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Академия управления при Президенте Республики Беларусь

 

В. А.Кондратенко

 

ЭКОНОМИКА

(в кратком изложении)

 

Учебно-методическое пособие по немецкому языку

 

Минск 2001

 

 

I. DIE GRUNDFRAGEN DER VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE

Die Volkswirtschaftslehre ist eine Wissenschaft, die sich bemüht, die Gesetzmäßigkeiten der wirtschaftlichen Realität zu erfassen. Diese Lehre gehört zu den Erfahrungs- und Realwissenschaften. Außer

dieser Lehre befaßt sich auch Betriebswirtschaftslehre mit der

wirtschaftlichen Wirklichkeit. Sie versucht auch, das wirtschaftliche

Geschehen des einzelnen Betriebes zu erklären.

Diese Lehre betrachtet die Wirtschaft als Gesamtkomplex, der sich

aus zahlreichen Einzelnheiten - Betrieben und Haushalten,

zusammensetzt.

Die Volkswirtschaftslehre hat acht Hauptaufgaben:

1. Was kann produziert werden?

Welche Güter in welchen Mengen produziert werden können, hängt

von folgenden Faktoren ab:

- von der Produktionstechnologie einer Volkswirtschaft

- und von den Produktionsfaktoren, d.h. von solchen Gütern, die nicht direkt zur Erfüllung von Bedürfnissen eingesetzt werden.

Die Produktionsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft sind begrenzt, da die Technologie und die Bestände der Faktoren gegeben sind. Das Bodenangebot ist z. B. konstant, das Arbeitsangebot ist nicht vermehrbar, der Faktor Kapital ist limitiert. Folglich sind die Produktionsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft begrenzt.

2. Was wird produziert?

Bei dieser Frage ist eine Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Gütern vorzunehmen.

Ein privates Gut ist dadurch gekennzeichnet, daß Individuen von seiner Nutzung ausgeschlossen werden. Z. B. das sind solche Güter, bei denen die Nutzung zwischen das Individuum A und B konkuriert, (wenn A den Apfel ißt, ist er für B nicht mehr da). Dazu gehören Kollektivgüter, d.h. sie werden von mehreren Individuen gemeinsam genutzt.

Öffentliche Güter sind solche Güter, von deren Nutzung kein Individum ausgeschlossen werden kann. (z. B. Bau von Gebührenhäusern bei Autobahnen). Die Frage nach dem "Was wird produziert?" hängt eng mit dem Problem zusammen, wie sichergestellt werden kann, daß in einer Volkswirtschaft am günstigsten produziert wird. Wenn Faktoren knapp sind, muß man sie dort einsetzen, wo sie am besten zur Güterproduktion beitragen.

3.Wie wird verteillt?

Diese Frage hat die normative Dimension, wie verteilt werden soll. Im Zusammenhang damit wird auch die Frage der Vermögensverteilung und die soziale Absicherung des marktwirtschaftlichen Systems durch Unfall,-Arbeitslosen,- Sozialversicherung, die Bereitstellung öffentlicher Güter durch den Staat und andere gesetzliche Regelungen relevant.

4. Warum gibt es Arbeitslosigkeit?

Die Arbeitslosigkeit hat eine soziale und eine ökonomische Dimension. Von sozialem Standpunkt und auch für die Gesellschaft ist sie äußerst unerwünscht.

5. Warum verändert sich das Preisniveau?

Dieser Frage entspricht der normative Aspekt, daß die Sicherstellung der Preisniveaustabilität als ein wichtiges Ziel der

Wirtschaftspolitik erscheint. In einem Inflationsprozeß werden die Sachwertbesitzer bevorzugt und die Bezieher fester Nominaleinkommen (Renten, Pensionen) benachteiligt.

6. Wie kann Gütermenge in der Zeit vermehrt werden?

Diese Frage hat auch einen normativen Aspekt. Ein wissenschaftlicher internationaler Aspekt wirtschaftlichen Wachstums ist in der Frage zu sehen, wie der Wachstumsprozeß in den verschiedenen Regionen der Welt erfolgt und ob die Unterschiede im Pro-Kopf-Einkommen zwischen Industrienationen und Entwick-

lungsländern im Verlaufe des Wachstumsprozesses abgebaut werden können.

7. Warum kommt Außenhandel zustande?

In einem System von handeltreibenden Ländern haben wir größere Produktionsmöglichkeiten als in einem System isolierter Lander. Z.B. kann ein Land ein Gut günstiger als ein anderes Land produzieren und im Austausch gegen dieses Gut einen Gewinn aus dem Außenhandel ziehen.

8. Die Wirtschaftsordnung.

In einer Marktwirtschaft produziert jeder Betrieb ohne staatliche Direktiven. Die Koordinierung erfüllt der Wettbewerb am Markt. Aber auch in einer Marktwirtschaft werden Pläne aufgestellt. Dabei handelt es sich nicht um eine volkswirtschaftliche Gesamtplanung, sondern um einzelwirtschaftliche Planungen der Haushalte und Unternehmungen.

Fazit: Die Volkswirtschaftslehre befaßt sich mit dem Wirtschaften, anders gesagt, wie die Diskrepanz zwischen unbegrenzten Bedürfnissen und knappen Gütern überbrückt werden kann. Es handelt sich um das ökonomische Prinzip. Dieses Prinzip stellt eine Konkretisierung des Rationalprinzips dar. Ein Handel nach diesem Prinzip verlangt einen bestimmten Erfolg mit minimalen Mitteln zu erreichen, oder anders formuliert, mit gegebenen Mitteln einen maximalen Erfolg zu erzielen.

Die Arbeitslosigkeit

Jetzt betrachten wir näher den vierten Punkt, die Problematik der Arbeitslosigkeit.

Arbeitslosigkeit ist ein soziales und wirtschaftliches Problem in allen Ländern der Welt. Man spricht von unfreiwilliger Arbeitslosigkeit, wenn Erwersfähige keinen Arbeitsplatz finden können, obwohl sie bereit sind, ihren Möglichkeiten entsprechende Arbeiten zu den dafür geltenden Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen zu verrichten.

Entsprechend würde freiwillige Arbeitslosigkeit auf der Entscheidung beruhen, nur zu besseren als zu den geltenden Bedingungen zu arbeiten. Die Grenzen zwischen beiden Arten der Arbeitslosigkeit sind fließend.

Die Beschäftigungssituation auf dem Arbeitsmarkt wird mit den Begriffen Vollbeschäftigung, Unterbeschäftigung und Überbeschäftigung gekennzeichnet. Als Maßstab zur Feststellung des Beschäftigungsgrades wird in der Wirtschaftsstatistik der BRD die Arbeitslosenquote so ermittelt: Arbeitslosenquote in % = Anzahl der Arbeitslosen x 100

Anzahl der abhängigen zivilen Erwerbspersonen.

In anderen Ländern gibt es andere Ermittlungsmethoden. Eine wissenschaftliche eindeutige Bestimmung, bei welcher Arbeitslosenquote Vollbeschäftigung vorliegt, gibt es nicht. In Deutschland spricht man heute meist von Vollbeschäftigung, wenn die Arbeitsquote zwischen ein bis drei Prozent liegt. Nur ein Teil der Arbeitslosigkeit wird von den Arbeitsämtern registriert. Dies gilt insbesondere für Arbeitslose, die vorher als unselbständig Beschäftigte Arbeitslosen Versicherungsbeiträge einzahlten und nun einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Um dies zu erhalten, müssen sie für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und sich bei dem Arbeitsamt melden. Es gibt jedoch auch viele Menschen, die nicht erwerstätig sind und sich selbst - ohne Meldung beim Arbeitsamt - einen Arbeitsplatz suchen. Diese "stille Reserve" wird mithinzugerechnet, wenn man nicht von Arbeitslosen, sondern von Erwerbslosen spricht.

