmten Guthaben. Eine Twin-Card (»Doppel-Karte«) ist eine doppelte SIM-Karte. Wird das Handy aus- und das Autotelefon eingeschaltet, gehen alle Anrufe auf dem Autotelefon ein bzw. umgekehrt. In England heißen Handys portables (»Tragbare«), in Italien te-lefonino (»kleines Telefon«). Ende 1999 breitete sich ein neuer Trend vor allem unter jungen Handy-Benutzern aus: das Verschicken von Textmeldungen, genannt SMS. SMS steht nicht für »Schick's mir schnell!«, sondern für Short Message Service (»Kurznachrichtenservice«). Dazu entstand auch rasch das passende Verb: simsen. Nächster Trend: mit dem Handy ins Internet qua WAP. WAP ist die Abkürzung von Wireless Application Protocol (»drahtloses Anwendungsprotokoll«), mit dessen Hilfe man im Internet surfen oder browsen (»stöbern«) kann. Der Nachfolger des Systems GSM heißt UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), deutsche Übersetzung: weltweites mobiles Fernverständigungssystem.

Hanomag  Mit dem Markennamen Hanomag assoziieren wir nur noch Lkws, dabei war die Firma vor Jahren auch ein bekannter Automobilhersteller. Gegründet wurde Hanomag 1825 als Maschinenfabrik und stieg erst 1924 in den Automobilbau ein. Ihr erstes Auto baute sie zwischen 1925 und 1928 -in einer für damalige Verhältnisse riesigen Stückzahl: 15000. Dieses Auto hieß offiziell Hanomag 2/10 PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Es hatte weder Tritt bretter noch ausladende Kotflügel. Seine Form läßt sich etwa so beschreiben: in der Mitte ein Kasten, vorn und hinten nach unten abfallendes rundes Blech. Es hatte nur einen Scheinwerfer und einen Scheibenwischer - mit zwei Wischblättern: eines für außen, eines für innen. Wie zum Ausgleich verfügte es über zwei Hupen. Den Prototyp für dieses Auto hatte ein Berliner namens Fidelis Böhler gebaut. Im Volksmund hieß das Auto Kommißbrot - wegen der irritierenden Form - und man dichtete dazu noch einen Spottvers: »Zwei Kilo Blech, ein Kilo Lack, fertig ist der Hanomag«. Der Name Hanomag ist die Kurzform von Hannoversche Maschinenbau AG in Hannover-Linden. Der Begriff Prototyp kommt aus dem Griechischen: protos für »der erste« und typos für »Muster, Gestalt, Vorbild«.

Hanse  Die Autokennzeichen HB, HH, HL und HRO stehen  für die Hansestädte Bremen, Hamburg, Lübeck, Rostock. Die Bremer legen Wert darauf, daß Bremen offiziell »Freie Hansestadt Bremen« heißt; Hamburg nennt sich offiziell noch vornehmer: »Freie und Hansestadt Hamburg«. Die mittelalterliche Hanse war ein großer und bedeutender Städtebund, der im Jahre 1356 als Vereinigung norddeutscher Kaufleute entstand. Für über 200 Jahre war die Hanse politisch wie wirtschaftlich im Nord- und Ostseeraum von überragender Bedeutung. Entscheidend für den Niedergang der Hanse war die Verlagerung der Haupthandelswege nach Westen infolge der Entdeckung Amerikas 1492. Der Begriff Hanse kommt aus dem althochdeutschen hansa (»Kriegerschar, Gefolge«) bzw. aus dem Gotischen hansa (»Schar, Menge, Kohorte«). Der Name der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa ist natürlich bei der Hanse geborgt.

Hanuta    Klein, viereckig und zwischen zwei Waffeln gepreßte p Schokolade - das ist Hanuta. Der Name ist gebildet aus Haselnuß, dem englischen nut für »Nuß« und Tafel, also die Kurzform von Haselnußtafel.

Haribo   »Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso« – diese Reklame für Gummibärchen ist sehr bekannt. Zur Geschichte von Haribo ein Blick in die Annalen der Firma: Als Sohn von Peter und Agnes Riegel wurde am 3. April 1893 in Friesdorf bei Bonn ein gewisser Hans Riegel geboren. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Bonbonkocher, machte sich 1920 selbständig und ließ am 13. Dezember desselben Jahres die Firma Haribo ins Handelsregister der Stadt Bonn eintragen. Haribo steht für Hans Riegel aus Bonn. Die beliebten Haribo-Goldbärchen hießen früher Teddybären und seit ihrer Erfindung durch Hans Riegel 1922 zunächst Tanzbär. Der heutige Standardgoldbär ist 2,2 cm hoch und wird aus folgenden Zutaten hergestellt: Glukosesirup, Zucker, Gelatine, Dextrose, Zitronensäure und Aromastoffen. Die Farbstoffe der Haribo-Gummibärchen entstammen seit Ende der 80er Jahre der Natur, und zwar aus Mischungen von schwarzer Johannisbeere (Cassis), Orange, Zitrone und Kiwi. Aus den Fabriken von Haribo werden täglich an die 70 Millionen Goldbärchen in alle Welt verschickt. Einer der bekanntesten Gummibärchen-Fans ist Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, von dem es heißt, er habe bei seinen vielen Flugreisen um die ganze Welt stets Haribo-Goldbärchen bei sich gehabt. Ein anderer Liebhaber der Bärchen war Kaiser Wilhelm II., der sich jene Süßigkeiten gleich kistenweise ins niederländische Exil schicken ließ. Er bezeichnete die Gummibärchen einmal als »das einzig Gute, was die Republik hervorgebracht hat«.

Hauptschule  Etwa die Hälfte der Grundschüler besucht die Hauptschule. Sie dauert 5 (in einigen Bundesländern 6) Jahre und soll insbesondere auf praktische Berufe vorbereiten. Im allgemeinen ist eine Fremdsprache ab Klasse 5 (meistens Englisch) Pflicht. Die Mehrzahl der Hauptschulabsolventen beginnt eine Lehre und besucht gleichzeitig eine Berufsschule. Der Übergang in eine andere weiterführende Schule ist während und besonders nach der Zeit in der Hauptschule möglich, was von immer mehr Schülern genutzt wird.

HB  HB ist bis heute eine der bekanntesten deutschen Zigarettenmarken. HB ist die Kurzform von Haus Bergmann.

Hessen   liegt geographisch fast in der Mitte Deutschlands. Der große inter- nationale Flughafen von Frankfurt hat Hessen zum Einfallstor für Reisende aus aller Welt gemacht. Auch die Bundesbank hat dort ihren Sitz. Fläche: 21.114 qkm / Einwohner: ca. 6 Millionen (282 Einwohner je qkm) / Landeshauptstadt: Wiesbaden / Parlament: der auf 4 Jahre gewählte Landtag / Exekutive: die Landesregierung / Verwaltungsgliederung: 3 Regierungsbezirke; 5 Stadtkreise, 21 Landkreise. Das Bundesland Hessen liegt in der Mitte Deutschlands. Zwischen den Bergzügen Odenwald und Taunus breitet sich die Rhein-Main- Ebene aus, wo sich mit der Metropole Frankfurt einer der bedeu- tendsten Wirtschaftsräume Deutschlands entwickelt hat. Landschaftlich reizvoll zwischen Taunus und Westerwald liegen im oberen Lahntal die Universitätsstädte Marburg und Gießen sowie die Stadt Wetzlar, bekannt durch optische Industrie. Am Taunusrand entspringen viele Mineralquellen, an denen Heilbäder entstanden sind. Die Landeshauptstadt Wiesbadenist das bedeutendste. In Hessen treffen sich Autobahnen, Eisenbahnen und Schiffahrtswege, und der Frankfurter Flughafen ist eine Drehscheibe des europäischen Luftverkehrs. AlIe 3 Minuten starten oder landen dort Flugzeuge aus aller Welt. Das Schwergewicht der industriellen Produktion liegt auf Chemie, Elektrotechnik, Gummi- und Lederwaren, Maschinen- und Automo- bilbau. Ein weiteres Industriezentrum mit Maschinen-, Waggon-, Lokomotiv- und Automobilbau hat sich um Kassel in Nordhessen gebildet. In den zum Teil lößbedeckten, fruchtbaren Senken nördlich des Mains werden Getreide-, Gemüse- und Zuckerrübenanbau betrie- ben, in den höheren Berglagen Wald- und Viehwirtschaft. Die Bergstraßen südlich von Darmstadt und der Rheingau gehören zu den besten deutschen Obst- und Weinbaugebieten. Historisch hat Hessen als Land nur kurze Zeit eine wichtige Rolle gespielt, nämlich im 16. Jahrhundert, als der hessische Landgraf Philipp der Großmütige einer der politischen Führer der Reformation wurde. Vorher und nachher war es fast immer territorial zersplittert. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die alten hessischen Gebiete zum Land Hessen wiedervereinigt. Dagegen erlangte Frankfurt , schon früh Bedeutung. In der Paulskirche erarbeitete 1848/49 die Nationalversammlung einen ersten Verfassungsentwurf.

Homa Gold   Homa Gold ist eine Margarine, deren Grundbestandteil Sonnenblumenöl ist. Homa Gold ist der Name eines Produktes der Firma Homann, das goldgelb ist.

HUK    Einer der großen deutschen Versicherungskonzerne heißt HUK. Die HUK wurde 1933 in Erfurt gegründet und bot ursprünglich lediglich eine Kfz-Haftpflichtversicherung an, und zwar nur für Beamte. So erklärt sich auch der Name: Haftpflicht-Unterstützungskasse kraftfahrender Beamter Deutschlands auf Gegenseitigkeit in Coburg.

Humbug  Das Wort Humbug für Unsinn oder Schwindel klingt urdeutsch, kommt aber aus dem Englischen und hat dort dieselbe Bedeutung wie im Deutschen.

Hundstage  Als Hundstage bezeichnen wir die Zeitspanne zwischen dem 23. Juli und dem 23. August. Die alten Griechen dachten, die hochsommerliche Hitze habe ihre Ursache darin, daß die Sonne in diesem Zeitraum ihren Stand in der Nähe des Sterns Sirius habe. Da der Stern Sirius auch Hundsstern genannt wird, erklärt sich die Bezeichnung Hundstage.

Jeans  Der Anfang des 19. Jahrhunderts aus Bayern in die USA ausgewanderte Jude Levi Strauss schneiderte für die Goldgräber in Kalifornien Arbeitshosen, die möglichst strapazierfähig sein sollten. Daher die Nieten an den Hosentaschen, und daher auch der Name Nietenhosen. Nach dem Erfinder der Jeans werden sie oft auch Levi's genannt (sprich: Lieweis; oft falsch Läwwis ausgesprochen). Diese Arbeitshosen ließ Levi Strauss ab 1853 in Serie herstellen, ihr Stoff stammte ursprünglich aus der französischen Stadt Nimes (»aus Nimes« gleich de Nimes), woraus sich sein Name Denim entwickelte. Die Stadt Genua war früher ein bekannter Hafen für die Ausfuhr von Tuchen; der Name Jeans ist eine angelsächsische  Verballhornung von Genua.

Jugendherberge Deutschland ist das Ursprungsland der Jugendherbergesbewegung. Nahezu 600 Herbergen stehen Jugendlichen, aber auch Familien offen. Sie können dort zu verbilligten Preisen in Schlafräumen für 5-6 Personen übernachten. Die Mahlzeiten sind dort auch viel preisgünstiger als in einem Restaurant oder einer Cafeteria. In den Jugendherbergen trifft man Jugendliche aus aller Welt. Viele deutsche Jugendliche werden Mitglied im deutschen Jugendherbergsverband. Meist erwerben sie auch die internationale Mitgliedschaft, die ihnen die Benutzung ausländischer Herbergen ermöglicht. Die Anmeldung ist problemlos. Meist genügt die Ausfüllung eines Formulars in einer Jugendherberge.

Kabarett  Das Wort Kabarett wird meistens mit Kleinkunstbühne oder auch Nachtlokal übersetzt. Die schönen Namen »Schall und Rauch« beziehungsweise »Elf Scharfrichter« trugen die ersten deutschen Kabaretts. Alle eröffneten 1901. Unschwer zu erkennen, daß kabarett ein französisches Wort ist; es bedeutete ursprünglich »Schenke«.

Kaiserschmarren  Den Begriff Kaiserschmarren verdanken wir Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898), der berühmten Sissi, Gemahlin des österreichischen Kaisers Franz Joseph (1830-1916). Die Köche der Wiener Hofburg baten 1854 die frisch gebackene Kaiserin, a neue Möhlspeis (österr) (=eine neue Mehlspeise) nach ihr benennen zu dürfen. Die schlankheitsbewußte Sissi lehnte dankend ab, aber ihr Gemahl sprang höflicherweise ein. Das Wort Schmarren kennen wir vornehmlich in der bayerischen Variante »So a Schmarr'n!«, der zum Ausdruck bringen soll, daß man etwas für belanglos oder für Unsinn hält. Vermutlich machte die Bekanntheit der einfachen Mehlspeise sie zu etwas Wertlosem.

Kaiserschnitt  Sowohl den Begriff Kaiserschnitt als auch den Herrschertitel Kaiser verdanken wir dem römischen Feldherrn und Diktator Gaius Julius Caesar. Der Herrschertitel ist eine Übernahme unserer germanischen Vorfahren, den Kaiserschnitt verdanken wir dem römischen Schriftsteller Piinius, der den altrömischen Namen Caesar damit erklärt, daß der berühmte Römer nicht auf natürlichem Wege geboren worden, sondern aus dem Leib seiner Mutter her-ausgeschnitten (caedere, caesum für »herausschneiden, ausschneiden«) worden sei. (Naturalis historia, 7,47)Piinius dürfte aber im Irrtum sein: »Vermutlich hat der Kaiserschnitt seinen Namen von der sogenannten lex regia oder lex caesarea , einem römischen Gesetz, wonach vor der Geburt verstorbenen Frauen das Kind aus dem Bauch geschnitten werden sollte, weniger um es zu retten, als um es getrennt von seiner Mutter zu begraben. Anders als viele glauben, wurde der große Julius Caesar daher auch nicht als erster Mensch per Kaiserschnitt geboren, denn seine Mutter hat die Geburt um viele Jahre überlebt. Den ersten Kaiserschnitt in Europa, bei dem die Mutter nicht starb, führte 1550 ein des Namens unbekannter Mann durch, der von Beruf Eberkastrierer war.

Kaputt  Kaputt gilt als das vielleicht deutscheste aller Wörter. Es ist so berühmt, daß russische Soldaten am 30. April 1945 in Berlin nach Hitlers Tod schnell wußten: »Gitler kaputt.«. Doch das Wort kaputt kommt aus Frankreich, und zwar von einem Kartenspiel, bei dem capot soviel bedeutet wie »besiegen«. Im Dreißigjährigen Krieg gelangte die Wendung capot machen oder caput machen für »zerstören, umbringen« dann ins Deutsche.

(Kölner) Karneval  Köllen Alaaf rufen die Kölner, wenn Karneval ist. Denn die Köl- ner sind gückliche Menschen. Das Jahr beschert ihnen neben Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter eine fünfte Jahreszeit: den Karneval, den sie auch Fastelovend oder Fasteleer nennen. Der Karneval erlaubt jedem Bürger, einmal die Grenzen der bürgerlichen Existenz zu sprengen und sich als Harlekin über die Welt und vor allem über sich selbst lustig zu machen. Drei- bis vierhundert Sitzungen und Bälle geben in der Zeit zwischen Silvester und Aschermittwoch genügend Gelegenheit dazu. Der eigentliche Karneval dauert von Sonntag bis Dienstag. Am Aschermittwoch beginnt dann die Fastenzeit. Der Termin richtet sich nach dem Datum des Osterfestes. Der Karnevalssonntag ist immer der siebente Sonntag vor Ostern. Rosenmontag ist der Höhepunkt des Karnevals. Dann findet der Umzug statt. Große Teile der Innenstadt werden für den Autoverkehr gesperrt. Entlang dem Zugweg dürfen keine Fahrzeuge abgestellt werden. Wer keinen Tribünen- oder Fensterplatz hat, sollte sich möglichst rechtzeitig einen guten Platz am Straßenrand  verschaffen. Obwohl der Zug den Dom erst gegen 15 Uhr erreicht, stehen dort die Menschen gegen 12 Uhr schon so dicht, daß man den Zugweg nur mit Mühe passieren kann. Einen Zugwegplan gibt das Verkehrsamt rechtzeitig heraus.