Bei der Arbeitslosigkeit unterscheidet man hinsichtlich der Ursachen:

Konjunkturelle Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft verläuft nicht geradlinig, sondern ist Wirtschaftsschwankungen unterlegen. Beim konjunkturellen Abschwung wird weniger nachgefragt und die Beschäftigung in den einzelnen Wirtschaftszweigen geht zurück. Das hat

zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit bis zur Verbesserung der konjunkturellen Lage steigt. Strukturelle Arbeitslosigkeit

Die Form der Arbeitslosigkeit kann einzelne Wirtschaftszweige, Berufe und Wirtschaftsgebiete betreffen. Geht die Nachfrage nach Erzeugnissen eines Wirtschaftszweigens dauernd zurück, weil z. B. diese Güter billiger eingeführt werden können, dann entsteht strukturelle Arbeitslosigkeit, wie z. B. in der Textilindustrie oder im Bergbau (sektorale Arbeitslosigkeit). Es gibt auch ganze Regionen, die ständig eine höhere Arbeitslosenquote aufweisen als andere (regionale Arbeitslosigkeit). Zu dieser strukturellen Arbeitslosigkeit wird auch die Freisetzung von Arbeitskräften gerechnet, wenn Maschinen Arbeitskräfte ersetzen (technologische Arbeitslosigkeit). Saisonale Arbeitslosigkeit

Sie ist jahreszeitlich, beginnt und kehrt regelmässig wieder, wie z. B. bei nachlassender Bautätiger im Winter und bei zurückgehender Nachfrage nach Arbeitskräften in der sommerlichen Urlaubszeit. Die saisonale Arbeitslosigkeit kann man nicht vollständig beseitigen,

sondern man versucht sie durch bestimmte Maßnahmen zu mindern.

Fragen zum Text

1. Was erforscht die Volkswirtschaftslehre?

2. Was kann produziert werden?

3. Was wird produziert?

4. Warum gibt es Arbeitslosigkeit?

5. Was verstehen Sie unter dem Begriff "Vollbeschäftigung"?

6. Welche Formen der Arbeitslosigkeit könnten Sie nennen?

7. Warum verändert sich das Preisniveau?

8. Wie erfolgt die Wirtschaftsordnung?

II. DIE MENSCHLICHEN BEDÜRFNISSE

Jeder Mensch hat Bedürfnisse: Existenzbedürfnisse sowie Kultur und Luxusbedürfnisse. Als Mittel zur Bedürfnisbefriedigung dienen Güter. Diese sind meist im Verhältnis zu den unendlichen großen Bedürfnissen knapp.

Die Knappheit der Güter zwingt zum Handeln nach dem "wirtschaftlichen Prinzip". Das wirtschaftliche Prinzip auch "ökonomisches Prinzip" genannt, kann in zwei Arten auftreten: 1) Als Maximalprinzip (Prinzip des größten Erfolges): Es soll bei gegebenen Mitteln der größte Erfolg erzielt werden. 2) Als Minimalprinzip (Mittel des kleinsten Mitteleinsatzes): es gilt, einen bestimmten Erfolg mit dem geringsten Aufwand zu erreichen. Jeder Mensch, gleich wann, wo und wie er lebt, hat Bedürfnisse. Um nicht zu verhungern, muß er sich ernähren; um nicht zu erfrieren, muß er sich kleiden, um sich vor den Unannehmlichkeiten der Witterung zu schützen, braucht er eine Unterkunft. Es sind dies die exis-

tentiellen Voraussetzungen, die das menschliche Leben erst ermöglichen. Darum nennt man sie auch Primär- oder Existenzbedürfnisse. Daneben gibt es Bedürfnisse, die das Leben zwar verschönern und angenehmer gestalten, jedoch nicht unbedingt lebensnotwendig sind. Sie reichen von der Seife über Kaffee und Kaviar, Auto und Fernsehgerät bis zur Urlaubsreise und zum Brillantring. Diese Gruppe fällt unter die Begriffe Sekundär- oder Kultur- und Luxusbedürfnisse. Während die Primärbedürfnisse bei Menschen aller Alterstufen, jeglichen Bildungsgrades, sämtlichen Hautfarben und Nationalitäten weitgehend gleich sind, weisen die Sekundärbedürfnisse starke Differenzierungen auf. Sie richten sich: 1. Nach der Entwicklungsstufe: Ein fünfjähriges Kind beispielweise hat kaum das dringende Bedürfnis, sich zu waschen; ihm ist sicher ein Spielzeugauto wichtiger als Seife.

2. Nach den natürlichen Umweltbedingungen:

Sicherlich ist es eine beachtenswerte verkäuferische Leistung, einem Grönland - Eskimo einen Kühlschrank oder einem Kongolesen eine Heizsonne zu verkaufen; ob die Käufer ein Bedürfnis nach diesen Produkten haben, ist zumindest sehr fraglich.

3. Nach dem zivilisatorischen und technischen Fortschritt:

So war etwa das Telefon vor 100 Jahren noch eine bewunderte Sensation - heute kommt es in zivilisierten Ländern einem Massenbedürfnis entgegen. Einen besonders überzeugenden Eindruck vom Einfluß des technischen Fortschritts auf die menschliche Bedürfnisskala liefert die Entwicklung des Fernsehens. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es weitgehend unbekannt. Heute flimmert in fast allen Haushalten ein Bildschirm - meist in Farbe. Der Video-Recorder zieht sich in viele Wohnungen in immer schnellerem Tempo ein.

4. Nach den wirtschaftlichen Verhältnissen:

In der Zeit der totalen wirtschaftlichen Verelendung bis zur Währungsreform erschöpfte sich das Denken der Bevölkerung fast ganz in der Befriedigung der Primärbedürfnisse, und selbst nach der Normalisierung des Wirtschaftslebens war ein so bedeutender Nachholbedarf vorhanden, daß die ersten fünf, sechs Jahre des Wiederaufbaus von drei großen Verbrauchswellen getragen wurden: der sogenannten Freßwelle, der Kleidungswelle, der Wohnungswelle. Anschließend erst erwachten die Luxusbedürfnisse, die einen immer breiteren Raum einnahmen. Mehr und mehr verstärkt sich das Streben nach höherer "Lebensqualität". Dazu

gehören auch Reisen ins Ausland.

Die Summe aller Bedürfnisse ist der Bedarf. Wenn dieser Bedarf mit

Kaufkraft ausgestattet auf dem Markt wirksam wird, nennen wir

ihn Nachfrage.

Es sei festgestellt, daß rund zwei Drittel der Menschheit noch auf der

untersten Entwicklungsstufe stehen. Weit über eine Milliarde

Menschen sind nicht mit den nötigsten Nahrungsmitteln versorgt,

viele von ihnen leben in ständiger Furcht vor dem Hunger. Wenn -wir sehen, daß sich der zivilisatorische und technische Fortschritt ständig verbreitet und immer neue Bereiche erfaßt und erschließt so wird offensichtlich, daß die menschlichen Bedürfnisse keine Grenzen haben. Demokrit hat gesagt: "Wenn das Tier ein Bedürfnis hat, weiss es, wieviel es bedarf. Der Mensch aber weiss es nicht."

Fragen zum Thema

1. Was verbinden Sie mit dem Begriff die menschlichen Bedürfnisse?

2. Begründen Sie kurz, warum jeder Mensch Bedürfnisse hat?

3. Was verstehen Sie unter den primären Bedürfnissen?

4. Was verstehen Sie unter den Sekundärbedürfnissen?

5. Wie werden die Sekundärbedürfnisse differenziert?

6. Was verstehen Sie unter dem Begriff der Bedarf?

7. Haben die menschlichen Bedürfnisse Grenzen? Begründen Sie Ihre Meinung.

III. DER MARKT

Der Markt ist das Nervenzentrum der Wirtschaft. Dort treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Die unterschiedlichen Interessen der Marktpartner (Käufer möglichst niedrige,

Verbraucher möglichst hohe Preise) auszugleichen, ist in der freien Marktwirtschaft die Aufgabe des Preises. Angebot, Nachfrage und Preis regulieren das Marktgeschehen. Der Markt- und Preismechamismus übernimmt eine gewichtige

Ordnungsfunktion im Wirtschaftskreislauf.

Nach der Zahl der Marktpartner lassen sich verschiedene Marktformen unterscheiden. Neben der Konkurenz sind das Monopol und das Oligopol die wichtigsten. Die Theorie der "unvollkommenen Märkte" zeigt auf, dass es in der Wirklichkeit, abweichend von dem Modell der "vollkommenen Konkurenz", Differenzierungen sachlicher, persönlicher, räumlicher und zeitlicher

Art gibt. Es gibt unterschiedliche Märkte: Immobilienmarkt,

Wohnungsmarkt, Baumarkt, Automarkt, Tiermarkt, Geldmarkt, Hobby- und Freizeitmarkt, Stellenmarkt usw. Märkte können daher nach unterschiedlichen Gesichtpunkten eingeteilt werden, z. B. in Gütermärkte und Dienstleistungsmärkte. Innerhalb dieser großen Untergliederung können dann viele Einzelmärkte unterschieden werden.