Kartoffel  Die Kartoffel wurde schon vor etwa 2000 Jahren in Südamerika von den dortigen Ureinwohnern angebaut. Nach der Entdeckung Amerikas durch die Spanier waren es folgerichtig auch Spanier, die die Kartoffel Anfang des 16. Jahrhunderts aus Bolivien und Peru mit nach Europa brachten. Anfang des 17. Jahrhunderts fand die Kartoffel ihren Weg über Italien nach Deutschland. In Italien wurde die Kartoffel ursprünglich nach dem Trüffel tartufulo genannt, die Deutschen machten daraus »Tartoffel« und später »Kartoffel«. So kam die Kartoffel zu ihrem Namen. In Deutschland sollte sie eine beispiellose Karriere machen - allerdings eine Karriere mit Anfangsschwierigkeiten. Wegen ihrer Blüten galt die Kartoffel auch bei uns lange nur als Zierpflanze; das Mißtrauen gegen die Wurzelknollen, –die roh wenig schmackhaft sind und roh gegessen nichts als Durchfall verursachen – war groß. Vor allem der preußische König Friedrich der Große verhalf der Kartoffel schließlich zur Durchsetzung.

Kauderwelsch Kauer war im Mittelalter ein Wort, mit dem die Tiroler Händler titulierten, die aus der Gegend der Stadt Chur (Kauer) in Graubünden (Kanton in der Schweiz) zu ihnen kamen. Die Sprache der Händler nannten die Tiroler Kauerwelsch. Sie verstanden sie nicht; daher auch die heutige Bedeutung von Kauderwelsch für unverständliche Sprache. Das Wort welsch hieß ursprünglich walish - es lebt fort bei Wallonen und Walisern - und war einfach ein Synonym für die Kelten und wurde übertragen auf die Churer Rätoromanen.

Klo   Klo ist eine Abkürzung von »Klosett«. Der Begriff kommt aus dem Französischen, und zwar von closette für »Privatraum«. Das englische Wort doset bedeutet daßelbe. Das Wasserklosett (kurz: WC) hat 1596 der Engländer John Harrington erfunden; man gab ihm kurzerhand den Namen water-doset. Bis diese Erfindung den Kontinent erreichte, sollte es fast 200 Jahre dauern. Die lateinische Wurzel des Wortes Klosett ist einfach: daudere heißt »abschließen«. Das andere Wort für WC, nämlich Toilette, stammt aus dem Französischen, wie auch der Begriff Eau de Toilette, »Morgentoilette«. Toilette kommt von toile für »Tuch, Gewebe«, und eau heißt »Wasser«. Auch im Deutschen meinte das Wort Toilette früher ein Tuch, das unter die Gegenstände zur Körperpflege gelegt wurde Später wurde aus Toilette ein Synonym für Körperpflege und die täglichen Verschönerungsarbeiten; der Begriff wurde auch übertragen auf den Raum, in dem Körperpflege betrieben wurde. Ende des 19. Jahrhunderts schließlich - im Kaiserreich ging's prüde zu - bürgerte sich der Begriff Toilette fürs Klo ein. Diese Form der Verhüllung ist ja auch heute noch üblich: »Ich muß mal...« Heißer Tip: Beim Frankreich-Urlaub nie nach einer Toilette fragen, sondern nach cabinets oder W. C. Noch ein Tip: In allen französischen Städten gibt es ein »Hotel de ville«; diese Gebäude sind keineswegs Stadthotels, sondern das Rathaus. Die deutsche Bezeichnung »Nullnull« für WC geht nicht zurück auf das gleichnamige Toilettenreinigungsmittel, sondern möglicherweise darauf, daß es früher mal Mode war, Toiletten und Toilettenhäuschen zur besseren Belüftung mit zwei runden Löchern zu versehen. Denkbar ist auch, daß die Toilette früher in Hotels das einzige Zimmer ohne Nummer war, eben das Zimmer mit der Ziffer 00.

Kerbholz  Bei Leuten, die etwas verbrochen haben, sagen wir: »Der hat was auf dem Kerbholz!«. Noch bis ins vorletzte Jahrhundert hinein gab es Gegenden, in denen - weil viele Leute nicht lesen und schreiben konnten - Schulden in zwei Stäbe eingekerbt wurden: Den einen behielt der Geldverleiher, den anderen erhielt der Schuldner. So waren die Schulden auch für Analphabeten sichtbar. Mit der Zeit bekam der Spruch dann die heutige Bedeutung.

Köln   Köln liegt in einer Tiefland-Bucht am Rhein, umgeben von Mittel- gebirgen.Das Klima ist besonders milde. Der Frühling beginnt hier fast einen Monat früher als in Hamburg oder München. Köln ist 2 000 Jahre alt. Die Stadt wurde von den Römern gegründet. Es war eine römische Kolonie. 'Colonia' ist ein lateinisches Wort und heißt Kolonie. Davon ist der Name 'Köln' abgeleitet. Köln ist, neben Frankfurt, der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Deutschlands. Der Rhein ist hier 330 m  breit. Seeschiffe können von der Nordsee bis hierher fahren Die Stadt hat 5 Rheinhäfen. Köln ist ein internationales Handelszentrum.Große Messen und Ausstellungen finden hier jedes Jahr statt. Die Stadt ist ein wichti- ger Standort der Auto-, Chemie- und Erdölindustrie, des Maschinenbaus und der Elektrotechnik. Köln entwickelt sich auch zu einem Medienzentrum. Köln ist auch als Kunststadt bekannt. Seine Museen (z.B. das neue Museum Wallraff-Richartz/Museum Ludwig und das Römisch-Germanische Museum) haben Weltruf.

Lehnwörter im Deutschen   Bis ins 12. Jahrhundert stand das Deutsche stark unter dem Einfluß des Lateinischen. Dies zeigen Wörter wie Fenster (lat. fenestra), Mauer (lat. murus), Wein (lat. vinum). Griechische Begriffe gelangten schon vor der Zeit des Humanismus ins Deutsche. Aus dem Französischen wurden bereits um 1200 Ausdrücke übernommen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Einfluss des Französischen besonders stark. Aus dieser Zeit stammen Wörter wie Möbel, Mode, Adresse. Seit Ende des 19. Jahrhunderts nimmt das Englische zunehmend Einfluß auf das Deutsche: Parlament, Sport, Streik sind Lehnwörter aus dieser Zeit. Im 20. Jahrhundert ist das Amerikanisch-Englische ganz entscheidend am Ausbau des Deutschen beteiligt. Der Einfluß beschränkt sich zwar im wesentlichen auf den Wortschatz, betrifft aber auch die Grammatik. Beispiele solcher Lehnwörter sind: Teenager, Manager, Joint venture, Musical usw.

Leica  Die Leica dürfte weltweit die vor allem bei Profis bekannteste Kamera sein. Die erste Leica enstand 1913, ging aber nicht in Serie. Erst 1925 wurde erstmals eine richtige Leica vorgestellt, und zwar auf der Frühjahrsmesse in Leipzig. Ihr Name ist leicht erklärt: Die Leica ist ein Produkt der Firma Leitz, und aus Leitz-Camera wurde Leica.

Leipzig   1015 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert  bekam er Stadt- und Marktrechte. Mit der Völkerschlacht bei Leipzig endete 1813 das Zeitalter Napo- leons. Ein gewaltiges Denkmal, das 1913 errichtet wurde, erinnert noch heute daran. Im 19. Jahrhundert wurde Leipzig zum Zentrum der deutschen Arbeiterbewegung. 1863 gründete Ferdinand Lassalle hier den 'Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein'. 1914 war Leipzig (nach Berlin, Hamburg und München) die viertgrößte deutsche Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie fast völlig zerstört. Im Herbst 1989 begannen in Leipzig die sog. Montagsdemonstra- tionen, die maßgeblich zum politischen Umsturz in der DDR bei- trugen. 100.000 Menschen demonstrierten mit dem Ruf 'Wir sind das Volk!' für demokratische Reformen. In Leipzig kreuzten sich im Mittelalter zwei bedeutende Fernhan- delsstraßen: die Via Regia führte von Frankfurt a.M. nach Polen und Rußland, die Via Imperii verband Nürnberg mit den Hansestädten im Norden. Seit dieser Zeit ist die Stadt eine bedeutende Handelsmetropole. Im 18. Jahrhundert wurde sie die führende deutsche Messestadt. Die erste Ferneisenbahn Deutschlands fuhr 1839 von Leipzig nach Dresden (115 km). Im 19. Jahrhundert hatten berühmte Verlage wie Reclam, Brockhaus, Meyer und Teubner ihren Sitz in Leipzig. Leipzig ist als Musik- und Universitätsstadt bekannt. Die berühmte Universität wurde 1409  gegründet. Hier hat, neben vielen anderen bekannten Deutschen, Goethe studiert. Die Thomaskirche und das Gewandhaus sind in der Musikwelt berühmt. Die Komponisten Bach und Mendelssohn-Bartholdy wirkten hier. In jüngster Zeit hat der Gewandhauskapellmeister Kurt Masur Berühmtheit erlangt; durch (u.a.) seinen persönlichen Einsatz wurde am 9.10.1989 grausiges Blutvergießen in Leipzig verhindert.

Leviten lesen  Dieses Synonym für eine Strafpredigt - wir kennen es in dieser Bedeutung seit dem 15. Jahrhundert - hat in der Tat zu tun mit dem Namen Levi. Allerdings nicht mit Levi Strauß, dem Erfinder der Jeans. Levi (»der Treue, der Anhängliche«) hieß - laut Bibel - einer der Söhne von Jakob und Lea. Seine Nachfahren waren eine führende geistliche Schicht, die Leviten, bei denen es Brauch war, daß ihnen alle sieben Jahre das Gesetz vorgelesen wurde. Das dritte Buch Mose trägt den Titel »Leviticus«. Sein Inhalt sind Gesetze und Kulte religiöser Art. Im Mittelalter wurde den unteren Geistlichen oftmals täglich aus dem Leviticus vorgelesen, ihnen wurden sozusagen die Leviten (vor)gelesen. Damit ergibt sich auch der Übergang zur heutigen Bedeutung: Wer eine Strafpredigt gehalten bekommt, wird energisch darauf hingewiesen, daß er sich bitte an die geltenden Vorschriften und Regeln halten möge.

Maggi   Die deutsche Niederlassung von Maggi wurde 1997 hundert Jahre alt. Der Gründer des Maggi-Konzerns war ein Schweizer namens Michael Johannes Julius Maggi, Sohn eines italienischen Einwanderers und einer Schweizerin. Der am 9. Oktober 1846 geborene Maggi übernahm nach Schul- und Berufsausbildung 1869 die Getreidemühle des Vaters in Kempttal. Auf die Idee mit den Suppen brachte ihn der Schweizer Arzt Fridolin Schuler, dessen Vortrag »Über die Ernährung der Fabrikbevölkerung und ihre Mängel« Maggi so beeindruckte, daß er gemeinsam mit Schuler auf Abhilfe sann - freilich auch, um Geld zu verdienen. 1886 gelang es ihm, aus dem Mehl von Erbsen und Bohnen eine kochfertige Fertigsuppe herzustellen, und 1887 war das Sortiment bereits auf 22 Fertigsuppen angewachsen. Der Erfinder der Fertigsuppe aber ist Julius Maggi nicht gewesen, sondern ein Koch aus Berlin namens Grüneberg, der die Erbswurstsuppe bereits einige Jahre zuvor erdacht hatte, sowie ein Herr namens Rudolf Scheller aus Hildburghausen in Thüringen. Der hatte in der Zeit der Reichsgründung ebenfalls Fertigsuppen erfunden, die er industriell herstellte und vertrieb. Daß Herr Maggi weltweit bekannt ist, geht weniger auf die Tütensuppen zurück als auf das, was ursprünglich Bouillon-Extract hieß und später in Maggi's Suppenwürze umbenannt wurde - eine Erfindung des Julius Maggi im Jahre 1886. Die Form der Maggiflasche und auch die typische gelbrote Farbgebung, wie wir sie auch heute noch kennen, sind Entwürfe von Meister Maggi selbst. Julius Maggi richtete im Jahre 1886 aus Werbegründen ein »Reclame- und Pressbureau« ein, dessen Leiter ein Herr namens Frank Wedekind war, der später als Schriftsteller und Dramatiker berühmt werden sollte. Das gesamte Sortiment des Maggi-Imperiums umfasst heute etwa 300 Artikel. Julius Maggi starb 1912. Ihm zu Ehren wird eine Gewürzpflanze, die auf den schönen Namen Liebstöckel hört, auch Maggikraut genannt.

MAN   Der Münchner Maschinenbaukonzern stellt Nutzfahrzeuge, Motoren, Druckmaschinen und Industrieanlagen her. Den meisten ist das Kürzel MAN bekannt, weil es den Kühlergrill vieler Lkw und Stadtbusse ziert. Die heutige MAN Aktiengesellschaft mit Sitz in München ist aus der Fusion der 1840 gegründeten M. A. N. mit der Gutehoffnungshütte hervorgegangen. M. A. N. steht für Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg.

Marzipan   Die Geschichte zum Namen Marzipan ist ganz nett, leider aber falsch: Die deutsche Marzipan-Hauptstadt ist Lübeck, und es heißt, sie sei im 14. Jahrhundert belagert worden. Alle Vorräte seien knapper geworden bis auf Unmengen von Mandeln und Honig. Am Namenstag des heiligen Markus seien Lübecker auf die Idee gekommen, diese Zutaten zu einem Markusbrot zu verarbeiten, das lateinisch maräpanis, das »Brot des Markus«, heißt. Da die Venezianer jedoch den heiligen Markus zu ihrem Stadtheiligen gemacht haben, behaupten auch sie, die Erfinder des Markusbrotes zu sein. Die Wirklichkeit ist etwas nüchterner: Das Marzipan ist orientalischen Ursprungs und kam um etwa 800 n. Chr. auf die iberische Halbinsel und verbreitete sich von da aus über Europa.

Mecklenburg-Vorpommern   ist vorwiegend Landwirtschaftsgebiet. An der Küste, zum Beispiel in Rostock, bestimmen jedoch der Schiffsbau und die Fischerei das Leben. Zahlreiche Badeorte ziehen jährlich viele Touristen an. Fläche: 23.838 qkm / Einwohner: ca. 2 Millionen (77 Einwohner je qkm) / Landeshauptstadt: Schwerin / Parlament: der auf 4 Jahre gewählte Landtag / Exekutive: die Landesregierung. Mecklenburg-Vorpommern liegt im Nordosten Deutschlands und grenzt  im Osten an Polen. Die Küstenlandschaft an der Ostsee ist stark gegliedert, Steil- und Flachküsten wechseln einander ab. Die Seebäder an der Küste und die Inseln Rügen,Hiddensee und Usedom sind beliebte Urlaubsziele. Von den Ostseehäfen Warnemünde und Saßnitz aus bestehen Fährverbindungen nach Däne- mark und Schweden. In der Mitte durchzieht eine große, in der Eiszeit entstandene Seenplatte das Land. Diese waldreiche und teilweise hügelige Landschaft ist eines der letzten unberührten deutschen Natur- und Vogelparadiese. Leuchttürme an der Küste warnen die Seefahrer vor Gefahren und markieren die Hafeneinfahrten. Auf der Insel Hiddensee gibt es schon seit 1306 einen Leuchtturm. Mecklenburg-Vorpommern ist durch die Backsteingotik geprägt, die im gesamten norddeutschen Raum verbreitet ist. Die Marienkirche in Lübeck war Vorbild für etwa hundert weitere Backsteinkirchen, u.a. in Schwerin, Bad Doberan, Wismar, Güstrow und Stralsund. Mecklenburg-Vorpommern ist dünn besiedelt und hat wenig Indu- strie. Schiffbau, Seehandel, Fischerei und Tourismus prägen die Küstenregion. Es war immer ein Agrarland und wurde früher das 'Land der Schlösser und Katen' genannt. Auf den vorwiegend leichten, sandigen Böden gedeihen vor allem Raps, Getreide und Kartoffeln. Die Menschen dieser Region gelten als bedächtig und zurückhal- tend. Der Zusammenbruch der Industrie und Landwirtschaft dieser Region beim Übergang zur Marktwirtschaft greift nachhaltig in das Leben der Menschen ein. Die Pferdeliebe hat in Mecklenburg eine alte Tradition. In mehreren Gestüten werden Pferde gezüchtet. Man kann hier reiten lernen oder mit Kutschen ausfahren. Sogar Ortsnamen weisen auf die Pferde- haltung hin, wie z.B. das Dorf Stuthof. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde Mecklenburg von der Sowjetunion mit dem westlich von Stettin gelegenen Teil Pommerns vereinigt. Es bestand als 'Land Mecklenburg', bevor es 1952 aufgelöst und in die drei Bezirke Rostock, Schwerin und Neubranden- burg aufgeteilt wurde. Mit der Wende 1989 forderten Mecklenburger und Vorpommern die Gründung eigener Länder. Doch die Strukturschwäche dieser Region führte schließlich zur Bildung nur eines Landes mit dem Dop- pelnamen Mecklenburg-Vorpommern. Die ehemalige Residenzstadt Schwerin ist Landeshauptstadt.

Meerrettich   Wächst nicht im Meer, kommt nicht aus dem Meer, heißt aber Meerrettich. Rettich kommt vom lateinischen radix für »Wurzel« und Meer vermutlich von »mehr«. Der Meerrettich hieße dann also eigentlich Mehr-Wurzel.

Mensa   Wenn Studenten nicht viel Geld fürs Essen ausgeben wollen, gehen sie in die Mensa, weil sie sich dort staatlich subventioniert satt essen dürfen. Das Wort ist lateinischer Herkunft und bedeutet eigentlich »Tisch, Eßtisch«, auch »Essen«. Wer sein Mittagessen in einer Kantine {italienisch cantina) einnimmt, speist nicht in einem Ristorante, sondern in einem - wörtlich übersetzt - »(Wein-)Keller« oder »Weinausschank«. Offiziere speisen bekanntlich gern im Offizierscasino. Auch Casino ist italienischer Herkunft und bedeutet eigentlich »Lustschlößchen, Pavillon, Gesellschaftshaus« oder »Bordell«. Das italienische Ristorante und das französische Restaurant erklären sich aus dem lateinischen Verb restaurare für »wiederherstellen«. Man kann ein Haus restaurieren, ebenso aber auch den Hunger stillen und damit das Wohlbefinden wiederherstellen.

Mercedes   Mercedes ist eigentlich ein weiblicher Vorname spanischer Provenienz, und zwar die Verkürzung von Festes Maria de Mercede redemptionis captivorum, ins Deutsche übersetzt: »Maria von der Gnade der Gefangenenerlösung«; mercedes heißt also eigentlich »Gnade«. Zwar mag es für manchen eine Gnade sein, in einer der Stuttgarter Nobelkarossen fahren zu können, doch der Autoname Mercedes hat einen banaleren Hintergrund. Was heute Daimler-Chrysler heißt, ist eine Gründung von CarrBenz, nämlich die Mannheimer Firma Benz & Co, aus der später die Canstatter Daimler-Motoren-Gesellschaft hervorging. Ende des 19., aber auch Anfang des 20. Jahrhunderts war es in Schickimickikreisen absolut in, bei Autorennen unter einem Pseudonym anzutreten. So zum Beispiel nannte sich Baron Rothschild Dr. Pascal, und ein Herr namens Emil Jellinek - Daimler-Vertreter in Nizza - meldete seinen 28-PS-Daimler zu einem Rennen in Nizza anno 1899 unter dem Tarnnamen Mercedes, dem Vornamen seiner Tochter, an und siegte. Daraufhin bestellte Jellinek in Canstatt weitere 36 Wagen, verlangte aber das Alleinvertriebsrecht für Österreich und Frankreich und äußerte den Wunsch, diese Autos unter dem Namen Mercedes zu vertreiben. Daimler gab sein Plazet. Diese Markenbezeichnung führte sich so gut ein, daß sie seit 1902 gesetzlich geschützt ist.

Messe   Das Wort Messe kennen wir in drei verschiedenen Bedeutungen: Messe als Gottesdienst, Messe als Offiziersmesse (Verpflegungsstätte) auf einem Schiff und schließlich Messe im Sinne von Buchmesse oder Frühjahrsmesse. In allen Bedeutungen fußt das Wort Messe letztendlich auf dem lateinischen Verb mittere für »schicken, senden«. In den Gottesdienst werden Geistliche sozusagen geschickt, um das Wort Gottes zu verkünden nach dem Motto: »Gehet hinaus in alle Welt und verkündet allen Völkern ...« Daher auch das Wort Missionar für geistlichen Entwicklungshelfer. Die Bezeichnung Missionarsstellung für das, was hierzulande beim Koitus (lateinisch coitus für »Begattung«, eigentlich »zusammengehen«) auch Normalstellung heißt, rührt daher, daß die Missionare den Menschen in den Kolonien (lateinisch colonia für »Ansiedlung«) nicht nur den Weg zu Gott zeigten, sondern auch andere Wege der Erlösung, deren Form für Eingeborene eher ungewohnt war. Der angelsächsische Mönch, der im Mittelalter die Deutschen missionierte und deshalb später »Apostel der Deutschen« genannt wurde, hieß Winfried (eigentl. Winfrid; 672 oder 673 geboren, 754 bei Dokkum in Friesland umgebracht) und mit Künstlernamen Bonifatius. Deutsche Übersetzung: »der Gutes Tuende« (bonumfacere). Dieselbe Bedeutung hat der Name des portugiesischen Fußballclubs Benfica Lissabon. So erklärt sich auch der Begriff Benefizkonzert für Wohltätigkeitsveranstaltung. Die Bezeichnung Messe für Waren- bzw. Handelsausstellung oder auch Verkaufsausstellung kommt daher, daß im Mittelalter und bis in die Neuzeit an hohen Feiertagen neben den kirchlichen Messen gleichzeitig ein Jahrmarkt abgehalten wurde. Daraus ging der Begriff Messe von Gottesdienst über auf den Jahrmarkt (Markt, der einmal im Jahr abgehalten wurde). Noch heute gibt es in vielen Gegenden dieser Republik Jahrmärkte, die den alten Zusammenhang noch im Namen tragen: Kirchweihfest (gleich Jahrestag der Einweihung einer Kirche) oder Libori-Markt. Jahrmärkte werden oft auch Kirmes genannt. Kirmes ist eine Verkürzung von Kirchweihmesse. Die Offiziersmesse hat ihren Namen daher, daß im Altfranzösischen das Wort mes neben »Botschaft« auch die Bedeutung »aufgetragene Speise« hat.

Mit Kind und Kegel   Wer mit fast dem gesamten Hausstand in Urlaub fährt, macht Urlaub mit Kind und Kegel. Was hat das Wort Kegel hier zu suchen? Nix! Die Wendung »mit Kind und Kegel« ist uralt, und Kegel meint uneheliches Kind, das im Hause der „richtigen“ Familie mit aufwuchs. „Mit Kind und Kegel“ hört sich halt besser an als „mit ehelichen und unehelichen Kindern“.

Mitropa   Ostdeutschen ist der Begriff Mitropa ohnehin geläufig, und seit der Wiedervereinigung mischt die Mitropa auch bei der Deutschen Bahn AG erfolgreich mit. Mitropa ist eine Abkürzung, und zwar für Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen AG. Das bundesdeutsche Pendant zur Mitropa war die DSG. Als die Bahn noch Deutsche Bundesbahn hieß, war DSG die Abkürzung für Deutsche Schlafwagen- und Speisewagen-GmbH; seit der Privatisierung der Bahn steht DSG für Deutsche Service-Gesellschaft der Bahn.

Mittwoch   Der Name Mittwoch bedeutet Mitte der Woche. Diese neutrale Bezeichnung wurde von der Kirche im Mittelalter durchgesetzt, um Erinnerungen an die heidnischen Götter der Germanen auszulöschen. In der englischen Bezeichnung Wednesday und dem schwedischen onstag für »Wotans-« bzw. »Odinstag« ist die Herkunft aus der germanischen Götterwelt bis heute noch erhalten geblieben.

Montag   Die Wurzel von Montag ist im Wort noch erkennbar: Mond-Tag. Dies ist eine Übersetzung des lateinischen dies Lunae (»Tag der Göttin Luna«).

München   Was heute die Hauptstadt des Freistaates Bayern ist, wurde 1158 gegründet vom Weifen Heinrich dem Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen. Vor der Gründung ließ der Herrscher die Zollbrücke des Bischofs von Freising in Unterföhring zerstören und den Markt an einen Ort verlegen, den er mit Münz- und Zollrechten ausstattete und der später München genannt werden sollte. Den Ort hat es also schon vor 1158 gegeben. 1158 wurde er apud munichen für »bei den Mönchen« genannt. München ist geprägt von der Baufreude der Wittelsbacher Herzöge, Kurfürsten und Könige, die hier über 650 Jahre residierten. Sie gaben der kulturellen Entwicklung wesentliche Impulse und schufen den Grundstock zu den berühmten Kunstsammlungen der Stadt. Zu den bekanntesten Münchner Museen gehören:das Deutsche Museum, die Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, die Neue Pinakothek, das Spielzeugmuseum im Alten Rathausturm. München liegt auf einer Hochebene vor den Alpen.Wer mit dem Zug oder mit dem Auto in den Süden reist, fährt über München. Die südliche Autobahn führt über die Alpen nach Italien. München ist mit 1,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt in der Bundesrepublik. Viele halten München für die schönste Stadt Deutschlands. Manche bezeichnen sie darum als die 'heimliche Hauptstadt'. In München findet man im Zentrum keine Wolkenkratzer. Die Münchner bewahren das historische Erbe - und bauen Modernes dazu, z.B. großzügige Fußgängerbereiche inmitten der Altstadt. Es gibt viele bedeutende Bauwerke: von der Frauenkirche, dem Wahrzeichen der Stadt, bis zum berühmten Hofbräuhaus:

N

Nationalfarben   Die Bundesrepublik Deutschland und auch die Deutsche Demo- kratische Republik wählten 1949 Schwarz-Rot-Gold als ihre Nationalfarben. Für die Herkunft dieser Farben gibt es keine eindeutige Erklärung. Im frühen 19. Jahrhundert wurden die Farben Schwarz-Rot-Gold zum Symbol der freiheitlich und deutsch Gesinnten. Zu Nationalfarben wurden sie erstmalig durch die in Frankfurt am Main tagende Nationalversammlung,die aus der – später schei- ternden – deutschen Revolution von 1848/49 hervorgegangen war. Nach 1918 wurden diese Farben auch zum Symbol der Weimarer Republik.

Nationalhymne   der Bundesrepublik Deutschland ist die dritte Strophe des Gedichts „Das Lied der Deutschen“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874); die Melodie stammt von Joseph Haydn (1732-1809):

Einigkeit und Recht und Freiheit / Für das deutsche Vaterland ! /Danach lasst uns alle streben / Brüderlich mit Herz und Hand! /Einigkeit und Recht und Freiheit / Sind des Glückes Unterpfand: /Blüh im Glanze dieses Glückes, /Blühe, deutsches Vaterland!

Nescafe   Nescafe und Nesquick sind Produkte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestle Aus Cafe und Nestle lässt sich leicht Nescafe machen. Er ist so erfolgreich, daß der Markenname Nescafe zum Synonym für lösliches Kaffeepulver geworden ist. Die Bezeichnung Nesquick für lösliches Kakaopulver ist auf dieselbe Weise entstanden: Das englische quick heißt „schnell“ und soll auf die Sofort-Löslichkeit des Pulvers hinweisen.

Niedersachsen   ist das zweitgrösste Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt Hannover ist berühmt als Messezentrum. Neben Industrieansiedlungen,die vor allem in den dichtbewohnten Gebieten zu finden sind, ist Niedersachsen ein wichtiges Landwirtschaftsgebiet.

Nivea   Wenn man Speiseöl in Wasser schüttet, schwimmt das öl auf dem Wasser. 1911 hatte ein Herr namens Oskar Troplowitz, von Beruf Apotheker und Inhaber der pharmazeutischen Laboratorien Beiersdorf in Hamburg, dieses Problem gelöst, indem er Wasser und Öle mittels Eucerit mischte und so eine schneeweiße Creme entstehen ließ. »Schneeweiß« heißt auf lateinisch niveus. Da die Creme grammatisch weiblich ist, verpasste Troplowitz ihr folgerichtig den Namen Nivea. 1912 erstmals auf den Markt gebracht, hat sich an der chemischen Zusammensetzung der Nivea-Creme bis heute fast nichts geändert

Norddeutsche Tiefebene   Als Ausläufer des osteuropäischen Flachlands schiebt sich das Norddeutsche Tiefland von Osten nach Westen zwischen die Küsten von Nord- und Ostsee im Norden und den Rand der Mittelgebirge im Süden. Das Land ist flach und hauptsächlich Agrargebiet. Um den fruchtbaren Boden zu schützen, wurden zahlreiche Deiche gebaut. Durch Sturmfluten hat sich die ursprünglich geschlossene Dünenküste in Inselreihen aufgelöst. Die Ost- und Nordfriesischen Inseln, die das Wattenmeer vom Festland trennt, sind beliebte Erholungsgebiete. Die Insel Helgoland liegt 60 km vor dem Festland in der Nordsee. Mit rd. 926 qkm ist Rügen in der Ostsee die größte deutsche Insel.

Nordrhein-Westfalen   ist das bevölkerungsstärkste Land mit etwa 17 Millionen Einwohnern. Es ist auch die bedeutendste Wirtschaftskraft, obwohl Zentren wie das Ruhrgebiet einem Strukturwandel unterliegen. Vor der Vereinigung war Bonn die Bundeshauptstadt. Mit dem Dom in Köln verfügt das Land über ein Bauwerk, an dem – mit vielen Pausen – 632 Jahre lang gebaut wurde. Fläche: 34.070 qkm / Einwohner: ca. 18 Millionen (520 Einwohner je qkm) / Landeshauptstadt: Düsseldorf / Parlament: der auf 5 Jahre gewählte Landtag / Exekutive: die Landesregierung / Verwaltungsgliederung: 5 Regierungsbezirke; 23 Stadtkreise, 31 Landkreise. Nordrhein-Westfalen liegt im Westen Deutschlands. Es grenzt an Belgien und die Niederlande. Es ist das bevölkerungsstärkste Bundesland und hat im Ruhrgebiet auch die höchste Bevölkerungsdichte. Südlich von Köln am Rhein liegt die Universitätsstadt Bonn,seit 1949 Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Diese Funktion hat es nach der deutschen Einigung an Berlin abgegeben. Die Kernzone der rheinisch-westfälischen Industrielandschaft ist das Ruhrgebiet, ein reiches Steinkohlenrevier, das lange Zeit einseitig durch Kohle-, Stahl- und Eisenerzeugung geprägt war. Inzwischen haben sich auch elektronische, chemische, Kunstfaser- und Farbenindustrie, Aluminiumverhüttung und Mineralölverarbeitung angesiedelt. Daneben gibt es Textil- und Automobilindustrie, Maschinenbau, Zement- und Glaswerke sowie Großbrauereien. Zwischen Köln und Aachen gibt es Braunkohlenvorkommen. Nordöstlich des Ruhrgebiets erstreckt sich bis zum Teutoburger Wald die Münsterländer Bucht mit der Universitätsstadt Münster als Mittelpunkt. Hier dominiert die Landwirtschaft mit dem Anbau von Weizen, Gerste und Zuckerrüben, mit Rindviehhaltung, Schwei- nemast und Pferdezucht. Die waldreichen Berge des Sauerlandes, des Siegerlandes, des Bergischen Landes und der Nordeifel im Süden Nordrhein-West- falens sind beliebte Erholungsgebiete und für die Trinkwasserversorgung lebenswichtig. Dem regen Wirtschaftsleben entspricht ein engmaschiges Verkehrsnetz, das die zahlreichen Großstädte miteinander verbindet. Dazu gehören auch die Wasserstraßen,an die Nordrhein-West- falen mit vielen Fluß- und Kanalhäfen angeschlossen ist. Die bil- ligsten Verkehrswege der Industrie sind Kanäle. Alle Industriestädte im Ruhrgebiet haben eigene Kanalhäfen und sind durch den Rhein mit der Nordsee verbunden. Duisburghat den größten Binnenhafen der Welt. Die Kanäle sind gleichzeitig Wasserleitungen für die In- dustrie, die enorme Wassermengen benötigt. Viele Fabriken und Zechen liegen an Kanälen oder haben eigene Gleisanlagen. Das Land Nordrhein-Westfalen wurde 1946 aus Gebieten gebildet, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts größtenteils zu Preußen gehörten, aber zuvor keine politische Einheit gebildet hatten.