Der Gütermarkt wird in den Investitions- und Konsumgütermarkt eingeteilt. Auf dem Investitionsgütermarkt werden Güter gehandelt, die von Unternehmen zur Herstellung anderer Güter gebraucht

werden. Sie werden in den Herstellungsprozess eingebracht

(investiert), z. B. Maschinen, Werkzeuge.

Auf dem Konsumgütermarkt werden Güter angeboten, die von den

privaten Haushalten für den Endverbrauch nachgefragt werden.

Nach Art der gebändelten Güter gibt es Einzelmärkte, z. B.

Automarkt, Möbelmarkt oder Waschmaschinenmarkt.

Märkte unterscheiden sich nicht nur nach der Art des Angebots.

Auch die Ausdehnung von Märkten ist unterschiedlich. Das hängt

von ihrem Einzugs- und Einflußbereich ab. So treffen auf einem regionalen Markt (z. B. einem Wochenmarkt) meistens nur Anbieter und Nachfrager aus der näheren Umgebung zusammen. Auf dem Weltmarkt dagegen treten Verkäufer und Käufer aus vielen Ländern auf. Man kann also den Weltmarkt, amerikanischen, europäischen, asiatischen Markt, den Markt der Bundesrepublik

Deutschland, den Markt von Rußland usw. unterscheiden.

Der Markt ist gewissermaßen das Nervenzentrum der Wirtschaft, in

ihm treffen die Wünsche und Absichten von Konsumenten und

Produzenten aufeinander, von Arbeitgebern und -nehmern, von

Vermietern und Mietern, von Kapitalgebern und-nehmern, von

Angebot und Nachfrage!

Nun verfolgen freilich die verschiedenen Marktpartner recht

unterschiedliche Ziele: der Konsument will möglichst billig

einkaufen, der Produzent möglichst teuer verkaufen, der Arbeit-

nehmer andererseits möglichst hohe Einkünfte erzielen, der Arbeitgeber mit möglichst niedrigen Löhnen und Gehältern auskommen, - und so könnte man die Gegenüberstellung beliebig fortsetzen.

E - Commerce

Der Kunde holt sich den Supermarkt ins Haus, stellt seine Bestellung oder sogar das Produkt selbst zusammen und wird damit Teil des Unternehmens. Der elektronische Handel ist die industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts. E-Commerce verändert die wirtschaflichen Strukturen radikal und global. Die Unternehmen müssen sich anpassen. Nicht das Grösste, sondern das Schnellste und das Flexilbelste gewinnt.

Das Internet ist eine der grössten Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Wie andere technologische Errungenschaften wird es unser Leben verändern. Es verändert schon unser Geschäftsverhalten und unser Zusammenleben tiefgreifend und grundlegend. Das ist aber erst der Anfang. Zu Beginn des neuen Millenniums können wir mit grasser Spannung dem entgegensehen, was uns in Zukunft erwartet. Jede technologische Revolution hat zu entscheidenden Veränderungen der Industrie geführt. Die anfänglichen Gewinner sind nicht mehr die langfristigen Sieger. Wer im Internet-Geschäft einen Erfolg haben will, muss die Unternehmenkonzepte überdenken und organisa-torische Veränderungen vornehmen. Heute gibt es fast 140 Millionen Internet-Nutzer in den Vereinigten Staaten und Kanada und rund 84 Millionen in Europa. Das Internet ist zu einer festen Einrichtung geworden. Es wird weiter anwachsen und schliesslich die Mehrheit der Weltbevölkerung einbeziehen. Bis zum Jahr 2003 werden 500 Internet-Nutzer online Waren im Wert von über 1,3 Billionen Dollar kaufen. Diese Zahlen könnten noch erheblich übertroffen werden, falls China und Indien in den nächsten 2 Jahren richtig ins Netz einsteigen. Dafür gibt es konkrekte Anzeichen. Das Internet gehört bereits zu unserem Leben. Es ist

nicht die Zukunft, auf die wir uns vorbereiten müssen, sondern die Gegenwart. Einige Zahlen belegen das. Z. B., Federal Express wickelt 70 Prozent aller Kundengeschäfte über das Internet ab und will den Anteil auf 100 Prozent steigern.

Das Internet nimmt eine Sonderstellung ein. Wenn die Eisenbahn den wirtschaftlichen Wettbewerb im 19. Jahrhundert grundlegend verändert hat, weil sie die zuvor geschützten lokalen Unternehmen

in den Kampf mit weit entfernten Konkurrenten trieb, dann ist zu erwarten, dass der Internet-Handel im 21. Jahrhundert das Gleiche bewirken wird. Das globale Dorf war seiner Verwirklichung nie näher. Wir haben die Auswirkungen der industriellen Revolution auf die Lieferanten erlebt, und es ist davon auszugehen, dass der E-Commerce vergleichbare Folgen für die Kunden machen wird. Zum ersten Mal werden wir ein wirklich funktionierendes Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage erleben. Der Markt wird die Preise bestimmen, nicht die Unternehmen.

Wir treten in eine neue Ära ein. Die Kunden entscheiden selbst, auf welche Produkte und Dienstleistungen sie warum, wie und wann zugreifen. Aber das ist auch für die Unternehmen eine gute Sache. Sie müssen sich nicht länger mit Mutmassungen über die Kundenwünsche befassen. Sie können die Kunden an der Entstehung von Produkten beteiligen. Und das ist das Kennzeichen der Internet-Ära.

Das Internet hat heute eine rasante Ausbreitung. Die Unternehmen ziehen einen grossen finanziellen Nutzen aus dem Internet. Für die

strategische Führung in der Online-Welt muss man sich von den Erfolgsrezepten der Vergangenheit lösen. Es gibt eine zentrale Lektion dazu: die Hinwendung zum Internet-Geschäft ist mit organisatorischem Wandel verbunden. Ausführliche Befragungen über mehr als 35 Internet-Unternehmen haben ergeben, dass die führenden Finnen im Internet einige entscheidende Erfolgsfaktoren

verbinden. Aus diesen Erfahrungen kann man lernen. Die Unternehmen, die die neuen Internet-Technologien am

erfolgreichsten für sich genutzt haben, sind gleichzeitig jene, deren

Topmanagement hier Prioritäten setzte.

Die Dinge verändern sich schnell und oft unkontrollierbar. Man

muss beim strategischen Denken und Planen umdenken.

Unternehmen können sich nicht mehr mit langfristigen Prognosen

zufrieden geben. Die Strategie muss dem Netz und das strategische

Denken der Internet-Zeit angepasst werden.

Ein Einstieg ins Web muss ein Katalysator für die Veränderung sein,

und dabei ist die Zusammenarbeit aller Unternehmensabteilungen entscheidend. Um einen solchen Wandel zu meistern, ist eine funktionsübergreifende Intergration von Informationstechnologie und Geschäftstätigkeit notwendig.

Bei der Entwicklung einer erfolgreichen Internet-Strategie kommt es darauf an, den Kunden in die Kernprozesse des Unternehmens einbeziehen zu können.

Unternehmen bauen auf Menschen auf. Es überrascht nicht, dass erfolgreiche Unternehmen alles daransetzen, die besten Leute zu bekommen. Allerdings nicht nur die besten, sondern ganz bestimmte. Die modernen Menschen sollen optimistisch sein, hart arbeiten und dabei Spass haben möchten. Solche Menschen zu finden ist nicht leicht. Man braucht Menschen, die nicht linear denken und handeln können. Aber wenn es gelingt, wird der Erfolg bestimmt grenzenlos sein.