Notensystem (Schule)   Die Notenskala in den Klassen 2 – 10 reicht von 1 bis 6. Im Oberstufengymnasium gibt es stattdessen ein 15-Punkte-System:

                Klasse 2 - 10                                                        Klasse 11 - 13

                    Note                                                                        Punkte

                       1 ´                    sehr gut                                13 - 15

                       2                              gut                                             10 - 12

                       3                    befriedigend                              7 -   9

                       4                    ausreichend                                          4 -   6

                        5                    mangelhaft                                           1 -   3

                        6                   ungenügend                                        0

Zweimal im Schuljahr, in der Mitte und am Ende, erhalten die Schüler ein Zeugnis, welches Auskunft über ihren Leistungsstand gibt. Das zweite Zeugnis enthält einen Vermerk über die Versetzung in die nächste Klasse. Zeigt ein Schüler ausreichende Leistungen in allen Fächern, so wird er durch Beschluss der Lehrerkonferenz in die nächste Klasse versetzt. Sind seine Leistungen jedoch in zwei Fächern nicht ausreichend, muß er die Klasse wiederholen. Aber er kann nach den Sommerferien auch eine Nachprüfung ablegen. Besteht er die Prüfung, wird er in die nächsthöhere Klasse versetzt.

null Bock   Statt „keine Lust“ war es zeitweise üblich, „null Bock“ zu sagen. Herkunft ist die Zigeunersprache, in der bokh „Hunger“ heißt — nach 1910 in der Bedeutung Gier, Lust in die Umgangssprache eingegangen. Ende der 60er Jahre setzte sich dann der Begriff der Null-Bock-Generation durch. Den Ausdruck „Den Bock zum Gärtner machen“, der bekanntlich benutzt wird, um auszudrücken, daß ein Unfähiger mit einer Aufgabe betraut wird, die er nicht erfüllen kann, gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert: „Ein Bock liebt Grünfutter; einen Garten hätte er schnell zerstört.“

O

Obi   Einer der größten, wenn nicht der größte Bau- und Heimwerkermarkt Deutschlands ist Obi - die Kette mit dem Biber als Logo. Offizieller Name: Obi Bau- und Heimwerkermärkte GmbH & Co. KG mit Sitz in Wermelskirchen. Der Firmengründer ist Emil Lux, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Manfred Maus am 5. November 1970 im Einkaufszentrum Alstertal in Hamburg-Poppenbüttel den ersten Obi-Markt eröffnete. Heute hat Obi fast 300 Filialen, die aber als selbständige Unternehmen im Franchisingsystem geführt werden.

Öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender    Diese Rundfunk- und Fernsehsender sind so genannte „Anstalten des öffentlichen Rechts“ und somit verpflichtet, der Allgemeinheit ein vielfältiges Informations- und Unterhaltungsangebot zu machen. Sie werden überwiegend aus Rundfunkgebühren finanziert. An zweiter Stelle stehen Einnahmen aus der Werbung. Der Anteil der Werbesendungen ist jedoch gering. Werbung wird nur in kurzen Blöcken ausgestrahlt, und Sendungen werden nicht für Werbeansagen unterbrochen. Bislang dürfen werktags nach 20 Uhr und sonntags überhaupt keine Werbesendungen ausgestrahlt werden. Es gibt zehn regionale Rundfunkanstalten, die in der ARD zusammengeschlossen sind, sowie den Deutschlandfunk und die Deutsche Welle, die ein umfassendes Bild Deutschlands im Ausland vermitteln sollen. Jeder Sender hat einen Rundfunkrat, in dem alle wichtigen Gruppen der Gesellschaft vertreten sind. Der Rundfunkrat wählt den Intendanten, den Direktor einer Rundfunkanstalt. Jeder Sender bietet in seinem Sendegebiet drei bis vier Hörfunkprogamme an, mit unterschiedlicher inhaltlicher Gewichtung. Die Rundfunkanstalten produzieren gemeinsam das 1. Fernsehprogramm und veranstalten zusammen mit dem ZDF das bundesweit ausgestrahlte Fernsehprogramm. Das Nachmittags- und Abendprogramm gestalten ARD und ZDF getrennt.

Oktoberfest   Das Münchner Oktoberfest ist das bekannteste und größte Volksfest der Welt. Sinnigerweise beginnt das Oktoberfest Ende September und müßte eigentlich Septemberfest heißen. Der Name Oktoberfest geht zurück auf den 12. Oktober 1810: An diesem Tag heiratete der bayerische Kronprinz Ludwig – später König Ludwig I. – Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Auf einer Wiese vor den Toren Münchens fand die Hochzeitsfeier statt; krönender Abschluss war ein Pferderennen, das im Jahr darauf wiederholt wurde und als Tradition bis 1938 beibehalten wurde. Die besagte Wiese wurde zu Ehren der sächsischen Prinzessin Theresienwiese genannt. 1818 kamen die ersten Schausteller, 1898 standen die ersten Bierzelte auf der „Wies'n“. „Wir gehen auf die Wies'n,“ sagen die Münchner, wenn sie das Oktoberfest meinen. In riesigen Zelten trinkt man Bier, isst Brathähnchen und hört bayerische Blasmusik. Bei guter Stimmung fangen die Leute an zu singen und zu schunkeln. Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt. Es endet am ersten Oktobersonntag.

Ordnung   Viele Ausländer halten die Deutschen für überaus ordnungsbewusst, aber die meisten Deutschen fühlen sich nicht eingeengt oder gegängelt. Sie finden es selbstverständlich, daß in einem Land mit relativ hoher Bevölkerungsdichte der Staat und die Gemeinden für ein möglichst geordnetes Zusammenleben sorgen. Das Zusammenleben ist in der Tat genauestens geregelt. Auf Schritt und Tritt findet man Schilder mit Hinweisen, Vorschriften und Verboten. Die Ladenschlusszeiten sind gesetzlich festgelegt. Es gibt sogar ein Amt für öffentliche Ordnung. Das ausgeprägte Umweltbewußtsein der Deutschen findet Ausdruck in präzisen Entsorgungsvorschriften, die im allgemeinen strikt befolgt werden. Viele Deutsche setzen sich in Bürgerinitiativen u. a. für den Umweltschutz ein. Auch der Verbraucherschutz wird sehr ernst genommen.

Otto (Normalverbraucher)  Wer den Autor Charles Bukowski kennt und dessen Vorliebe für Bier im Sechserpack, kann sich einen Reim darauf machen, warum die Amerikaner von Joe Sixpack sprechen, wenn sie Otto Normalverbraucher meinen. Was in Deutschland ein Synonym ist für den Durchschnittsverbraucher, verdanken wir dem bekannten Schauspieler Heinz Rühmann, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch als Produzent versuchte. 1948 kam sein Film »Berliner Ballade« in die Kinos und wurde ein Riesenerfolg, auch im Ausland; Hauptdarsteller: Gert Fröbe in der Rolle des Otto Normalverbrauchers. Die Komödie schildert den Überlebenskampf eines Mannes, der aus der Kriegsgefangenschaft in die geteilte Trümmerstadt zurückkehrt.

P

Pauschalreisen   Urlaub in ferner gelegenen Ländern buchen die Bundesbürger gern als Pauschalreisen in einem Reisebüro. Flug, Hotelunterkunft und Ausflüge werden nach der Auswahl aus einem Katalog bereits in Deutschland bezahlt. Die Reise wird in einer Gruppe durchgeführt. Ein Reisebegleiter ist ständig dabei.

Pechvogel   Bis in die Neuzeit hinein gab es den Beruf des Pechsieders. Pechsieder trennten Holzteer oder Harz von Fichten und Kiefern in den Pechhütten durch Erhitzen oder Destillieren von flüchtigen Bestandteilen (Pechöl) und von Wasser. Das so gewonnene Pech hatte dunkle Farbe, zersprang in der. Kälte wie Glas und diente zum Kalfatern des Schiffsrumpfes (Schiffspech), zum Steifen des Schuhmacherzwirns (Schusterpech), zum Auspichen der Bierfässer (Pichpech), zur Herstellung von wasserdichten Kitten, Terpentinöl, Kolophonium (Geigenharz), Heilsalben, Wagenschmiere, Schuh- und Lederpasten. Pech war im Mittelalter ein wichtiger, besonders in deutschen Wäldern gewonnener Handelsgegenstand. Mit siedendem Pech hat man Burgen und Städte gegen deren Angreifer verteidigt, die ihrerseits mit brennenden Pechfackeln und -pfeilen Feuer an Haus und Hof legten.« Die heutige Bedeutung von Pech geht darauf zurück, daß früher Zweige und Äste mit Pech bestrichen wurden, um Vögel zu fangen: Ein Vogel, der den Jägern so auf den Leim ging, hatte Pech gehabt und war ein Pechvogel.

Persil   1907 von der Firma Henkel erstmals auf den Markt gebracht, war Persil das erste Waschmittel, das selbsttätig wirkte. Der Name Persil ist gebildet aus Perborat und Silikat. Perborat ist ein Bleichmittel; Silikate sind Teile einer chemischen Substanz namens Monokieselsäure.

Pflegeversicherung   wurde zum 1.1.1995 eingeführt. Sie soll gegen das finanzielle Risiko einer Pflegebedürftigkeit im Alter aufgrund von Krankheit oder Behinderung absichern. Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt 1% des monatlichen Bruttoverdienstes, ab Juli 1996 1,7%. Der Anteil der Arbeitgeber wird in den meisten Bundesländern durch die Streichung eines Feiertags ausgeglichen. In den Bundesländern, die auf keinen Feiertag verzichten, zahlen die Arbeitnehmer den gesamten Betrag. Im Bedarfsfall erhält der Versicherte Zuschüsse, z.B. zur häuslichen Pflege, für den behindertengerechten Ausbau einer Wohnung oder für die stationäre Pflege.

Planwirtschaft   Die Wirtschaft der ehemaligen DDR befindet sich seit der Vereinigung im Übergang von einer zentral gelenkten sozialistischen Planwirtschaft zur Sozialen Marktwirtschaft. Mitte der 70er Jahre begann die Kombinatsbildung. Alle Industriebetriebe wurden in 220 Kombinaten zusammengefaßt. Ende der 80er Jahre waren ca. 95% der Betriebe in gesellschaftlichem (sozialistischem) Besitz, sogenannte 'Volkseigene Betriebe' (VEB). Private Betriebe gab es nur wenige. Diese rund 13.500 Betriebe mußten nach der Vereinigung privatisiert und in wettbewerbsfähige Unternehmen umgewandelt werden. Diese Aufgabe lag in den Händen der 'Treuhandanstalt', die Mitte 1994 wieder aufgelöst wurde. Rechtsunsicherheiten bei Eigentumsfragen, Personalüberschuß in den Betrieben sowie überalterte Maschinen erschwerten den Prozeß der Zusammenarbeit mit Unternehmern aus dem Westen. Viele Unternehmen aus der ehemaligen DDR erwiesen sich als nicht wettbewerbsfähig.

Private Krankenversicherung   Beamte, Selbständige und Arbeitnehmer mit erhöhtem Einkommen sind in der Regel privatversichert bei einer Krankenkasse ihrer Wahl. Privat Versicherte benötigen für den Arztbesuch keinen Krankenschein .Die Bundesbürger nehmen gern zusätzliche Versicherungen in Anspruch, wie z.B. eine Krankenhaustagegeldversicherung (um im Krankheitsfall nicht in einem Drei- oder Sechsbettzimmer untergebracht zu werden) oder eine zusätzliche Versicherung für Zahnbehandlungen (um in den Genuß des vollen Versicherungsschutzes zu gelangen, denn die Zahnbehandlung ist ebenfalls sehr teuer geworden) ab.

Prost   Prost ist die Kurzform von Prosit, und das ist ein lateinisches Wort und heißt übersetzt: »Es nütze«. Der Begriff entstammt dem akademischen Sprachgebrauch und ist der Versuch gewesen, »Zum Wohl!« ins Lateinische zu übertragen.

Presse   Die Deutschen sind ein informationshungriges Volk, das sich nicht nur aus Rundfunk und Fernsehen, sondern insbesondere aus Zeitungen und Zeitschriftenregelmäßig informiert. Es gibt rd. 1.400 Zeitungen und ca. 8.800 Zeitschriften. In Deutschland herrscht Pressefreiheit. Die Presse ist vom Staat unabhängig. Drei von vier Deutschen lesen regelmäßig eine Tageszeitung. Die Zeitungen werden überwiegend im Abonnement bezogen. Viele Familien halten auch noch eine Wochenzeitung oder eine Wochenzeitschrift, die einmal in der Woche eine Zusammenfassung der Ereignisse bietet. Wie wichtig den Deutschen die Zeitungen sind, ist auch daran zu erkennen, daß nahezu jede Schule eine Schüler- oder Schulzeitung herausgibt, in der aus der Arbeit der Schule berichtet wird. Es besteht auch die Möglichkeit, zahlreiche Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine elektronisch abzurufen.

Protestanten   Den Ausgangspunkt der Reformation bildeten Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel vom 31. Oktober 1517. Gegen den Beschluss zur Durchführung des Wormser Edikts von 1521, auf dem über Luther die Reichsacht verhängt worden war, erhoben die evangelischen Reichsstände unter Führung Philipps I. von Hessen auf dem Reichstag zu Speyer 1529 Protest, damals Protestation (kommt aus dem Lateinischen pro und testare gleich »für etwas Zeugnis ablegen« und meinte zunächst »etwas öffentlich bezeugen«, später »Einspruch einlegen«) genannt. Seitdem bürgerte sich für die Anhänger Luthers der Name Protestanten ein.

R

Radler   Das Wort Radler kennen wir als Kürzel für Radfahrer und als Bezeichnung für ein Mischgetränk, das zur einen Hälfte aus Bier, zur anderen aus Limonade (meist Zitronenlimonade) besteht. Frage also: Wie kommt ein alkoholisches Getränk zum Namen Radler? Um die Antwort zu finden, muß man Franz Xaver Kugler kennen. Der nämlich ist der eigentliche Erfinder des Radler. Franz Xaver Kugler war ein Gastronom, der in Deisenhofen – etwa 15 Kilometer von München entfernt – die Kugler-Alm betrieb, ein überaus beliebtes Ausflugslokal. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Radfahren immer beliebter, und Franz Xaver Kugler ließ einen Radweg von München quer durch den Wald zu seiner Kugler-Ahn anlegen. Dies machte sein Lokal noch populärer. An einem Samstag im Sommer 1922 ereignete sich dann ein „Drama“: Etwa 13 000 Radfahrer sollen dem Vernehmen nach – wahrscheinlich waren es allenfalls 130 – die Kugler-Alm gestürmt haben. Da die Biervorräte ohnehin zur Neige gingen, aber noch unglaublich viel Zitronenlimonade vorrätig war, mischte Franz Kugler kurzerhand Bier und Limo und präsentierte seinen Gästen das Getränk als Radlermaß, das er eigens für Radfahrer erfunden habe, damit diese nicht besoffen nach Hause fahren müßten. Das Mischgetränk machte schnell Karriere, auch über Bayern hinaus, war allerdings bis 1993 ein Getränk, das stets vor Ort zubereitet werden mußte. Erst seit der Änderung des Biersteuergesetzes, die zum l. Januar 1993 in Kraft trat, ist die Herstellung fertiger Biermischgetränke erlaubt. Kuriosität am Rande: Im fertigen Radler muß auch für den Limonade-Anteil Biersteuer gezahlt werden.

Realschule   Der zweite Typ der weiterführenden Schulen ist die Realschule. Diese Schulart bereitet die Schüler auf höherqualifizierte Berufe vor. Sie dauert 6 Schuljahre. Übergänge während dieser Zeit in andere Schularten sind möglich. Ab Klasse 5 ist eine Fremdsprache [meistens Englisch] Pflicht. Eine weitere Fremdsprache kann ab Klasse 7 gelernt werden. Der Realschulabschluß heißt auch 'mittlere Reife' oder 'mittlerer Schulabschluß' und berechtigt zum Besuch einer Fachoberschule, eines Fachgymnasiums oder zum Übergang auf ein Gymnasium in Aufbauform.

Recycling (siehe duales System)

Reinheitsgebot des deutschen Bieres   Waren es frühe ökos, die im Jahr 1516 des Reinheitsgebot des deutschen Bieres schufen, nach dem zu brauen sich bis heute jede deutsche Brauerei rühmt? Die Wahrheit ist im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig nüchterner. Das Reinheitsgebot, nach dem als Zusätze zum Bier nur Gerstenmalz, Hopfen und Malz erlaubt sind, wurde am 23. April 1516 vom bayerischen Landstädtetag in Ingolstadt erlassen. Meist wird diese älteste lebensmittelrechtliche Verordnung Herzog Wilhelm IV. zugeschrieben, der seinerzeit gleichberechtigt mit seinem Bruder Ludwig X. in Bayern regierte. Beide sprachen sich für die Durchsetzung des Reinheitsgebotes aus. Aber warum?» Was man vor 500-Jahren trank, hatte mit dem, was wir heute >Bier< nennen, so gut wie nichts zu tun. Von den Grundbestandteilen, auf die heute jeder Brauer verpflichtet ist, wurde mit einiger Verläßlichkeit nur das Wasser benützt. Die Würze bestand bei guten Bieren schon immer aus Brotgetreide: aus Gerste, Weizen oder Hafer. Manchmal wurden auch Hirse, Bohnen, Erbsen oder andere stärkehaltige Körner genommen, die sich zur Not vermälzen ließen. Hopfen war schon im 8. Jahrhundert bekannt, aber die meisten Brauer und Brauerinnen schütteten noch lange danach anderes Zeug ins Bier, um seinen Geschmack zu verändern, zu verhindern, daß es sauer wurde - und um, wenn nötig, den schlechten Geschmack von sauer gewordenem Bier zu überdecken. Aber es gibt noch weit mehr absonderliche Mitel, die da verwendet wurden: Pech und Ochsengalle, Schlangenkraut und harte Eier, Ruß und Kreide - jeder hatte sein Patentrezept, um das Bier >trincklich< zu machen. Und so >trincklich< schmeckte es dann auch.«Es kommt noch ärger: »In Europa wurde der Hopfen erst wieder von finnisch-baltischen Völkern genutzt. Von dort gelangte er allmählich in den Südwesten. Und das hatte seinen Grund: Im Mittelalter wurden die eigenartigsten Ingredienzien zum Brauen verwendet Neben allerlei Kräutern, wie zum Beispiel Rosmarin, war auch die Zugabe von Sumpfporst oder Bilsenkraut Usus. Diese enthalten jedoch recht schädliche Wirkstoffe. Räusche mit Sumpfporstbier gelten als Ursache für die sprichwörtliche >Berserkerwut< der Wikinger. Aggressives Verhalten ist jedoch nur in kriegerischen Zeiten erwünscht. In friedlicheren Tagen schätzt man ruhige Untertanen. Dies ist vermutlich der Grund, warum die Obrigkeit 1516 in Bayern das berühmte >Reinheitsgebot< erließ, darin den beruhigenden und zugleich konservierenden Hopfen zum Brauen vorschrieb und alle >aufmüpfigen< Zutaten verbot.« Nette Anekdote am Rande: »Auch die Weimarer Republik übernahm das Reinheitsgebot. Sie mußte, wohl oder übel, denn der Freistaat Bayern erklärte 1918, er werde nur dann der Republik beitreten, wenn das Reinheitsgebot im gesamten Reichsgebiet gelte.«

Reiseziele   Zu den beliebtesten Urlaubszielen im Ausland gehören Österreich, Italien und Frankreich. Hauptreiseziele innerhalb Deutschlands waren in den letzten Jahren Schleswig-Holstein und Bayern. Andere beliebte Ziele in Europa sind  Spanien, Dänemark und Schweden. Beliebte außereuropäische Reiseziele sind die USA, Kanada, die Karibischen Inseln und der Ferne Osten. Ältere Bürger und Pensionäre verbringen die Wintermonate gern im sonnigen Süden, z.B. in Mallorca oder Teneriffa, weil das Wetter um diese Zeit dort beständiger und wärmer ist als in Deutschland.

Religion   Ungefähr 85% der Bevölkerung gehören einer der beiden christlichen Konfessionen an, und zwar etwa die Hälfte der römisch-katholischen und der evangelischen Konfession. Evangelische überwiegen im Norden, Katholiken im Westen und Süden. In Deutschland gibt es keine Staatskirche. Der Staat beteiligt sich jedoch an der Besoldung der Geistlichen und übernimmt die Kosten für die Unterhaltung christlicher Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen. Der Staat nimmt auch für die Kirche die Kirchensteuer ein, und er stellt seine Universitäten für die Ausbildung der Geistlichen zur Verfügung. Will man aus der Kirche austreten, was in den letzten Jahren öfter geschieht, muß man dies nicht der Kirche gegenüber erklären, sondern einer staatlichen Einrichtung. Zum Leidwesen der Kirchen nimmt die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger sehr ab. Feiertage sind bis auf wenige Ausnahmen religiösen Ursprungs.

Die Rentenversicherung   wurde schon vor 100 Jahren eingeführt. Sie soll der arbeitenden Bevölkerung auch im Alter einen angemessenen Lebensstandard sichern. Rund 30% aller Mittel für soziale Leistungen werden hierfür (einschließlich Invaliditäts- und Hinterbliebenenversicherung) verwendet. Die Rentenversicherung wird durch monatliche Beiträge während der aktiven Arbeitszeit finanziert. Beamte zahlen keine monatlichen Rentenbeiträge. Sie erhalten vom Staat am Ende ihrer aktiven Arbeitszeit eine Pension. Steigende Lebenserwartung, sinkende Geburtenzahlen sowie hohe Arbeitslosigkeit stellen die Rentenfinanzierung vor große Probleme. Um die Altersversorgung auch weiterhin zu sichern, werden verschiedene Konzepte diskutiert.

Die Höhe der monatlichen Rente richtet sich nach der Höhe der im Laufe der aktiven Arbeitszeit geleisteten Beiträge. Die monatliche Rente wird an die allgemeine Einkommensentwick- lung in der Wirtschaft angepaßt. Rentner bekommen fast 65% des durchschnittlichen Nettoverdienstes eines Arbeitnehmers. Zusätzlich zu ihrer Rente erhalten viele Arbeiter und Angestellte nach ihrer Pensionierung ein Altersruhegeld von dem Betrieb, bei dem sie die längste Zeit ihres Lebens gearbeitet haben.

Die Höhe der monatlichen Rente richtet sich nach der Höhe der im Laufe der aktiven Arbeitszeit geleisteten Beiträge. Die monatliche Rente wird an die allgemeine Einkommensentwick- lung in der Wirtschaft angepaßt. Rentner bekommen fast 65% des durchschnittlichen Nettoverdienstes eines Arbeitnehmers. Zusätzlich zu ihrer Rente erhalten viele Arbeiter und Angestellte nach ihrer Pensionierung ein Altersruhegeld von dem Betrieb, bei dem sie die längste Zeit ihres Lebens gearbeitet haben

Rheinland-Pfalz   ist wirtschaftlich stark, besitzt aber auch landschaftlich reizvolle Gebiete. Es ist für seinen Weinanbau an Rhein und Mosel bekannt:

Städte wie Worms,Trier und die Landeshauptstadt Mainz zeugen von der über 2000-jährigen Kulturgeschichte dieser Region.

Rowenta   Der Name Rowenta steht für Haushaltsgeräte, vor allem Küchengeräte. Der Name geht auf den Firmengründer zurück: Der hieß Robert Weintraub.

RTL   Der größte bundesdeutsche Privatsender heißt RTL, hat seinen Sitz in Köln und wurde 1984 gegründet. RTL ist natürlich eine Abkürzung, aber wofür? Die Antwort ergibt sich aus einem Blick in die Geschichte des Senders. Der nämlich hatte seinen Sitz in Luxemburg, war ursprünglich ein reiner Rundfunksender und hieß Radio Luxemburg. Der Sprung in die Welt der bewegten Bilder machte daraus Radio Televi-sion Luxemburg, kurz RTL.

Ruhrgebiet   ist wirtschaftlich stark, besitzt aber auch landschaftlich reizvolle Gebiete. Es ist für seinen Weinanbau an Rhein und Mosel bekannt: Das Ruhrgebiet ist ein etwa 70 km langer und 30 km breiter Landstreifen in Nordrhein-Westfalen.Die Orte sind zu einer riesi- gen Stadt zusammengewachsen. Das Verkehrsnetz ist sehr eng. Mit 5,2 Millionen Einwohnern ist das Ruhrgebiet die am dichtesten besiedelte Regionund eines der größten Industriegebietein Euro- pa. 26% der Steinkohle und 16% des Rohstahls der EU werden hier erzeugt. Aber seit über 20 Jahren unterliegt die Ruhrwirtschaft einem Struk- turwandel:die Kohle- und Stahlindustrie wird nach und nach abge- löst von modernen Industrien wie Maschinenbau und Elektronik. Auf einigen alten Zechengeländen stehen heute Erdölraffinerien. Der Anteil des Erdöls am Energieverbrauch in Deutschland liegt bei 36%, der Anteil der Steinkohle nur noch bei 16%.Als im 19. Jahrhundert die Industrialisierung begann, nahm man auf die Landschaft und ökologischen Aspekte keine Rücksicht. Im 2. Weltkrieg wurde das Ruhrgebiet schwer zerstört. Beim Wiederauf- bau nach 1945 wurde besser geplant: das Gebiet wurde wieder grü- ner gemacht, die Städte weiträumiger, die Straßen breiter.

S

Saarland   gehört erst seit dem 1. Januar 1957 zur Bundesrepublik Deutschland. Die geographische Lage macht es zu einem Drehpunkt für den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch mit Frankreich und Luxemburg. Landeshauptstadt: Saarbrücken.

Sachsen (Freistaat Sachsen)   ist mit fast fünf Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste der fünf neuen Bundesländer. Sachsen ist stark industrialisiert. Der Braunkohlenabbau spielt eine wichtige Rolle, was große Umweltprobleme verursacht. Leipzig, die alte Messestadt, und die Landeshauptstadt Dresden mit ihren vielen Kunstwerken gelten seit dem Herbst 1989 als die Wiege der Demokratiebewegung in der ehemaligen DDR. Fläche: 18.337 km / Einwohner: 4,6 Millionen (252 Einwohner je kmІ) / Landeshauptstadt: Dresden / Parlament: der auf 4 Jahre gewählte Landtag / Exekutive: die Landesregierung. Der Freistaat Sachsen befindet sich im südöstlichen Teil der Bundesrepublik. Wegen seiner Nähe zu den großen Industriezentren in Polen und Tschechien hat das Land eine bevorzugte Stellung in Europa. Sachsen gliedert sich in vielerlei Landschaften mit einem ausgeprägten Lokalkolorit: besonders bekannt sind das Erzgebirge und das Elbsandsteingebirge. Seit jeher ist Sachsen ein industrielles Zentrum in Deutschland gewesen. Chemnitz und Zwickau sind alte Industriestandorte, Aue und Freiberg sind untrennbar mit dem Bergbau verbunden. Auch in der jüngsten Vergangenheit spielten der Maschinenbau, die Textil-, die Chemie- und Nahrungsmittelindustrie und handwerkliche Traditionen eine herausragende Rolle. Weltberühmt ist das Meißner Porzellan. Freilich hat der ökologische Raubbau verheerende Spuren gerade in der Region um Leipzig und in der Oberlausitz, aber auch in den anderen Regionen, hinterlassen. Wegen seiner Unterstützung Napoleons verlor Sachsen nach 1815 seine politische und kulturelle Bedeutung im Herzen Europas. Im 16. Jahrhundert war von Sachsen die Reformation ausgegangen. Unter der Herrschaft des Königs August des Starken (1670 -1733) erreichte das Land eine Blüte, die Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft förderte und anzog.

Sachsen-Anhalt   ist das einzige der fünf neuen Bundesländer,das keine längere Geschichte hat. Es entstand in der Folge des Zweiten Weltkrieges. Es war das Zentrum der chemischen Industrie der ehemaligen DDR und hat heute mit großen Umweltproblemen besonders im Raum Halle, Merseburg und Bitterfeld zu kämpfen. Aber der Harz sowie landwirtschaftlich genutzte Gebiete kennzeichnen Sachsen-Anhalt heute auch als ein Bundesland mit attraktiven Seiten. Von Wittenberg ging Martin Luthers Reformation aus.

Sachertorte   Die Sachertorte hat ihren Namen von ihrem Erfinder, dem Wiener Hotelier Franz Sacher (1816-1907). Der allerdings begann seine Karriere keineswegs als Hotelier,sondern als Küchenjunge. »Wien, einige Jahre nach dem Wiener Kongreß. Der Fürst Metternich hat zu einem festlichen Empfang geladen. Spät, fast zu spät, teilt man ihm mit, daß sein Konditor erkrankt sei. Ratlosigkeit erst, dann befiehlt der Fürst. Laßt mir den Küchenjungen kommen. Dieser, ein gänzlich unerfahrener Bub, kaum 16 Jahre alt, ist bald geholt. Der Fürst gibt ihm den Auftrag, irgend etwas für die Gäste anzurichten, das die verwöhnten Zungen zu kitzeln vermag. „Laß dir etwas einfallen“ spricht er mit einem Schulterklopfen. Und Franz, der Küchenjunge, läßt sich etwas einfallen. Er mischt Butter, Zucker, Mehl und Eier mit bitterer Schokolade, bäckt das Ganze zu Torten, bestreicht sein Gebäck mit heißer Aprikosenkonfitüre und glasiert mit bittersüßer Schokoladenmasse.Was hat der Junge damit angerichtet! Nicht nur die versammelte Gesellschaft ist des überschwenglichen Lobes voll, der Ruhm der köstlichen Näscherei dringt im Nu nach draußen: Erst in alle Wiener Kaffeehäuser, rasch verbreitet er sich über ganz Österreich, ja sogar über ganz Europa. Franz Sacher hat die berühmteste Wiener Torte erfunden. Sie wurde schon bald nach ihm benannt. Reporter, die ihn nach dem Rezept befragten, erhielten die Antwort: >Ach, das sind bloß ein paar zusammengewürfelte Zutaten...<  Franz Sacher wurde später zum Küchenchef des Fürsten Metternich befördert, in reiferem Alter eröffnete er eine eigene Konditorei, die noch heutigentags (als Hotel, Restaurant und Kaffeehaus) besteht und - wie kann es anders sein - noch immer an der Spitze ihres Schlemmerangebotes die Sachertorte führt.

Samstag   Auch heute noch sind beide Bezeichnungen üblich: Samstag und Sonnabend. Der Begriff Samstag geht ausnahmsweise nicht auf einen Gott zurück, sondern auf den jüdischen Sabbat (das Wort kommt also aus dem Hebräischen), d. h. den Ruhetag. Der Begriff Sonnabend meint nichts anderes als den Abend vor dem Sonntag. Früher dachten die Leute, der kommende Tag beginne bereits mit dem Abend des Vortages.

Schafskälte   Von Schafskälte sprechen wir bei einem Kälteeinbruch im Juni. Den Begriff gibt's seit dem 19. Jahrhundert, und er kommt daher, daß ein solcher Kälteeinbruch die Überlebenschancen von im Juni geborenen Schafen erheblich vermindert.

Schillerlocke   Eine Gebäckrolle, die mit Schlagsahne gefüllt ist, nennen wir Schillerlocke. Ihren Namen hat sie tatsächlich von Friedrich Schiller. Der Bildhauer Johann Heinrich von Dannecker fertigte einst eine Büste des Dichters an, und zwar mit zwei herabhängenden Locken. So kam das Gebäck zu seinem Namen.

Schlaraffenland   Mit Schlaraffenland assoziieren wir den Ort, an dem Milch und Honig fließen, kurz: das Paradies. Mit der Herkunft des Wortes hat die heutige Bedeutung nichts zu tun. Es kommt von Slur-Affe für »fauler Affe« und ist eigentlich also ein Schimpfwort. Eine Vorform des Begriffs Schlaraffenland taucht bei Sebastian Brant auf, der 1494 im »Narrenschiff« von einem »Schluraffen landt« erzählt; in einer späteren Ausgabe heißt es: »flüsz mit wein, honig und milch, wie man bey uns vom schlauraffenland fabuliert«(1539).

Schleswig-Holstein   war früher ein reines Agrarland,beherbergt aber heute nennens- werte mittelständische Industrie und ist vor allem für Touristen erschlossen. Die am meisten befahrene Wasserstraße der Welt, der Nord-Ostseekanal, liegt hier. Fläche: 15.729 qkm / Einwohner: ca 3 Millionen (171 Einwohner je qkm) / Landeshauptstadt: Kiel / Parlament: der auf 4 Jahre gewählte Landtag / Exekutive: die Landesregierung / Verwaltungsgliederung: 4 Stadtkreise,11 Landkreise. Das nördlichste Bundesland liegt zwischen Nord- und Ostsee und grenzt im Norden an Dänemark Es besteht im We- sten aus fruchtbarem Marschenland, in der Mitte aus der sandigen Geest und im Osten aus einer kuppigen Hügel- und Seenlandschaft. Der östliche Küstenbereich ist stark gegliedert und hat ausgezeich- nete Naturhäfen, denen die Landeshauptstadt Kiel, die alte Hanse- stadt Lübeck und Flensburg ihre Entstehung verdanken. Vor der Nordseeküsteliegt das 15-30 km breite Wattenmeer mit den Nordfriesischen Inseln (Sylt, Amrum, Föhr) und den Halligen. Zu Schleswig-Holstein gehört auch die aus der Nordsee aufragende Buntsandsteininsel Helgoland. Die Nordseeküste und ein Teil der Inseln werden durch Seedeiche geschützt. Die Ostseeküste sieht ganz anders aus als die Westküste. Hier fällt an vielen Stellen das Land steil zum Meer ab. Schleswig-Holstein ist landwirtschaftlichgeprägt, besonders durch Rinderhaltung und Schweinemast. Es hat eine bedeutende Nah- rungsmittelindustrie. In den Ostseehäfen dominiert die Werftindustrie. Im Süden, wo der Zugang zur Elbeund die Nähe Hamburgs günstige Standortbedin- gungen bieten, haben sich auch andere Industrien angesiedelt. Die Bäder an Nord- und Ostsee sowie die Holsteinische Schweiz sind auf Fremdenverkehr eingestellt. Besondere Bedeutung haben die Landgewinnung und der Küstenschutzan der Nordsee. Schleswig-Holstein ist ein wichtiges Durchgangsland. Der 100 km lange Nord-Ostsee-Kanal verbindet Nord- und Ostsee. Er wurde 1895 eröffnet und ist die meistbefahrene Wasserstraße der Welt. Von den Ostseehäfen führen Fährverbindungen nach Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Die kürzeste Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien ist die sogenannte Vogelfluglinie über die Insel Fehmarn. Schleswig-Holstein war ein Jahrtausend lang ein Streitobjekt zwischen Deutschland und Dänemark. Nach zwei deutsch-dänischen Kriegen kam es 1864 endgültig zu Deutschland. 1866 wurde es preußische Provinz. Die überwiegend dänische Bevölkerung im Nordteil Schleswigs entschied sich 1920 in einer Volksabstimmung für den Anschluß an Dänemark. Südschleswig, wo es eine kleine dänische Minderheit gibt, verblieb bei Deutschland. 1946 wurde Schleswig-Holstein ein selbständiges Land.