Führende Branchen im E-Commerce in Deutschland Reise

Mit Abstand führend im elektronischen Handel ist die Reisebranche. Im ersten Halbjahr 1999 wurden 297 Millionen Mark mit privaten Endkunden (business-to-customer, b-t-c) umgesetzt; für das ganze Jahr werden 730 Millionen Mark Umsatz erwartet. Das entspricht einer Steigerung von 210 Prozent gegenüber 1998. Die Lufthansa will in diesem Jahr 100 Millionen Mark Umsatz mit E-Commerce machen. Dafür gründete das Unternehmen eine Gesellschaft, die auch ein virtuelles Reisebüro aufbauen soll. ,

Brokerage/Banking

Im Bereich Brokerage sind die Deutschen den Amerikanern dicht auf den Fersen. Der Online-Anteil am gesamten Umsatz beträgt in den USA 15,2 Prozent, in Deutschland schon 11,5 Prozent. Insgesamt wurden im erstea Halbjahr 1999 im b-i-c-Geschäft 94 Millionen Mark umgesetzt; für das ganze Jahr werden 188 Millionen Mark erwartet. Das entspricht einer Steigerung von 70 Prozent gegenüber 1998. Deutsche Bank Private Banking investiert im Rahmen der Global-e-Strategie im laufenden Jahr 50 Millionen Mark in E-Commerce-Aktivitäten. Private Banking betreut 470 000 Kunden weltweit, davon gut 350 000 in Deutschland. Von diesen nutzen gegenwärtig 41 000 Kuaden das Online-Angebot- bis Ende des Jahres sollen es 75 000 sein. "Wir wollen, die private Bank auch für die New Economy werden", sagt Bernd-A von Maltzan, der für das Private Banking weltweit zuständige Bereichsvorstand der Deutschen Bank. "Was sich auf den ersten Blick zu widersprechen scheint, passt sehr gut zusammen: ganzheitliche persönliche Beratung des Kunden durch seinen Betreuer und individuelles Vermögensmanagement durch Nutzung der Internet -Technologie. Das eine kann und soll das andere nicht ersetzen.

Bücher

Quasi aus der Garage heraus konnten Start-ups wie Bücher, die eine starke Marktposition aufbauen. Der Anteil reiner Internet-Anbieter im Bereich Bücher ist mit 54 Prozent überdurchschnittlich hoch. Buecher.de zählt inzwischen 250 000 Kunden und verkauft täglich 5 000 Bücher. Der geschätzte Online-Umsatz in diesem Bereich lag 1999 bei 234 Millionen Mark. Das entspricht einer Steigerung um 190 Prozent gegenüber 1998.

Fragen zum Text

1. Wo treffen sich Anbieter und Nachfrager?

2. Welche Märkte können Sie nennen?

3. Wie verhalten sich Angebot und Nachfrage zueinander?

4. Welche Folgen treten für Anbieter ein, die sich in ihrem Warenangebot nicht schnell auf neue Verbraucherwünsche eingestellt haben?

5. Beschreiben Sie einen Markt anhand folgender Fragen:

a) Was wird auf dem Markt gehandelt?

b) Wer sind Anbieter (Verbraucher)?

c) Beschreiben Sie einen Wochenmarkt.

IV. DIE PREISBILDUNG

Wenn man die Frage stellt, wer eigentlich die Preise "macht", liegt für viele Menschen die Antwort auf der Hand: Die Unternehmer machen die Preise; wir sehen es ja täglich an den Preisschildern der Geschäfte. Trotzdem wäre diese Antwort unrichtig. Was wir dort sehen, sind Preisangebote aufgrund bisheriger Erfahrungen, die von den Käufern angenommen werden können oder nicht. Oft genug werden diese Preisangebote geändert, weil die Waren unverkauft bleiben. Es gibt dann Sonderangebote, Schlussverkäüfe oder reduzierte Preise. Das gilt besonders für Waren, die nicht ständig gleichbleibend gehandelt werden, sondern deren Absatz z. B. durch Modeeinflüsse oder das Klima schwankt. Ausserdem sieht der einfache Bürger nur die Preisangebote für "Private". Im Bereich des Handels zwischen den Unternehmen spielt das Aushandeln der Preise und die Gewährung vielfältiger Rabatte in den Beziehungen zwischen Käufer und Verkäufer eine wesentlich große Rolle. Wovon hängt dann die Höhe der Preise ab? Sehr viele Faktoren wirken bei der Preisbildung mit. Dazu gehören ganz entscheidend die Kosten der Produktion, aber auch die Marktverhältnisse, die wiederum von vielen Umständen beeinflusst werden. Hier spielt die Einkommenslage der Bevölkerung ebenso herein wie die Dringlichkeit des Bedarfs, die Preise für andere Produkte, auf die die Menschen unter Umständen ausweichen können, die Marktmacht von Anbietern und von Nachfragern, die konjunkturelle Situation,

die Belastung durch Steuern und anderes mehr. Das Grundprinzip der Preisbildung kann man an einem vereinfachten Beispiel darstellen. Man ist dann eher in der Lage, auch für komplizierte Fälle Erklärungen zu finden. Für die Anbieter sind zunächst die Produktionskosten der ausschlaggebende Einflussfaktor. Beim Verkauf der Ware sollen diese Kosten, einschließlich einem angemessenen Lohn für die Arbeit des Unternehmers und einem Zins für den Einsatz seines Kapitals, mindestens abgedeckt werden. Durch unterschiedliche Produktions-bedingungen kommt es zu unterschiedlichen Preisvorstellungen der Anbieter. Anbieter A. will 10 Stück zu mindestens 4 DM verkaufen. Anbieter

B. will 8 Stück zu mindestens 5 DM - verkaufen. Anbieter C. will 12 Stück zu mindestens 6 DM - verkaufen. Für die Nachfrager ist entscheidend, welchen Nutzen sie von der Ware haben (dies beeinflusst ihre Zahlungswilligkeit) und über welche Geldmittel sie verfügen (davon ist ihre Zahlungsfähigkeit abhängig). Nachfrager A. will 8 Stück zu höchstens 6 DM - kaufen. Nachfrager B. will 10 Stück zu höchstens 5 DM - kaufen. Nachfrager C. will 12 Stück zu höchstens 4 DM - kaufen. Erläuterung: Zu DM 4. werden nur 10 Stück (Anbieter A.) angeboten; zu 5 DM werden insgesamt 18 Stück angeboten (Anbieter B. und Anbieter A., der mindestens 4 DM haben will, also auch zu 5 DM verkaufen würde); zu 6 DM werden 30 Stück angeboten. Nachgefragt werden zu 6 DM nur 8 Stück; zu 5 DM jedoch schon 18 Stück und zu 4 DM gar 30 Stück. Nur zum Preis von 5 DM werden sich in unserem Beispiel die Menge der angebotenen und der nachgefragten Waren decken, das heisst 18 Stück können gekauft und verkauft werden. Bei einem höheren Preis würde zwar mehr angeboten, aber es sind zu wenige Nachfrager vorhanden. Zu einem niedrigeren Preis als 5 DM würde mehr nachgefragt, aber es sind nur wenige Anbieter in der Lage, zu

diesem Preis auf Dauer zu verkaufen, weil ihre Kosten höher sind und sie Verluste machen.

Den Preis, zu dem sich Nachfrage und Angebot in Übereinstimmung befinden, nennt man Gleichgewichtspreis, Nachfrager, die zu diesem Preis nicht willig oder nicht fähig zum Kauf sind, erhalten keine

Ware; Anbieter, deren Kosten höher als der Gleichgewichtspreis sind, machen Verluste und müssen ihre Produktion einstellen oder sich um Kostensenkungen bemühen.

Man muß daran erinnern, dass das Hauptproblem des Wirtschaftens die Knappheit ist. Preise gibt es nur für knappe Güter. Je knapper ein Gut ist, um so höher ist der Preis (Diamanten). Je weniger knapp ein Gut ist, um so niedriger ist der Preis (Weizen). Ist ein Gut frei (d.h. nicht knapp), so ist der Preis für das Gut null. Der

Preis ist also der Indikator der Knappheit. Die Knappheit hängt also von zwei Fak-toren ab: einmal von dem Bedürfnis, ein bestimmtes Gut zu konsumieren und zum anderen von der vorhandenen Menge des Gutes. Die vorhandenen Mengen eines Gutes bezeichnen wir als Angebot; und die gewünschte Menge, sofern das Bedürfnis mit Kaufkraft ausgestattet ist und damit auf dem Markt erscheint, als Nachfrage. Es gilt: Der Preis eines Gutes bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage.

Wird eine große Menge angeboten und wenig nachgefragt, so ist der Preis niedrig. Wird dagegen eine Menge angeboten und viel nachgefragt, so ist der Preis hoch. Ist die Nachfrage konstant und nimmt die angebotene Menge ab, so muß der Preis fallen. Ist dagegen das Angebot konstant und steigt die Nachfrage, so muß auch der Preis steigen. Wenn bei konstantem Angebot die Nachfrage fällt, so muß auch der Preis fallen. Die Beziehungen bei der Preisbildung sind vielfältig.