Schrebergarten   Die offizielle Definition von Schrebergärten lautet: »kleine, außerhalb von Wohngebieten gelegene Gartenparzellen, meist mit Laube, zur Selbstversorgung mit Gemüse, Obst und Schnittblumen«. Namensgeber ist ein Arzt aus Leipzig mit Namen Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808 bis 1861), der ab 1844 Leiter einer orthopädischen Heilanstalt war. Er erfand Spielplätze mit Beeten für Kinder und Gärten für Erwachsene. »Er glaubte nämlich, im Kleingarten ein gutes Mittel gefunden zu haben, die Kinder aus den Hinterhöfen und von den schmutzigen Straßen wegzubekommen und den Familien durch den Anbau von Obst ein wenig Aufbesserung der Nahrung zu verschaffen. Die Idee wurde von seinem Freund, dem Lehrer Ernst Innozenz Hauschild, 1864 durch die Gründung eines >Schrebervereins< in die Tat umgesetzt - die ersten l Kleingärten, die man bald in ganz Deutschland und in der Schweiz >Schrebergärten< nannte, entstanden allerdings erst um 1870, also neun Jahre nach Schrebers Tod.«Das Interessante an diesem Mann aber ist, daß er ein begnadeter Pädagoge war. »Dem Heile künftiger Geschlechter« gewidmet, schrieb er unter anderem ein Buch mit dem Titel: »Das Buch der Erziehung an Leib und Seele. Für Eltern, Erzieher und Lehrer«. Schreber war als Orthopäde Anhänger einer kerzengeraden Haltung. Um diese zu erreichen, erfand er geeignete Geräte zur Kindererziehung, wie ein Schulterband, ein Kinnband und einen »Geradhalter«, »der sich nach mehrfachen Proben an seinen eigenen Kindern und an den Pfleglingen seiner Heilanstalt (...) am zweckmäßigsten bewährt hat«. Auf derselben Seite vergißt Schreber nicht folgenden nützlichen Hinweis: »Der Mechanikus Joh. Reichel in Leipzig verkauft den Geradhalter (einschließlich gedruckter Gebrauchsanweisung) für 4 Mark 50 Pf.« Doch Doktor Schreber hatte wenig Glück mit seinen Erziehungsmethoden: Der ältere seiner Söhne, Daniel Gustav, beging mit 38 Selbstmord, und der zweite - der hieß Dr. jur. Daniel Paul Schreber und brachte es zum sächsischen Senatspräsidenten - landete für dreizehn Jahre in der Irrenanstalt. Letzterer schrieb ein Buch, das 1903 unter dem Titel »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken« erschien und Sigmund Freud zu der Untersuthung »Der Fall Schreber« animierte. Er soll in der psychiatrischen Literatur der am häufigsten zitierte Patient sein. Seit dem Fall der Mauer kennt man auch in den alten Bundesländern Begriffe wie Datsche oder Datscha. Der russische Ausdruck datscha steht für »Wochenendhaus«. Ursprünglich war die Datsche wohl immer ein Geschenk, denn im Altrussischen bedeutet das Wort »Geschenk (eines Fürsten)«.

Schuleignung   Um festzustellen, ob ein Kind geeignet ist, die Schule zu besu- chen, führt das örtliche Gesundheitsamt eine ärztliche Untersu- chung durch. Bestehen gesundheitliche Bedenken gegen die Einschulung, so wird das Kind erst ein Jahr später eingeschult. Außerdem führt die aufnehmende Schule einen Eignungstest durch, der ebenfalls über die Einschulung entscheidet. Zum Schulanfang erhalten alle Erstkläßler eine Zuckertüte,die den Schulbeginn versüßen soll. Auch eine Einschulung vor dem sechsten Lebensjahr ist nur nach einem bestandenen Test möglich.

Schulferien   'Schulferien' nennt man unterrichtsfreie Zeit (außer Sonn- und Feiertagen und ggf. Samstagen) an Schulen. Die Gesamtdauer beträgt während eines Schuljahres 75 Werktage. Ferien gibt es fünfmal im Jahr. Die Sommerferien werden in der Zeit von Mitte Juni bis Mitte September nach einem jährlich wechselnden System gestaffelt. Weitere Schulferien gibt es zu Ostern und zur Weihnachtszeit, sowie zu Pfingsten und im Herbst. Die Ferientermine für die Schulen der einzelnen Länder werden von der Ständigen Konferenz der Kultusminister für jedes Jahr neu vereinbart. Schüler und Studenten verbringen längere Ferien oft damit, sog. Ferienjobs zu übernehmen, um sich etwas Geld für Reisen, Anschaffungen, aber auch für das Studium zu verdienen.

Schuljahr   Das Schuljahr beginnt im August oder September nach den langen Sommerferien(6 Wochen ab Juni oder Juli). Um eine Überlastung der Straßen und Bundesautobahnen zu ver- meiden, wechseln die Bundesländer sich bei einem frühen oder späten Ferienbeginnab. Trotzdem kommt es immer wieder zu lan- gen Staus auf den Autobahnen und zur Überlastung der Flughäfen, wenn in mehreren Bundesländern gleichzeitig die Sommerferien beginnen. Zusätzlich zu den großen Sommerferien bekommen die Schüler Herbstferien (1- 2 Wochen, meist im Oktober), Weihnachtsferien (2 - 3 Wochen im Dezember/Januar) und Osterferien (2 - 3 Wochen im März/April) und Pfingstferien im Mai. Hinzu kommen die im jeweiligen Bundesland geltenden Feiertage.

Schulranzen   Der Schulranzen geht begrifflich auf das Wort Ranzen zurück, dessen Herkunft jedoch unklar ist. Es taucht erstmals in der Gaunersprache des 16. Jahrhunderts auf und meinte als »Rantz« einen Brotsack bzw. einen Tragesack. Daneben gab es ab Ende des 17. Jahrhunderts den Begriff »Ranzen« für »Bauch« und noch ein Jahrhundert später für »Buckel«. Der Schulranzen als auf dem Rücken getragener Tragesack. Ein anderes Wort für Ranzen ist Tornister. Der Begriff Tornister geht zurück auf das mittelgriechische Wort tagistron für »Futtersack für Pferde«.

Schulsystem   In Deutschland besteht allgemeine Schulpflicht; d.h. jedes Kind zwischen 6 und 15 Jahren muß eine Schule besuchen. Zuerst be- suchen alle Kinder, die dafür geeignet sind, die Grundschule.Die meisten gehen vorher einige Jahre lang in einen Kindergarten. Nach der Grundschule können die Schüler entweder die Hauptschule,die Realschule oder das Gymnasium besuchen. Diese drei Schulformen sollen den unterschiedlichen Begabungen der Schüler Rechnung tragen. Die Dreigliedrigkeit der weiterführenden Schulen ist das Hauptmerkmal des deutschen Schulsystems. Sie gilt im Prinzip auch für die integrierte Gesamtschule. Der Übergang von einer Schulart in eine andere ist grundsätzlich möglich. In jedem Fach schreiben die Schüler - gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt - Tests oder Klassenarbeiten. Die Klassenarbeiten und die mündliche Mitarbeit entscheiden über die Fachnote, die jeweils zum Halbjahr und am Jahresende im Zeugnis gegeben wird. Die einzelnen Bundesländer besitzen die Kulturhoheit in ihrem Bereich.

schwänzen   Was offiziell »schuldhaft versäumter Unterricht« genannt wird, heißt umgangssprachlich schwänzen. Das Wort hat mit dem Substantiv Schwanz nichts zu tun. Es kommt vonl schwanken im Sinne von umherschlendern. Bekannt ist es seit dem 16. Jahrhundert; im 18. Jahrhundert nahm es in derSchüler- und Studentensprache die heutige Bedeutung an.

Schweizer Offiziersmesser  Es ist rot, trägt im Original ein Schweizerkreuz und hat in der Maxiversion 64 Teile und 33 Funktionen. Das Schweizer Offiziersmesser heißt natürlich Offiziersmesser, weil es zur Ausrüstung der Schweizer Armee gehört. Denkste! Die Messer der Schweizer Armee sind entweder Chromfarben oder olivgrün, keineswegs aber rot. Das »Swiss Army Knife« stammt aus einer Fabrik, die 1884 in Ibach (Kanton Schwyz) vom Hutmachersohn Karl Eisener gegründet wurde und auch heute noch in Familienbesitz ist.

Sekt   Die deutsche Übersetzung des französischen Wortes Champagner (benannt nach der Landschaft Champagne) lautet »Schaumwein«, weil er mit Kohlensäure versetzt wird und deshalb prickelt. Kaum jemand aber sagt Schaumwein, gebräuchlicher ist die Bezeichnung Sekt. Das Wort Sekt hat in Deutschland dem Vernehmen nach der Schauspieler Ludwig Devrient eingeführt. Als Schauspieler recht literaturkundig, pflegte er in seinem Stammlokal, der Berliner Weinstube von Lutter und Wegner, gern Shakespeares »König Heinrich IV.« zu zitieren, und zwar den Falstaff, der »a cup of sack« bestellte, in der Übersetzung von Schlegel: »ein Glas Sekt«.Von Berlin aus machte das Wort Sekt Karriere und wurde 1862 erstmals wissenschaftlich registriert Das deutsche Wort »Sekt« wie das englische sack gehen zurück auf französisch vin sec für »trockenen, herben Wein«.

September   Der Name kommt von septem, dem lateinischen Ausdruck für die Zahl »sieben«. Der neunte Monat als der siebte? Bei den Römern begann das Jahr ursprünglich mit dem März; auch nach der julianischen Kalenderreform wurde für den September die alte Zählung beibehalten.

Silvester (auch Sylvester geschrieben)   Die letzte Nacht im Jahr ist die Silvesternacht. Um Mitternacht werden Feuerwerke angezündet. Dann erstrahlt der Himmel in den schönsten Farben, und es ist sehr laut. 313 n. Chr. glaubte der römische Kaiser Konstantin (»der Standhafte«), er habe die Schlacht gegen seinen Rivalen Maxentius gewonnen, weil ihm am Himmel ein Kreuz erschienen sei mit der Aufschrift »Durch dieses siege!«. Daraufhin erließ er das Toleranzedikt von Mailand, mit dem die beispiellose Karriere des Christentums im Abendland begann. Von 314 bis 335 regierte der Papst (»Vater«) und spätere Heilige Silvester I., der am 31. Dezember Namenstag hatte. So kam dieser Tag zum Namen Silvester. Silvester bedeutet »waldig, im Walde lebend, wildwachsend, roh«.

Sonntag   Die Franzosen nennen den »Sonntag« dimanche, was zurückgeht auf das lateinische dies dominicus für »Tag des Herrn«. Deutsche Bezeichnung Sonntag leitet sich her aus dem lateinischen dies solis für »Tag der Sonne, des Sonnengottes«.

Soziale Marktwirtschaft   Der erste Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland, Ludwig Erhard, führte 1950 ein Wirtschaftssystem ein, das als 'soziale Marktwirtschaft' bekannt wurde. 'Marktwirtschaft' heißt in diesem Zusammenhang, daß der Wirt- schaftsprozeß grundsätzlich durch den Markt gesteuert wird. Der Staat sorgt nur dafür, daß ein freier Wettbewerb möglich ist. Dazu gehören u.a. Konsumfreiheit, Gewerbefreiheit, Freiheit der Berufs- und Arbeitsplatzwahl, das Recht auf Privateigentum sowie Tarifautonomie. Der Begriff 'sozial' verweist in diesem Zusammenhang insbe- sondere auf das sog. 'soziale Netz', das die Bundesbürger umfassend absichert.

Spanferkel   Bei opulenten Gelagen wird's serviert oder auch bei Festen im Freien am Spieß gebraten - das Spanferkel. Die Herkunft des Wortes hat aber nichts zu tun mit Holzspänen o. ä. Der Rechtschreibduden übersetzt Spanferkel korrekt mit »ein vom Muttertier noch nicht entwöhntes Ferkel«, womit wir auch die Lösung haben: Im Althochdeutschen heißt »Spanferkel« spenifarah (speni für »Zitze, Mutterbrust.

Spezialitäten   Die Weißwurst z.B. ist in München und Bayern sehr beliebt, wäh- rend man in Schwaben in Baden-Württembergdie Teigwaren Maultaschen und Spätzle besonders gern ißt. Thüringenist für seine Rostbratwurst, Dresden in Sachsen für den Christstollen und Lübeck in Schleswig-Holstein für Marzipan bekannt.

Spieß   Den Begriff Spieß kennen wir heute vor allem in der Bedeutung Bratspieß oder Spieß als Bezeichnung für einen Feldwebel; schließlich gibt es noch Begriffe wie Spießbürger und Spießrutenlauf. Der Begriff Spieß für Feldwebel kommt vermutlich daher, daß früher die Offiziere einen Degen - also einen Spieß - trugen. Als einen Spießbürger bezeichnete man früher den mit einem Spieß bewaffneten Bürger, der seine Stadt schützen wollte. Seit dem 17. Jahrhundert war dieser Begriff ein studentisches Schimpfwort, gemünzt auf engstirnige, kleinkarierte Menschen. Die Kurzform: Spießer. In dieser Bedeutung kennen wir den Begriff heute noch. Das Spießrutenlaufen war keine Sportart, sondern eine bis ins 19. Jahrhundert hinein beliebte Strafe beim Militär.

Stegreif   Wenn jemand eine Rede ohne Manuskript hält, hält er sie aus dem Stegreif. Stegreif ist ein altes Wort für Steig bügel. Da es im Mittelalter noch keine Post gab, wurden wichtige Nachrichten von königlichen Reitern oder anderen >transportiert<. Diese stiegen, wenn sie Botschaften übermitteln wollten, nicht jedesmal vom Pferd, sondern blieben in den Steigbügeln und verkündeten z. B. einen Erlaß sozusagen aus dem Stegreif.

Sündenbock   Als anderes Wort für Prügelknabe kennen wir die Bezeichnung Sündenbock: »Das Bild ist dem Alten Testament entlehnt. In biblischer Zeit entsühnte am Versöhnungstage (hebräisch Jom Kippur) der Hohepriester das Heiligtum, das Volk und sich selbst. Dabei wurden ihm zwei Böcke übergeben, von denen der eine als Schlachtopfer für den Herrn be stimmt war, während dem anderen symbolisch die Sünden des Volkes auferlegt wurden (Sündenbock).«

T

Tarifverhandlungen   Eine wichtige Aufgabe der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände ist das Aushandeln von Tarifverträgen.Damit regeln sie die Bedin- gungen des Arbeitslebens (Arbeitszeit, Löhne, Urlaubusw.) auto- nom - in eigener, freier Verantwortung ohne Mitwirkung des Staates ('Tarifautonomie').

Die freien Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden werden als wesentliches Element für die Wohlstands- entwicklung und die Stabilität der deutschen Wirtschaft betrachtet. Die Tarifparteien können Öffnungsklauseln vereinbaren. Öffnungsklauseln sind Vereinbarungen, mit denen Tarifvertragsbestimmungen zeitweise außer Kraft gesetzt werden. Durch Öffnungsklauseln, die einen untertariflichen Lohn ermöglichten,  konnten in Unternehmen, vor allem in Ostdeutschland, Konkurse abgewendet und Ent- lassungen vermieden werden.