Märkte funktionieren ganz ähnlich. Über den Preis bewirken sie ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Der Markt sorgt über den Preis dafür, daß einerseits die kaufkräftige Nachfrage befriedigt, andererseits aber auch das Angebot abgesetzt wird. Das einfachste

Beispiel dafür liefert jeder Wochenmarkt: Sind viele Erdbeeren da, weil die Ernte war, aber nur wenige Käufer, weil das Wetter schlecht ist, dann steht einem großen Angebot eine nur kleine Nachfrage gegenüber. Darauf reagieren die Obsthändler, indem sie die Erdbeeren billiger abgeben als an einem Tag, an dem sich die Kunden vor den Ständen drängen, die Lieferungen aber nur kärglich. Wenn sie gegen Ende des Markttages noch große Mengen ihrer Ware haben, gehen sie zähneknirschend weiter mit dem Preis herunter. Sie verschleudern ihre Erdbeeren lieber - notfalls mit Verlust - als auf ihnen sitzenzubleiben - mit noch höherem Verlust. So ist das auf allen Märkten für Güter- und Dienstleistungen, aber auch für ProduktionsmittehÜber flexible Preise werden die Märkte stets geräumt. Erscheinen dem Nachfrager die Preise zu hoch, kauft

er nicht. Ist der Preis so niedrig, daß der Anbieter keine Gewinne machen oder nicht einmal mehr seine Kosten decken kann, wird er weniger oder gar nichts mehr anbieten. Andererseits sind hohe Preise ein massiver Anreiz für neue Produzenten, als zusätzliche Anbieter auf den Markt zu gehen, in bestehende Märkte einzudringen und damit das Angebot zu erhöhen. Umgekehrt treten bei niedrigen Preisen neue Käuferschichten auf, die sich das betreffende Gut bisher nicht leisten konnten. Durch derartige Reaktion der Anbieter und Nachfrager auf Preissignal pendeln sich die Preise in der Regel auf einem Niveau ein, das beide Seiten als "fair" empfinden - bis wieder etwas Neues auf den Markt kommt, das Gleichgewicht gestört wird und sich von neuem einzupendeln beginnt. Den "richtigen" Preis kann nur der Markt ermitteln.

Die Fragen zum Thema

1. Wie ist das Hauptproblem des Wirtschaftens?

2. Welche Faktoren bestimmen den Preis eines Gutes?

3. Gibt es Preise für alle Güter?

4. Warum kosten z. B. die Diamanten so hoch, und der Preis des

Weizens ist niedrig?

5. Kann es so sein, daß der Preis für das Gut null ist? Wann ist es der Fall?

6. Von welchen Faktoren hängt die Knappheit ab?

7. In welchem Fall ist der Preis niedrig (hoch)?

8. Wodurch kennzeichnet sich der Preis eines Gutes?

V. DAS GELD

Das Wesen des Geldes liegt in seinen Funktionen. Es dient in der Wirtschaft als allgemeines Tauschmittel, als Recheneinheit, als Mittel der Wertübertragung und Wertaufbewahrung. Das Geld gelangt vor allem in den Verkehr durch Geschäfte der Notenbank. Den Wert des Geldes bestimmt die Menge der Güter und Dienstleistungen. Übermäßige Vermehrung der Geldmenge löst inflatorische Entwicklungen (Preissteigerungen) aus. Unterversorgung mit Geld führt zur Deflation, zur Arbeitslosigkeit. Die Aufgabe der Wirtschafts- und Geldpolitik besteht darin, Inflation und Deflation zu verhindern.

Ohne Geld gibt es keine funktionsfähige Marktwirtschaft. Alle Wirtschaftsvorgänge spiegeln sich in Geldvorgängen. Die Hälfte der wirtschaftlichen Transaktionen vollzieht sich im Geldbereich. Dadurch wurde die moderne Arbeitsteilung ermöglicht. Für den Kreislauf der Wirtschaft ist das Geld unentbehrlich. Der Wert aller Güter am Markt wird in Geldeinheiten ausgedrückt. Mit Hilfe des Geldes lassen sich die unterschiedlichsten Güter und Dienstleistungen, ja alle ökonomischen Größen auf einen Nenner bringen, gleichgültig, ob es sich um Butter oder Heizöl, Schulden oder Vermögenswerte handelt. Das Geld macht Aufwand und Ertrag, Kosten und Preise miteinander vergleichbar, also das Geld ermöglicht eine genaue Wirtschaftsrechnung. Wie gelangt Münz-und Notengeld in den Kreislauf? Geld in Form von Münzen und Scheinen ist uns bekannt. Wie das Geld in den volkswirtschaftlichen

Kreislauf kommt, ist eine interessante und wichtige Frage. Auf diese Frage gibt es eine im Grunde einfache Antwort: durch die Geschäfte der Zentralbank, und hierbei in erster Linie durch den Ankauf von Gold und Devisen, durch Kreditgeschäfte mit den Banken und durch Kredite an die öffentliche Hand.

Die Gold und Devisen kauft die Bank gegen Ausgabe von Noten oder Gutschrift auf Konto an. Diese Guthaben bei der Bank können jederzeit in Noten umgewandelt werden. Die zweite wichtigste Gruppe von Geschäften sind Kredite an inländische Kreditinstitute. Die Bank kauft von diesen Instituten Wechsel an, diese erfüllen die bestimmten Bedingungen. Die Bank kauft die Wechsel unter Abzug der Zinsen an, wobei sie bei der Berechnung der Zinsen einen bestimmten sogenannten Diskontosatz zugrunde legt.

Geldmenge und Gütermenge müssen immer in das richtige Verhältnis zueinander gebracht werden. Steigt die Geldmenge schneller als Handelsvolumen, besteht die Gefahr einer inflatorischen Entwicklung. Bleibt dagegen die Geldmenge relativ zurück, geraten wir in eine Deflation. Die Regulierung der Geldmenge erweist sich als ein sehr wichtiges wirtschaftspolitisches Problem. Inflation wie Deflation sind Krebstschäden an der Wirtschaft; sie zu verhindern ist die oberste Pflicht jeder verantwortungsbewußten Wirtschafts- und Geldpolitik. Wir alle leben in einer Marktwirtschaft, jeder trägt zur Produktivität bei (als Arbeiter oder Angestellter in den Betrieben, als Mitglied eines Haushaltes). Jeder entscheidet darüber, wieviel von dem erzielten Einkommen verbraucht oder gespart wird. Die Marktwirtschaft lebt von uns und mit uns, und deshalb ist es notwendig, das Funktionieren dieser Marktwirtschaft zu verstehen.

Die Fragen zum Thema.

1. Nennen Sie die wichtigsten Funktionen des Geldes.

2. Wodurch wird der Wert des Geldes bestimmt?

3. Was löst die übermäßige Vermehrung des Geldes aus?

4. Was verstehen Sie unter dem Begriff "Die Deflation"?

5. Wie gelangt das Münzgeld in den Kreislauf?

6. Warum wird das Geld "das Blut der Wirtschaft" genannt?

Vl. DIE BANKEN.

Die Banken (oder umfassender: Kreditinstitute) nehmen im

Wirtschaftskreislauf einen bedeutenden Platz ein. Was ist eine

Bank? Banken sind Händler mit Geld. Einige Wissenschafler sagen,

die Banken seien Produzenten von Krediten. So wie andere

Unternehmen produzieren Güter, so produzieren die Banken

Kredite.

Für Banken sollen immer als wichtigste betriebliche Zielsetzungen

Rentabilität, Liquidität und Sicherheit gelten. Sie sind gleichzeitig

von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Man hat die Banken oft

als Motor der Wirtschaft bezeichnet. Sie stehen im

volkswirtschaflichen Kreislauf mit allen Sektoren in der

geschäftlichen Beziehung.

Die zentralen Funktionen der Banken sind die Hereinnahme von

Geldern als Einlagen und ihre Weitergabe in Form von Krediten, die

Abwicklung des Zahlungsverkehrs von Wertpapieren und die

Beratung in Fragen der Geldanlage. Die Banken finanzieren sich im

wesentlichen durch Gelder, die von ihren Kunden stammen. Die

Banken übernehmen im technischen Sinne die Aufbewahrung und

Weiterleitung dieser Gelder nach den Dispositionen der

Unternehmen, die jederzeit über ihre Guthaben verfügen können.

Die Unternehmen bedienen nch dabei der Termineinlagen; die

Haushalte bevorzugen Sparkonten.

Die Banken dienen als Sammelbecken für die Kundengelder, um sie

weiterzuleiten, bringen eine Reihe zusätzlicher Vorteile für die

Volkswirtschaft mit sich.