Tchibo    Eine der großen deutschen Kaffeemarken nennt sich Tchibo. Der Name ist die Abkürzung von Tchiling-Bohne, deren Bezeichnung wiederum zurückgeht auf den Partner des Tchibo-Gründers Max Herz: Dieser nämlich hieß Carl Tchilinghiryan.

Techtelmechtel   Einen (kurzen) Flirt ohne ernste Absichten nennen wir ein Techtelmechtel. Die Herkunft gilt als nicht sicher geklärt, im allgemeinen wird Techtelmechtel abgeleitet aus dem italienischen a teco meco, was soviel wie »unter vier Augen«, eigentlich aber »(ich) mit dir, (du) mit mir« bedeutet

Teddybär   Am 24. Juli 1847 wurde in Giengen/Brenz ein Mädchen geboren. Ihr Name: Margarete Steiff. Anderthalb Jahre alt, erkrankte Margarete an Kinderlähmung und konnte nie richtig gehen. So wurde sie Näherin und eröffnete später ein Geschäft. Eines Tages bastelte sie aus Filz ein Nadelkissen in Form eines Elefanten. Dieses Nadelkissen wurde so gut wie nie als Nadelkissen, sondern meistens als Spielzeug verwendet, und so wurde aus dem Kleidergeschäft im Laufe der Jahre eine Fabrik, spezialisiert auf Stofftiere aller Art. Eine Neffe von Margarete Steiff namens Richard erfand und entwarf immer neue Tiere, im Jahre 1902 einen Bären, der im Katalog die Bezeichnung »Bär 55 PB« erhielt. Dieser Richard bot jenen Bären anno 1903 auf der Leipziger Messe an - (fast) ohne Erfolg! Richard wollte schon abreisen, da bestellte ein einziger Einkäufer aus New York 3000 Exemplare des Bären »55 PB«. Und da der Bär nicht nur Kindern gefiel, sondern auch Erwachsenen, machte dieser Bär in den USA eine beispiellose Karriere. Rein zufällig nämlich war der Bär das Lieblingstier des populären Präsidenten Theodore »Teddy« Roosevelt (1858-1919, Präsident von 1901 bis 1909). Dazu gibt es zwei Theorien. Die eine behauptet, Roosevelt habe zur Hochzeit seiner Tochter die Hochzeitstafel mit aus Deutschland importierten Bären dekorieren lassen, ein Gast habe sie dann scherzhaft Teddybären genannt. Die andere behauptet, Roosevelt habe auf der Jagd einen Jungbären verschont. Dazu erschien in einer Zeitung eine Karikatur, die die Runde und den Teddybär berühmt machte. Der Begriff ist seit 1907 bekannt, und die Karikatur gab's wirklich. So kam »Bär 55 PB« über die Koseform des Vornamens des berühmten Präsidenten zu seinem Namen Teddybär. Und Teddybär läßt sich ja auch besser merken als Bär 55 PB. Erstmals erwähnt wurde der Begriff teddy bear im Jahre 1907.

Teilzeitarbeit   Bei der Teilzeitarbeit wird die durchschnittliche wöchentliche Ar- beitszeit regelmäßig unterschritten, wie es z.B. bei der Halbtagsarbeit der Fall ist. Teilzeitarbeit kann dazu dienen, Arbeitslosigkeit abzubauen, aber auch den individuellen Bedürfnissen von Arbeitnehmern entgegenzukommen. Das Interesse an Teilzeitarbeit steigt, vor allem unter den Arbeitnehmerinnen. Etwa 2,5 Millionen Arbeitnehmer würden gern kürzer arbeiten. Allerdings lehnen immerhin 70% der deutschen Firmen Teilzeitarbeit wegen zu hoher Personalkosten ab. In den Bereichen Handel und Gesundheitswesen ist die Teilzeitarbeit am weitesten verbreitet, am wenigsten im verarbeitenden Gewerbe.

Telefon   Das erste halbwegs funktionierende Telefon wurde 1861 von dem Physiklehrer Philipp Reis aus Geinhausen in Hessen erfunden. Sein erster Satz am Telefon wurde berühmt: »Ein Pferd frißt keinen Gurkensalat.« Philipp Reis hatte seinem Apparat den Namen telephon gegeben; das Wort ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet »Fernklang«. Philipp Reis starb 1874 im Alter von erst 40 Jahren. Als der eigentliche Erfinder des Telefons aber muß Alexander Graham Bell gelten, ein Schotte und von Beruf Taubstummenlehrer, der in die USA auswanderte, das Gerät von Reis verbesserte und es sich 1876 patentieren ließ. Perfektioniert aber hat das Telefon der berühmte Erfinder Thomas Alpha Edison. Die Einführung des Telefons in Deutschland und auch seinen deutschen Namen, Fernsprecher, verdankt man dem deutschen Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der bereits 1877 - also ein Jahr nach der Patentanmeldung durch Bell - seinem Reichskanzler Bismarck von der Bellschen Erfindung berichtete und dieser eine große Zukunft voraussagte. Es sollte aber noch fast 100 Jahre dauern, bis alle (west)deutschen Haushalte ein Telefon haben würden. In der Hauptstadt Berlin gab es im Jahre 1888 immerhin schon 8000 Fernsprechteilnehmer

Thüringen   wird auch 'das grüne Herz Deutschlands' genannt. Historisch und kulturell von großer Bedeutung ist Weimar,der Ort der deutschen Klassik. Hier haben Goethe und Schiller gelebt, und hier trat 1919 die Nationalversammlung der Weimarer Republik zusammen. Auf der Wartburg in der Nähe von Eisenach übersetzte Martin Luther 1521 die Bibel ins Deutsche. Fläche: 16.251 qkm / Einwohner: ca 3 Millionen (166 Einwohner je qkm) / Landeshauptstadt: Erfurt / Parlament: der auf 4 Jahre gewählte Landtag / Exekutive: die Landesregierung / Verwaltungsgliederung: 5 Stadtkreise, 35 Landkreise. Im mittleren Teil Deutschlands liegt das relativ kleine Bundesland Thüringen. Begrenzt wird es durch die MittelgebirgeHarz, Rhön und Frankenwald. Landschaftlich geprägt ist das Land durch das fruchtbare Thüringer Becken sowie den Thüringer Wald,'das grüne Herz Deutschlands', und das Schiefergebirge. Die durchschnittlich 300m hohe Ebene hat ein mildes Klima. In den Bergen ist es dagegen rauh und nieder- schlagsreich. Vor allem die ausgedehnten Wälder sowie Orte mit großer Tradition wie Weimar, Eisenach und die Wartburg begründen den Ruf Thüringens. Ein bekanntes Touristenzentrum ist der Große Inselsberg mit einer Höhe von 916 m. Der höchste Gipfel des Thüringer Waldes ist jedoch der Große Beerberg mit 982 m Höhe. Aufgrund seiner Lage fungiert das Land als Verkehrsknotenpunkt zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Thüringen ist ein Agrar- und Industrieland. Große Bedeutung hatten früher die feinmechanisch-optische Industrie,die Kaliförderung,die Metallurgie, die chemische Industrie und der Fahrzeugbau. Auch die Leichtindustrie, die Porzellanherstellung und die Spielwarenindustrie spielten eine wichtige Rolle. Carl Zeiss gründete 1846 eine feinmechanische Werkstatt. Nach wenigen Jahren war „Zeiss-Jena“ ein Unternehmen von Weltruf. Seit der Vereinigung Deutschlands zeigte sich, daß die Industrie des Landes über Jahrzehnte technologisch vernachlässigt worden war. Die meisten Standorte können ohne schnelle Investitionshilfe nicht weiter existieren. Hoffnungsträger der Region sind die guten Traditionen des Handwerks und der weitere Ausbau des Tourismus. Thüringen blickt auf eine kurze landesgeschichtliche Entwicklung zurück. Bis ins XX. Jahrhundert hinein prägten Kleinstaaten das Bild des Territoriums. Zur Bildung eines Freistaates Thüringen mit der Landeshauptstadt Weimar kam es erst im Jahre 1920 nach revolutionären Unruhen. Er bestand bis 1952, als die Länderstruktur auf dem Gebiet der damaligen DDR abgeschafft wurde.

Tschüs   Eher selten sagen wir noch »Auf Wiedersehen!« als Abschiedsgruß, sehr viel gängiger ist die Formel »tschüs«, im Norddeutschen verlängert zu »tschüssing«, oft auch gebraucht in der Form »tschau«. DasWbrt »tschüs« hat sich bei uns im 20. Jahrhundert eingebürgert und ist vermutlich aus dem niederdeutschen Wort »adjüs« entstanden. Die Menschen von der Waterkant hatten viele Kontakte zu Seeleuten und fuhren häufig selbst zur See. Doch letztlich dürfte »tschüs« auf den spanischen Seemannsgruß adiös (»zu Gott«) zurückgehen; daßelbe bedeutet das französische adieu. »Tschau« verdankt sich dem italienischen »Ciao!«, und das kommt aus Venedig: sciao, das eine Verkürzung von Sana vostro schiavo ist. Deutsch: »Ich bin Ihr Diener, Sklave!« Die im süddeutschen Raum und Österreich verbreitete Grußfomel »Servus!« kommt aus dem Lateinischen, und zwar von servus für »Sklave, Diener« im Sinne von »Ich bin Ihr ergebenster Diener« oder »Zu Ihren Diensten«.

U

Uhu    Der Greifvogel Uhu ist in Deutschland fast ausgestorben, unsterblich aber wurde er als Namensgeber des wohl bekanntesten Klebstoffs dieser Republik. Erfinder von Uhu war ein Herr namens August Fischer, Namensgeber sein Sohn Hugo. Ort der Erfindung: die Chemische Fabrik Ludwig Hoerth im badischen Bühl. Jahr der Erfindung: 1932.

Umweltbewußtsein   Die Deutschen sind sehr umweltbewußt geworden. Ihnen liegt viel an der Verbesserung der Luft- und Wasserqualität sowie an der Schaffung von Freizeit- und Naturschutzgebieten. Der Bund unterhält ein eigenes Ministerium für Umweltsowie das 'Umweltbundesamt' in Berlin, die höchste Behörde für Umwelt- und Ressourcenschutz. Der Staat bestraft Umweltsünder und fördert - u.a. durch Steuererleichterungen - den Bau von Entschwefelungs- anlagen und von umweltfreundlichen Motoren. Deutschland ist in dieser Hinsicht eines der engagiertesten Länder in Europa; nur Dänemark gibt mehr Geld aus für den Umweltschutz. Auf dem Gebiet der Umwelttechnik ist Deutschland mit einem Anteil von 20,5% Weltmarktführer. Das Umweltbewußtsein der Deutschen zeigt sich auch im Bereich des Recycling. Die Verbraucher werden auch immer gesundheitsbewußter. Beim Kauf von Lebensmitteln achten sie darauf, daß die Waren nicht zu stark chemisch behandelt sind.

Unfallversicherung   Die Unfallversicherung bietet einerseits einen vorbeugenden Gesundheitsschutz, andererseits versucht sie die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu mildern. Alle Arbeitnehmer sind durch den Arbeitgeber automatisch unfallversichert. Die Unfallversicherung wird allein aus Beiträgen der Arbeitgeber finanziert.

Urlaub   Urlaubszeit ist Ferienzeit und gilt den meisten als die schönste Zeit des Jahres, denn das heißt: Sommer, Sonne Süden, Strand und blaues Meer. Mit der ursprünglichen Bedeutung des Wortes hat das aber rein gar nichts zu tun. Das althochdeutsche Wort urloub wie auch die mittelhochdeutschen Wörter urloup, urlop und urlob meinten »Erlaubnis«, und zwar die Erlaubnis für einen Minnesänger (das war jemand, der adligen Damen, die er nicht >kriegen< konnte, Liebeslieder vortrug; Minne ist ein mittelhochdeutsches Wort für »Liebe«), sich sozusagen von der Arbeitsstelle entfernen zu dürfen. Der Urlaub im modernen Sinne entstand erst gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts: Preußischen Beamten wurden gegen Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung einige Tage Urlaub gewährt. Als Urlaub bezeichnet man heutzutage den von Berufspflichten freien Zeitraum, der im allgemeinen der Erholung dient. Arbeitsrechtlich ist Urlaub eine Dienstbefreiung des Arbeitnehmers zum Zweck der Erholung auf eine bestimmte Zeit unter Fortgewährung des regelmäßigen Arbeitslohnes.

V

Varta   1887 gründete Adolf Müller in Hagen die Firma Büsche und Müller. Drei Jahre später wurde sie unter Beteiligung von Siemens und AEG umbenannt in AFA, das für Accumulatoren-Fabrik AG stand. Diese Firma kaufte zwischen 1900 und 1906 weltweit elf Akkumulatorenfabriken hinzu, und 1904 erfolgte dann die Gründung einer Tochtergesellschaft mit dem Namen Varta: Vertrieb, Aufladung und Reparatur transportabler Akkumulatoren.

Vereine   Ein Verein ist eine Verbindung von Personen, die sich zusammen- geschlossen haben, um einer gemeinsamen Beschäftigung auf geselligem, sportlichem, künstlerischem oder wirtschaftlichem Gebiet nachzugehen. Die Freizeitgestaltung im Verein spielt in Deutschland eine wichtige Rolle. Auch in den neuen Bundesländern engagieren sich viele Menschen beim Aufbau von Vereinen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehört mindestens einem Verein an. Es gibt Vereine für die verschiedensten Interessen. Die Mitglieder eines Vereins zahlen Mitgliederbeiträge und unterstützen damit und auch durch ihre Mitarbeit die Aktivitäten des Vereins. Das Vereinswesen wird auch vom Staat unterstützt: im Rahmen der Kulturförderung sollen steuerliche Vergünstigungen das Vereinswesen fördern.

Vereinigung Deutschlands   Nach 40 Jahren Trennung wurden die beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 vereinigt. An diesem Tag löste sich die DDR als selbständiger Staat auf, und die fünf wieder bzw. neu geschaffenen östlichen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie Ost-Berlin wurden Teil der Bundesrepublik Deutschland. Seitdem ist Deutschland wieder ein geeintes Land. Mit einem Staatsvertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion war die Vereinigung im Juli 1990 vorbereitet worden. Die Fluchtbewegung, die friedlichen Massendemonstrationen und die politischen Kräfte aus der Opposition waren die entscheidenden Faktoren, die das Ende der 40-jährigen SED-Herrschaft in der DDR herbeiführten.

Etappen auf dem Wege zur deutschen Einheit

Sommer 1989

Eine Fluchtwelle von Bürgern aus der DDR setzt ein. Viele su- chen Zuflucht in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR und in den bundesdeutschen Botschaften in Budapest, Prag und Warschau, die schließlich wegen Überfüllung geschlossen werden müssen.

11.9.1989:

Ungarn öffnet seine Grenze; innerhalb von drei Tagen kommen mehr als 15.000 DDR-Bürger über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik. Bis Ende Oktober sind es 50.000.

30.9. - 1.10.1989:

Den rund 6.000 Flüchtlingen in den bundesdeutschen Botschaf- ten von Warschau und Prag wird die Ausreise in die Bundesrepu- blik erlaubt.

6. - 7.10.1989:

Bei den offiziellen Feiern zum 40. Gründungstag der DDR mahnt der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow die DDR-Regierung zu Reformen.

16.10.1989:

Die Montagsdemonstrationen in Leipzig beginnen: 100.000 Menschen demonstrieren mit dem Ruf 'Wir sind das Volk' für demokratische Reformen.

18.10.1989:

Das Zentralkomitee (ZK) der SED entbindet Staats- und Parteichef Erich Honecker von allen Funktionen in Partei und Staat und setzt Egon Krenz zum Nachfolger ein.

4.11.1989:

Eine Million Menschen demonstrieren in Berlin/Ost für Reformen.

7.11. - 8.11.1989:

Die DDR-Regierung und das gesamte SED-Politbüro treten zurück.

9.11.1989:

Die DDR öffnet für ihre Bürger die Grenzen nach Westberlin und in die Bundesrepublik.

17.11.1989:

Die neue DDR-Regierung unter Ministerpräsident Hans Modrow nimmt die Arbeit auf. Die Protestdemonstrationen der Bürger gehen weiter. Der Ruf nach der Vereinigung beider deutscher Staaten wird lauter: 'Wir sind ein Volk'.

28.11.1989:

Bundeskanzler Helmut Kohl stellt im Bundestag einen Zehn- Punkte-Plan zur schrittweisen Wiederherstellung der deutschen Einheit vor.