Einer Bank leihweise übertragene Gelder nennt man Einlagen. Die

Einlagen unterscheiden sich voneinander. Es gibt:

- täglich fällige Gelder. Über sie kann jederzeit verfügt werden.

- Termineinlagen: Sie stehen der Bank für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung.

- Spareinlagen: Sparguthaben werden in ein Banksparbuch eingetragen. Der Sparer kann innerhalb von 30 Tagen 2 000 DM ohne Kündigung abheben. Je länger Termin-und Spareinlagen der

Bank überlassen werden, je länger also ein Kreditinstitut mit dem Geld arbeiten kann, um so höher sind in der Regel die Zinsen, die der Kunde bekommt.

Die Banken versorgen Wirtschaft und Haushalte mit verschiedenen Arten von Krediten. Unter "Kredit" (lat. "credere"= vertrauen, glauben) versteht man sowohl - das Vertrauen in die Fähigkeit und Bereitschaft einer Person oder Unternehmung, Schulden fristgemäß

zu begleichen als auch

- einer Person oder einer Unternehmung vom Kreditgeber zeitweilig zur Verfügung gestellte Werte. Kredite können Privatleute,

Unternehmen, sonstige Organisationen und auch staatliche Institutionen aufnehmen. In jedem Fall stellt derjenige, der den Kredit gibt (=Kreditgeber) , die ihm zur Verfügung stehenden Werte vorübergehend demjenigen zur Verfügung, der den Kredit aufnimmt (=Kreditnehmer). Der Kreditgeber hat daher den Nachteil, dass er die ihm zur Verfügung stehenden Werte vorübergehend nicht selbst nutzen kann. Daher erwartet er in der Regel vom Kreditnehmer hierfür einen Ausgleich, d. h. die Zahlung von Zinsen und natürlich

die Rückgabe des geliehenen Wertes.

Für denjenigen, der den Kredit erhält (=Kreditnehmer), besteht der Vorteil eines Kredites darin, dass er sich die von ihm benötigten Leistungen oder Güter schon beschaffen kann, ohne über die notwendigen Mittel zu verfügen. Dies ist insbesondere im kaufmännischen Geschäftsverkehr von großer Bedeutung. Kredite werden nach verschiedenen Merkmalen unterteilt, so z. B. nach der Fristigkeit in

- kurzfristige Kredite,

- mittelfristige Kredite und

- langfristige Kredite;

nach der Form der Sicherheiten in

- Blankokredit bzw. reiner Personalkredit (ohne spezielle Sicherheit),

- verstärkter Personalkredit (z. B. durch zusätzliche Bürger) und

- dinglich gesicherter Kredit (Absicherung durch Werte, z. B. Immobilien)

nach dem Verwendungszweck in

- Konsumkredit (für private Haushalte),

- Produktionskredit (für Unternehmen) und

- Öffentlicher Kredit (für staatliche Institutionen) nach den gewährten Mitteln in

- Geldleihe (Zahlungsmittel werden zur Verfügung gestellt,

- Kreditleihe (Unterstützung der Kreditwürdigkeit durch Bürgschaft, Garantie oder Wechselakzept)

- Warenkredit (Waren werden zur Verfügung gestellt, z. B. bei

Lieferantenkredit oder Leasing)

Einige wichtige Kreditformen.

Kontokorrentkredit: Ein Kontokorrentkredit ermöglicht dem

Kreditnehmer, bei seinen laufenden Geschäften Schulden zu

machen, z. B. sein Bankkonto zu überziehen oder Warenlieferungen

erst später zu bezahlen.

Diskontkredit: Beim Diskontkredit gibt der Kreditnehmer einen

Wechsel als Zahlungsversprechen.

Akzeptkredit: Beim Akzeptkredit unterschreibt der Kreditgeber

einen Wechsel, den der Kreditnehmer ausstellt. Er überträgt somit

seine eigene Kreditwürdigkeit auf den Kunden, der den Wechsel als

Zahlungsmittel verwenden kann.

Ratenkredit: Der Ratenkredit ist ein Kredit, der privaten Haushalten oder Kleingewerbetreibenden in einer Summe bereitgestellt und in festen monatlichen Raten getilgt wird. Der Ratenkredit wird zur Finanzierung von langlebigen Gebrauchsgütern (z. B. Kraftfahrzeuge, Wohnungseinrichtung) aber auch für sonstige Ausgaben wie z. B. Studium oder Urlaub verwendet.

Realkredit: Realkredite sind durch Grundpfandrechte (Grundstücke, Immobilien) abgesicherte, in der Regel langfristige Kredite an Privatpersonen und Unternehmen. Factoring: Factoring ist der Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Kreditnehmers durch eine Factoring-Gesellschaft (Kreditgeber). Der Kreditnehmer erhält sein

Geld bereits vor Fälligkeit der Forderungen und muß sich um deren Eintreiben nicht mehr kümmern.

Leasing: Leasing ist die Vermietung bzw. Verpachtung beweglicher oder unbeweglicher Wirtschaftsgüter durch den Hersteller oder eine Leasing-Gesellschaft. Während der Nutzungszeit werden laufende Zahlungen für die Nutzung geleistet. Die sonstigen Vertragsbedingungen von Leasingverträgen sind sehr unterschiedlich. Eine weitere wesentliche volkswirtschaftliche Funktion der Banken ist die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Auf diesem Wege werden Zahlungen durch Buchungsvorgänge von Konto zu

Konto oder von Bank zu Bank erledigt ohne daß Bargeld in Bewegung gesetzt wird.

Die Kunden haben verschiedene Vorteile: z. B.. Der Kunde braucht kein Bargeld zu Hause aufzubewahren und ist somit vor Verlust durch Diebstahl, Feuer zuverlässig geschützt, der Kunde hat jederzeit einen präzisen Überblick über seinen Kontostand. Besonders gilt es für die Unternehmen, die grosse Summen in der eigenen Firma nicht aufzubewahren brauchen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für den bargeldlosen Zahlungsverkehr: der Scheck, der Euroscheck, der Überweisungsauftrag, der Dauervertrag.

Zu den Dienstleistungen der Banken gehören auch Verkauf von Reiseschecks für Reisen der breite Bereich der Wertpapiere. Die Bank ist ein Berater- und Vermittler bei einer Anleihe, einem Pfandbrief, bei dem Einkauf und Verkauf einer Aktie. Die Bank verwahrt Wertpapiere und sorgt dafür, dass Zinsen und Dividenden rechtzeitig angefordert und gutgeschrieben werden.

Deutsche Bundesbank

In allen Industrieländern ist die Regelung des Geldumlaufs und der

Kreditversorgung der Wirtschaft sowie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit dem Ausland staatlichen Noten und Zentrallbanken übertragen. Die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland ist die Deutsche Bundesbank. Sie ist seit 1957 die Rechtsnachfolgerin der Bank deutscher Länder. Sitz der Bundesbank ist Frankfurt am Mein. Daneben unterhält die Deutsche Bundesbank in den grösseren Bundesländern (vor der Wiedervereinigung in jedem Bundesland) eine Hauptverwaltung, die Landeszentralbanken.

Ausgelöst durch die Wiedervereinigung wurde 1992 die Struktur der Bundesbank geändert. Während die Bundesländer und der Bundesrat die Auffassung vertraten, dass in jedem der 16 Bundesländer eine eigene Landeszentralbank angesiedelt werden müsse, war die Bundesregierung der Meinung, dass eine Straffung des Entscheidungsgremiums"Zentralbankrat" sinnvoll sei. Diese Auffassung setzte sich schliesslich durch, woraufhin die Zahl der Landeszentralbanken auf insgesamt neu verringert wurde. Somit haben nur die grösseren Bundesländer eine eigene Landeszentralbank, während kleinere Länder, wie z. B. Sachsen und Thüringen, sich eine Landeszentralbank "teilen". Entsprechend

wurde auch das Direktorium, ein Organ der Bundesbank, von zehn auf acht Mitglieder verkleinert.

Gesetzliche Grundlagen. Die Deutsche Bundesbank ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Das Grundkapital der Bundesbank beträgt 290 Mio DM, welches dem Bund gehört. Diesem fliesst auch der Gewinn zu, soweit er nach den gesetzlichen Vorschriften nicht zur Rücklagenbildung bzw. zum Ankauf von

Ausgleichsforderungen (aus der Währungsreform von 1948) verwendet werden muss. Rechte, die die Unabhängigkeit der

Bundesbank beeinflussen wurden, kann der Bund hieraus freilich nicht ableiten. Die Bundesbank ist vielmehr trotz ihrer Verpflich-

tung, die allgemeine Wirtschaftspolitik der Bundesregierung zu unterstützen, von Weisungen der Bundesregierung unabhängig. Organisationsstruktur der Bundeshank. Organe der Bundesbank sind der Zentralbankrat, das Direktorium und die Vorstände der Landeszentralbanken. Zentralbankrat und Direktorium sind den obersten Bundesbehörden, also einem Bundesminister, gleichgestellt. Die Landeszentralbanken haben die Stellung von Bundesbehörden. Der Zentralbankrat, das oberste Entscheidungsorgan der Bundesbank, setzt sich aus dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank, den weiteren Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der Landeszentralbanken zusammen. Den

Vorsitz hat der Präsident und in seiner Vertretung der Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Der Zentralbankrat tagt in der Regel alle zwei Wochen und fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Er bestimmt die Währungs- und Kreditpolitik der Bundesbank. Ferner stellt der Zentralbankrat Richtlinien für die Geschäftsführung und Verwaltung auf und grenzt die Zuständigkeit der anderen Organe voneinander ab, soweit dies nicht bereits im Bundesgesetz geschehen ist. In Einzelfällen kann er diesen auch Weisungen erteilen.

Das Direktorium ist als das zentrale Ausführungsorgan der Bundesbank für die Durchführung der Beschlüsse des Zentralbankrats verantwortlich. Es leitet und verwaltet die Bank, z. B. ist es für die Geschäfte mit dem Bund und mit den Kreditinstituten oder für Devisengeschäfte verantwortlich. Das Direktorium besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und bis zu sechs weiteren Mitgliedern. Der Präsident hat damit sowohl im Zentralbankrat als auch im Direktorium den Vorsitz. Die Mitglieder des Direktoriums werden von der Bundesregierung vorgeschlagen und nach Anhörung des Zentralbankrats vom Bundespräsidenten für eine Amtsdauer von acht, mindestens jedoch zwei Jahren bestellt. Die Landeszentralbanken werden von einem Vorstand geleitet, der

sich aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und bei den grösseren Landeszentralbanken einem weiteren Vorstandsmitglied zusammensetzt. Im Gegensatz zum Direktorium wird hier der Präsident jedoch nicht von der Bundesregierung, sondern vom Bundesrat vorgeschlagen, der seinerseits an die Vorschläge der Landesregierung gebunden ist. Das Bundesbankgesetz schliesst somit eine beherrschende Stellung der Bundesregierung bei der Bestellung der Mitglieder des Zentralbankrats aus. Funktionen der Bundesbank. Als Zentralnotenbank hat die Deutsche Bundesbank allein das Recht, auf DM lautende Banknoten auszugeben. Diese Monopolstellung im gesamtwirtschaftlichen Geldkreislauf ist Voraussetzung für eine wirksame Kontrolle der

Geldmenge und der Sicherung der Währung. Als "Bank der Banken" ist die Deutsche Bundesbank Geldbeschaffungsstelle für die Kreditinstitute. Unter Einsatz ihres währungspolitischen Instrumentariums versorgt sie die Kreditinstitute mit Liquidität, beeinflusst das Zinsniveau und steuert damit direkt die

Kreditnachfrage der Volkswirtschaft.

Als "Bank des Staates" - vertritt die Deutsche Bundesbank die Bundesrepublik Deutschland in internationalen (z. B. Internationaler Währungsfonds), verwaltet die nationalen

Währungsreserven und wirkt mit bei der Kreditaufnahme des Bundes und der Länder auf den Geld- und Kreditmärkten.

Geldpolitische Aufgaben der Deutschen Bundesbank ( 3 BbankG):

• Regelung des Geldumlaufs innerhalb der Wirtschaft

• Regelung der Kreditversorgung der Wirtschaft

• Bankmässige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland mit dem Ausland

• Erfüllung dieser Aufgaben aufgrund besonderer währungspolitischer Befugnisse

• Notenprivileg, Diskontpolitik, Lombardpolitik, Mindestreserven-politik, Offenmarktpolitik, Einlagenpolitik

Ziele der Geldpolitik

• Sicherung der Währung

• Unterstützung der allgemeinen Wirtschaftspolitik der Bundesregierung

Fragen zum Thema

1. Wo sammeln sich die Einlagen von Privatpersonen?

2. Wie tragen die Banken wesentlich zur Kredit- und Kapitalversorgung der Wirtschaft bei?

3. Was sind Banken?

4. Welche wichtigsten betrieblichen Zielsetzungen haben die Banken?

5. Was ist die zentrale Funktion der Banken?

6. Womit versorgen die Banken Wirtschaft und Haushalte?

7. Was versteht man unter dem Begriff "der Kredit"?

8. Wie werden die Kredite unterteilt?

9. Nennen Sie die wichtigen Kreditformen.

VII. DAS UNTERNEHMEN

Jeder Produktionsvorgang ist im Grunde nichts Anderes als die zielbewußte Kombination der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit, Kapital. Das Unternehmen ist eine wirtschaftliche Einheit, die der Produktion von Gütern oder Dienstleistungen durch eine Kombination von Produktionsfaktoren dient. Jedes Unternehmen ist von zwei Seiten mit dem Wirtschaftskreislauf verbunden, und zwar mit den Beschaffungsmärkten und Absatzmärkten. Von den Beschaffungsmärkten bezieht das Unternehmen Arbeitskräfte, Maschinen, Werkstoffe. Der Erfolg eines Unternehmens ist wesentlich von den Entscheidungen des Unternehmers abhängig. Dem Unternehmer sind vier Grundaufgaben gestellt - Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs nach Größe, zweckmäßige Kombination der Produktionselemente, Leitung und Kontrolle des Produktionsvorgangs und bestmögliche Heranbringung der Produkte an den Konsumenten. Der neue Unternehmer sucht immer neue Wege, um das Sozialprodukt zu mehren.

Es gibt verschiedene Formen der Unternehmung: Mit der

Entscheidung über die Rechtsform bekommt die Unternehmung

ihre rechtliche Verfassung.

/. Die Einzelunternehtnung: Gewerbebetrieb, dessen Eigenkapital

von einer Person aufgebracht wird. Sie leitet das Unternehmen

verantwortlich und trägt das Risiko allein.

II. die Gesellschaften: eine Gesellschaftsunternehmung entsteht in

aller Regel durch vertraglichen Zusammenschluß von zwei oder

mehr Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks.

III. Offene Handelsgesellschaft (OHG).

Die vertragliche Vereinigung von zwei oder mehr Personen zum

Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaflicher Firma mit

unbeschränkter Haftung aller Gesellschafter. Kein vorgeschriebenes

Mindestkapital, keine Mindesteinlagen.

IV. Kommanditgesellschaft (KG).

Die vertragliche Vereinigung von zwei oder mehr Personen zum Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma.

V. Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die Gesellschafter sind mit Stammeinlagen am Stammkapital beteiligt, persönlich haften sie für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft nicht. Gewinnstreben ist ein wichtiger Motor für alle Unternehmen und damit für die Marktwirtschaft. Der Unternehmer von heute soll immer

wirtschaftlich und planvoll handeln.

Karriere-Check: Die wichtigsten Regeln für den Weg nach oben. Lebensplan entwerfen: Machen Sie sich klar, wo Sie beruflich hinwollen, ob und wie Sie Familienpläne damit verbinden können.

Ziele feststellen: Setzen Sie sich realistische Etappenziele. Forderungen stellen: Sagen Sie Ihren Vorgesetzten, dass Sie weiterkommen möchten. Kämpfen Sie um Gehaltserhöhungen, Geld hat auch mit Status zu tun.

Außenwirkungen überprüfen: Finden Sie heraus, wie andere Sie sehen - am besten in Seminaren mit Gleichgesinnten oder mit Hilfe eines Coacks, der Ihnen klarmacht, wann Sie vielleicht arrogant oder unsicher wirken und sich damit Chancen verbauen.

Kontakte schaffen und Image pflegen: Sorgen Sie dafür, dass man

Ihre Leistungen und Ihr Gesicht kennt - im eigenen Haus und in der

Branche.

Machtspiele erkennen: Analysieren Sie die informellen Hierarchien,

finden Sie heraus, wer wen beeinflusst. Versuchen Sie, in die

"Küchenkabinette" vorzudringen, und schliessen Sie sich

Frauennetzwerken an.