22.12.1989:

Das Brandenburger Tor in Berlin/Ost wird geöffnet.

1990

1.2.1990:

Ministerpräsident Modrow legt in einem Drei-Stufen-Plan ein Konzept zur deutschen Einheit vor.

18.3.1990:

Nach 40 Jahren finden zum ersten Mal freie Wahlen zur Volkskammer in der DDR statt.

12.4.1990:

Die Volkskammer wählt den CDU-Vorsitzenden Lothar de Maiziиre zum Ministerpräsidenten und bestätigt sein Kabinett einer großen Koalition. Der Regierung gehören Minister der CDU, der DSU, des Demokratischen Aufbruchs (AIlianz für Deutschland), der SPD und der Liberalen an.

6.5.1990:

Die ersten demokratischen Kommunalwahlen in der DDR finden statt.

21.6.1990:

Die Volkskammer verabschiedet den deutsch-deutschen Staatsvertrag.

1.7.1990:

Die im Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR vereinbarte Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion tritt in Kraft. Die D-Mark wird offizielles Zahlungsmittel in der DDR.

23.8.1990:

Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zur Bundes- republik Deutschland.

31.8.1990:

Der Einigungsvertrag wird unterzeichnet.

3.10.1990:

Die DDR tritt der Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundge- setzes bei; damit ist entschieden, daß das geeinte Deutschland das Grundgesetz der Bundesrepublik übernimmt. Mit der Vereinigung erhält Deutschland von den Alliierten die volle und uneingeschränkte Souveränität. Die Grundlagen dafür werden in den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen gelegt.

14.10.1990:

In den fünf neuen Bundesländern finden Landtagswahlen statt.

2.12.1990:

Die ersten gesamtdeutschen Wahlen zum Deutschen Bundestag finden statt. Gleichzeitig werden zum ersten Mal in ganz Berlin Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus abgehalten.

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Versicherungsschutz durch Krankenkassen   Der Versicherungsschutz umfaßt ärztliche und zahnärztliche Be- handlung, Arznei, Krankenhausbehandlung, Vorsorgeuntersu- chungen und Kuraufenthalte. Der Kranke gibt dem Arzt einen Krankenschein von seiner Kranken- kasse. Diese rechnet dann direkt mit dem Arzt ab. Privatversicherte erhalten die Rechnung vom Arzt und rechnen direkt mit ihrer Versicherung ab.

Volkshochschulen   Wer sich nach Dienstschluß weiterbilden will, kann dies an einer der vielen Volkshochschulen tun. Auf diesem 'zweiten Bildungsweg' können Bildungsabschlüsse nachgeholt werden. In fast jeder Stadt in Deutschland gibt es Volkshochschulen. Die dort angebotenen Kurse werden überwiegend von Erwachsenen besucht und finden meist abends statt. Am beliebtesten sind Sprachkurse, musische Kurse, Kurse zur Gesundheitspflege und Computerkurse. Aufgrund öffentlicher Zuschüsse sind die Gebühren für die Kurse relativ niedrig.

vogelfrei    Wenn man jemandem im übertragenen Sinn zum Abschuß frei erklärt, nennen wir das »jemanden für vogelfrei erklären«. »Die schwerste Strafe bei den alten Germanen war die >Friedloserklärung<. Mit ihr war der Mensch aus seiner Gemeinschaft ausgestoßen. Jeder hatte das Recht, ihn zu töten. Die Schicksalsformel lautete: >Er ist dem Vogel in der Luft, den wilden Tieren im Walde, den Fischen im Wasser zu Fräße freigegeben. >Vogelfrei< war auch der Leichnam des Geächteten. Den Vögeln war es erlaubt, ihn zu fressen.

W

wandern   Die Deutschen wandern gern. Viele Wanderwege bieten Erholungs- suchenden Gelegenheit, sich vom Alltagsstress zu erholen. Der Schwarzwald, das Sauerland oder die Rhön sind auch für Mehrtageswanderungen geeignet. Wandervereine haben die Paten- schaft für die vielen Wanderwege in Naturparks und Wäldern übernommen. Sie sorgen für Wegweiser und pflegen die Wanderpfade. Touristenbüros bieten den Wanderern oft auch die Möglichkeit, sich durch entsprechende Laufleistungen ein Wanderabzeichen in Bronze, Silber oder Gold zu erwandern.

Warenangebot   Das Warenangebot in der Bundesrepublik ist sehr reichhaltig, und der Verbraucher kann unter vielen Artikeln auswählen. Der Warenaustausch mit anderen Ländern ist sehr intensiv. Über die Hälfte der Waren wird aus den Ländern der Europäischen Union importiert. Einkaufen kann man im Einkaufszentrum, im Supermarkt, im Kaufhaus, im Tante-Emma-Laden, auf dem Markt, per Katalog, ja sogar auf der Vergnügungsreise mit Verkaufsschau. Zum Beispiel werden täglich über 200 verschiedene Sorten Brot gebacken. Zum Teil wird das Brot aber auch wieder in den Haus- halten selbst gebacken und nicht beim Bäcker gekauft, denn viele Deutsche ernähren sich heute sehr bewußt.Diese Leute kaufen oder ziehen auch selbst biologisch angebautes Obst und Gemüse, das nicht mit Chemikalien behandelt wurde. Die Nachfrage nach diesen Gütern steigt ständig, und inzwischen gibt es schon viele Läden, die alternative Kost anbieten.

Weimar   An der Ilm liegt die alte Residenzstadt Weimar. Sie hat 63 000 Ein- wohner. International bekannt ist sie als Mittelpunkt der deutschen Klassik im 18. Jahrhundert. Hier lebten berühmte Männer wie Goethe und Schiller. In Weimar entstand 1919 die Verfassung der ersten deutschen Republik; man nennt sie deshalb auch 'Weimarer Republik'. Weimar ist sehr hübsch und gemütlich. Auffallend sind die vielen Museen, Cafйs und Parks.

weg vom Fenster   Die Metapher »weg vom Fenster« bedeutet »tot sein« – auch und gerade im übertragenen Sinn. Einen Reim daraufmachen kann sich, wer an ältere Leute denkt, die mit oder ohne Kissen als Unterlage stundenlang aus dem Fenster zu sehen pflegen, um mitzubekommen, was auf der Straße passiert. Sterben sie, sind sie weg vom Fenster. Die Redensart soll aus dem Ruhrgebiet stammen und um 1960 aufgekommen sein.

Wikinger   Im Mittelalter galten die Wikinger als kriegerische Horrorfiguren aus dem hohen Norden, in Wahrheit waren sie jedoch recht arme Bauern und Fischer. Durch ihre Schiffsreisen und Beutezüge wurden sie berühmt-berüchtigt. Die Franken nannten sie Normanni, »Nordmannen«. Von ihnen hat die französische Normandie ihren Namen geerbt. »Doch als Gattungsbegriff für sie, die nie ein geeintes Volk in nationalstaatlichen Grenzen gebildet haben, setzt sich das altnordische Verb >vikingr< durch: ein Terminus, der Skandinavier auf Beutefahrt bezeichnet – beim >Wikingern<, beim Rauben, Plündern, Morden, aber auch beim Handeln.«

Wurst    Es gibt viele verschiedene Wurstsorten: Mettwurst, Dauerwurst, Teewurst, Jagdwurst, Leberwurst, Blutwurst, Fleischwurst, Bock- wurst, Sülze, Schwartenmagen, Leberkäs und verschiedene Bratwurstsorten.

Z

Zapfenstreich    Den Begriff Zapfenstreich kennen wir im Sinne von Ende, aber auch im Sinne vom (großen) Zapfenstreich beim Militär. Letzterer ist eine musikalische Darbietung und stammt historisch vom abendlichen Signal für Soldaten, in die Kaserne zurückzukehren. Die eigentliche Bedeutung des Begriffs ist die, daß es früher Sitte unter Wirten war, mit einem Streich - d. h. mit einem deutlich vernehmbaren Schlag -den Zapfen ins Faß zu schlagen, um den Gästen klarzumachen, daß es nichts mehr zu saufen gibt.

Zaster    Das Wort Zaster entstand Ende des 19. Jahrhunderts in der Soldatensprache für den Sold und setzte sich Anfang des 20. Jahrhunderts von Berlin aus überall in Deutschland durch. Es entstammt der Zigeunersprache, in der saster »Eisen« bedeutet. Das Wort Sold für Soldatenlohn kommt aus dem Italienischen: soldo für »Münze«. Der Ausdruck Soldat hat denselben Ursprung: soldato für jemanden, der »in Sold genommen« wurde.

Ob Sold oder Soldat, beide Begriff fußen letztlich auf der im alten Rom von Kaiser Konstantin dem Großen eingeführten »Goldmünze« mit dem Namen solidus. Auch das Fremdwort solide für »gediegen, ordentlich, zuverlässig, sicher« hat hier seinen Ursprung. Dieselbe Wurzel hat übrigens der Begriff Solidarität für »Zusammengehörigkeitsgefühl«. Das lateinische solidus bedeutet »gediegen, fest, hart, echt«.

Zeche    Wer im Wirtshaus zecht und anschließend, ohne zu bezahlen, geht, ist ein Zechpreller. Und irgendwer muß am Ende immer die Zeche zahlen. Der Ort, an dem Bergleute arbeiten, ist ein Bergwerk, auch Zeche genannt. Das mittelhochdeutsche Wort zech oder zeche bedeutet »Vereinigung, Genossenschaft«. Seit dem 13. Jahrhundert gibt's das Wort Zeche für Bergwerk im Sinne von einer Genossenschaft von Bergleuten mit Schürfrechten. In der Bedeutung von Gemeinschaft wurde Zeche Übertragen fiir die Rechnung, die nach gemeinsamem Essen und Trinken beglichen werden muß. Und da die Deutschen im Saufen schon immer weltmeisterlich waren, lag die Übertragung auf zechen im Sinne von saufen nahe

Zeugnisse   Zweimal im Schuljahr, in der Mitte und am Ende, erhalten die Schü- ler ein Zeugnis, welches Auskunft über ihren Leistungsstand gibt. Das zweite Zeugnis enthält einen Vermerk über die Versetzung in die nächste Klasse. Zeigt ein Schüler ausreichende Leistungen in allen Fächern, so wird er durch Beschluß der Lehrerkonferenz in die nächste Klasse versetzt. Sind seine Leistungen jedoch in zwei Fächern nicht ausreichend, muß er die Klasse wiederholen. Aber er kann nach den Sommerferien auch eine Nachprüfung ablegen. Besteht er die Prüfung, wird er in die nächsthöhere Klasse versetzt.

Zinnober   Zinnober ist eigentlich ein »leuchtend rotes bis stahlgraues, diamantglänzendes Mineral, das wichtigstes Erz für die Gewinnung von Quecksilber ist und seit der Antike als (gelb) roter Farbstoff dient (.. .)«. Das Wort geht zurück auf das griechische kinnibari für »Drachenblut«. In der Alltagssprache sprechen wir von Zinnober, wenn wir Überflüssiges, dummes Zeug oder Hirngespinste bezeichnen wollen. Diese Definition ist nach 1900 über die Soldatensprache in den allgemeinen Wortschatz eingedrungen. »Die Herleitung ist umstritten. Nach den einen ist von der Praxis der Alchimisten auszugehen, die bei ihren Versuchen einer Synthese von Schwefel und Quecksilber nur Zinnober und nie Gold gewannen; andere gehen auf die künstliche Nachahmung der natürlichen Zinnoberfarbe zurück. Auch wird die Entstehung aus >Zimt< angenommen.« Wem einmal ein Fieberthermometer kaputtgegangen ist, der weiß, wie flüssig Quecksilber ist. Der Name Quecksilber ist die Übersetzung des lateinischen argentum vivum für »lebendiges Silber« ins Deutsche. Auch heute kennen wir noch das Wort »quicklebendig«

Zugspitze   Sie ist genau 2964 Meter hoch und damit Deutschlands höchster Berg. Unterhalb der Zugspitze liegt auch Deutschlands höchstes Skigebiet, das Zugspitzplatt. Es ist etwa sieben Quadratkilometer groß und hat eine Höhe von 2000 bis 2830 Metern. Der Name Zugspitze hat nichts zu tun mit Zugluft, sondern damit, daß in Bayern und Österreich abgehende Schneemassen »Lawinenstriche«, aber auch »Lawinenzüge« genannt werden. Der Name Zugspitz taucht erstmals um 1520 auf. Das Wort Lawine ist lateinischer Herkunft: labina für »Erdrutsch, Bergsturz.

Test :


Buundesrepublik Deutschland: Land und Leute

Wählen Sie die richtige Antwort!

1. Welches der folgenden Länder grenzt nicht an Deutschland?

Die Tschechische Republik

die Schweiz

Schweden

Luxemburg

Polen

2 Was haben Irland, Belgien und Österreich gemeinsam?

Sie grenzen an Deutschland.

Sie gehören zur Europдischen Union.

3    Wann wurden die Bundesrepublik und die DDR vereinigt?

1989

1990

1991

4    Wie groß ist die Oberfläche Deutschlands?

547 000 qkm

257 000 km

357 000qkm

5            Welches Bundesland grenzt nicht ans Meer?

Niedersachsen

Brandenburg

Mecklenburg-Vorpommern

6            Aus wieviel Bundesländern besteht Deutschland?

10

16

20

7            Welches Bundesland hat die größte Oberfläche?

Niedersachsen

Baden-Württemberg

Bayern

8            Wie heißt die Hauptstadt von Sachsen?

Leipzig

Dresden

Erfurt

Magdeburg

Schwerin

9            Welcher Fluß fließt nicht von Süden nach Norden?

der Rhein

die Elbe

die Weser

die Donau

10          Welcher Fluß ist der längste?

der Rhein

die Elbe

die Weser

11. Wieviel Einwohner hat Deutschland?

61 Millionen

71 Millionen

82 Millionen

12. Welche Region hat die höchste Bevölkerungsdichte?

das Ruhrgebiet

Berlin

Hamburg

13. Welches Bundesland ist am dünnsten besiedelt?

Niedersachsen

Brandenburg

Mecklenburg-Vorpommern

14. Welche Konfession hat in Deutschland die meisten Anhänger?

Evangelische

Katholische

keine von beiden

15. Wo gibt es überwiegend Katholiken?

im Süden

im Westen

im Norden

16. Wo ist die Weißwurst am meisten beliebt?

in Sachsen

in Thüringen

in Bayern

17.Wеlche Schulart müssen alle deutschen Kinder besuchen?

die Grundschule

die Hauptschule

die Gesamtschule

18. Welche Schulart führt direkt zur Universitätsreife?

die Hauptschule

die Realschule

das Gymnasium

19. Wie oft gibt es Zeugnisse?

einmal im Jahr

zweimal im Jahr

dreimal im Jahr

20. Was bedeutet die Note „3“?

gut

befriedigend

ausreichend

21. Wieviel Fremdsprachen müssen deutsche Gymnasiasten mindestens lernen?

eine

zwei

drei

22. Welches ist das größte Fest in Deutschland?

das Münchner Oktoberfest

Weihnachten

der Karneval

23. Wer ist der Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland?

der Bundeskanzler

der Bundestagspräsident

der Bundespräsident

24. Wer bestimmt die Regierungspolitik?

der Bundeskanzler

das Parlament

der Bundesrat

25. Wer wählt den Bundespräsidenten?

die Bundesversammlung

der Bundestag

der Bundesrat

26. Wer ist im Bundesrat vertreten?

die Stadträte

die Bundesbürger

die Bundesländer

27. Seit wann gilt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland?

1948

1949

1955

28. Wie nennt man das deutsche Wirtschaftssystem?

sozialistische Marktwirtschaft

soziale Marktwirtschaft

29. Wer hat das deutsche Wirtschaftssystem eingeführt?

Ludwig Erhard

Konrad Adenauer

Willy Brandt

30. Welches ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands?

die USA

Frankreich

Japan

31. Wohin verlagern immer mehr deutsche Betriebe ihre Produktion?

nach Asien und Osteuropa

nach Afrika

nach Südamerika

32. Welches ist das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland?

die Bahn

das Auto

das Fahrrad

33. Welches ist das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel in Deutschland?

die Eisenbahn

das Auto

das Flugzeug



Список использованной литературы

1. Коляда Н.А. Страноведение. Германия. Ростов-на Дону. «Феникс», 2002. – 319 с.

2. Duden. Deutsches Universalwörterbuch. Mannheim- Dudenverlag, 1999- – 1814 S.

3. Kudina O. Die Länder, wo man Deutsch spricht- Vinniza. Nova kniga, 2002, – 341 S.

4. Lödige H. Tesa, Tuc und Teddybär. Das große Lexikon der rätselhaften Wörter. Ullstein- München, 2002, – 438 S.

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