Klischees vermeiden: Achten Sie darauf, dass Sie niemanden im Büro

bemuttern und nicht mädchenhaft mit Ihren Schwächen kokettieren.

Eitelkeiten beachten: Männer reagieren empfindlich auf Kritik von

Frauen. Führen Sie harte Auseinanderzetzungen mit Männern lieber

unter vier Augen, und werden Sie nicht persönlich.

Perfektionismus überwinden: Wer täglich entscheiden muss, trifft

auch Fehlerentscheidungen. Lernen Sie mit dem Fehlermachen zu

leben.

Die zehn Gebote für einen Unternehmer.

 I. Langsamer ist oft besser.

Geschwindigkeit ist als ökonomische Produktivkraft weitgehend ausgereizt. Dagegen ist das Langsame noch eine unentdeckte produktive Kraft: Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie Sie die Vorzüge dieser Energie in Ihrem Unternehmen entwickeln können?

II. Warten lohnt sich.

Warten ist weit mehr als nur Handlungsverzicht und oft produktiver als purer Aktivismus. Um etwa den richtigen Zeitpunkt für die

Markteinführung von Produkten zu finden, muss man warten

können.

III. Pausen sind kreativ.

Machen Sie öfter eine kreative Pause. Nur so können Sie beurteilen,

was gelungen ist und was nicht. Pausieren Sie auch beim Übergang

von einer Arbeit zur nächsten, und nehmen Sie sich die Zeit, sich

vom alten zu verabschieden. Nur so kann das Neue richtig beginnen.

IV. Jede Arbeit braucht ihre spezifischen Zeitmaße.

Wer rast, ist nur aufs Ziel fixiert. Wer sich Zeit lässt, hat auch den

Weg und potentiell kreative Umwege vor Augen. Das Ziel ist entscheidend, aber der Weg und die Details zählen nicht minder. Auf beides kommt es an.

V. Beschleunigung braucht Stabilität.

Wer beschleunigt, braucht etwas Stabiles zum Festhalten, um nicht ein Opfer der Fliehkraft zu werden. Im Unternehmen können Sie nur dann problemlos beschleunigen, wenn Sie anderswo entschleunigen und damit sicherstellen, dass genügend Stabilität im

System erhalten bleibt.

VI. Zeit ist nicht immer Geld.

Nicht alle Zeit im Unternehmen lässt sich auf Heller und Pfennig nachrechnen. Der Wert eines persönlichen Gesprächs mit einem Mitarbeiter lässt sich - im Gegensatz zum mechanistischen Informationsaustausch - nicht in Geld ausdrücken. Werden Sie nicht zum Zeitknauserer. Wenn Sie irgendwo im Unternehmen Zeit einsparen, dann nutzen Sie diese produktiv und nicht nur, um anderswo noch mehr mit der Zeit zu knapsen. Vereinbaren Sie im Vorfeld der Maßnahme schon mit den Mitarbeitern, wie die eingesparte Zeit verwendet wird. Sonst produzieren Sie nur Widerstand, und der frisst den erzielten Zeitgewinn letztlich wieder auf.

VII. Verlieren Sie Anfang und Ende nicht aus den Augen.

Projekte werden häufig aufgestockt, umdefiniert und erweitert. Am

Ende weiss keiner mehr, wann sie begonnen wurden und wann sie eigentlich zu Ende gehen sollen. Wer aber Anfang und Schluss nicht mehr überblickt, der verliert zwangsläufig auch den wesentlichen Mittelpunkt aus den Augen. Mit deutlich fixierten Anfängen orientieren und motivieren Sie Ihr Team, und mit klar markierten Abschlüssen machen Sie zuverlässige Erfolgseinschätzungen überhaupt erst möglich.

VIII. Im Rhythmus arbeitet sich es besser.

Im Arbeitsrhythmus - etwa dem Rhythmus von Arbeitszeit und Pause oder dem von Beschleunigung und Verlangsamung - drückt sich Arbeitskultur aus. Die Arbeitskraft Ihres Teams entwickelt sich immer rhythmisch. Der heute herrschende Flexibilisierungsdruck

macht die orientierende Kraft von Rhythmen notwendiger denn je. Nur wer einen klaren Rhythmus hat, kann problemlos flexibilisieren.

IX. Kreativität braucht Frei-Zeit.

Gönnen Sie Ihren Mitarbeitern zeitliche Freiräume. Gerade das Vage ist häufig am produktivsten, weil es Neues hervorbringt. Dies gilt vor allem für jene Mitarbeiter und Abteilungen, die auf die Entfaltung von kreativen Potentialen angewiesen sind.

X. Zeitmanagement kostet Zeit.

Wieviel Zeit verbringen Sie eigentlich mit der Organisation Ihrer Zeit? Zeitmanagement verschlingt paradoxerweise Zeit. Je weniger Sie über Zeit nachdenken, desto mehr Zeit haben Sie.

Fragen zum Thema

1. Wie definieren Sie den Begriff "das Unternehmen"?

2. Was für eine Einheit ist "das Unternehmen"? .

3. Was wird im Unternehmen kombiniert und nach welchem Prinzip erfolgt diese Kombination?

4. Wie sind die Grundaufgaben eines Unternehmers?

5. Welche Gebote sind für den heutigen Unternehmer wichtig?

6. Nennen Sie die wichtigen Gedanken des Textes. 8. Nehmen Sie Ihre Stellung zu den Behauptungen:

"Die wichtigsten Regeln für den Weg nach oben".

VIII. DIE INVESTITIONEN

Kaum ein anderer Begriff aus dem Wirtschaftsleben wird so unterschiedlich verstanden wie der Begriff "Investitionen". Mit Investitionen kann gemeint sein:

- Eine Erweiterung des Anlagevermögens (Kauf von Maschinen)

- Eine Erweiterung des Sachvermögens (Erhöhung des Lagerbestände)

- Erweiterung der Produktionskapazität durch zusätzliche Ressourcen

- Jeder Einsatz von Kapital im Rahmen der Unternehmung

- Geld in eine Unternehmung stecken

- Vorsorge für die Zukunft treffen

Allen Vorstellungen gemeinsam ist, dass man Geld, das als "Gut höchster Liquidität" angesehen wird, für irgendwelche Zwecke ausgibt. Liquidität bedeutet "Flüssigkeit", im übertragenen Sinn "Zahlungsfähigkeit".Das bedeutet, dass man mit Geld viele andere Dinge kaufen kann, jedoch erhält man für diese Dinge dann nicht so leicht wieder Geld. (Beispiel: Sie kaufen eine antike Vase für Ihr Geld. Unter Umständen müssen Sie aber lange einen Käufer suchen,

um diese Vase dann wieder zu Geld zu machen.)

Bei einer Investition wird das Geld also gebunden und kann damit

für keinen anderen Zweck mehr verwendet werden. Das bedeutet,

dass man mit der Liquiditätsaufgabe einen Verzicht leistet, für den

man sich ein zusätzliches Entgelt erhofft, d. h. einen Gewinn aus der

Investition.

Eine Investition liegt also immer dann vor, wenn eine Ausgabe von

liquiden Mitteln in der Absicht erfolgt, später diese Mittel durch

einmalige oder laufende Einnahmen zurückzuerhalten. Die

Erfolgser-wartung muß nicht mit finanziellem Gewinn identisch sein, sondern kann generell in jeder Art von betriebswirtschaftlichem Nutzen bestehen. Die Ausgabe von Geld für Gebäude, Maschinen, Anlagen, Betriebseinrichtungen jeder Art rechnet damit zu Investitionen wie die Ausgabe für Personal, Material, Energie. Dagegen ist die Geldausgabe bei der Rückzahlung von Krediten, der Ausschüttung von Gewinnen oder der Zahlung von Gewinn -steuern keine Investitionsausgabe, weil bei diesen Ausgaben nicht mit einem Rückfluss gerechnet wird.

Danach lassen sich drei Erscheinungsformen von Investitionen unterscheiden, welche allerdings in der Praxis nicht fein säuberlich voneinander zu trennen sind. Ersatzinvestitionen dienen dazu, um den laufenden Verschluß des

Produktionsapparates nur zu ersetzen. Durch die Produktion nutzen sich z. B- laufend die Maschinen ab. Ihre technische Lebensdauer ist begrenzt. Die abgenutzten Anlagen müssen durch neue ersetzt werden. Ein Betrieb kann z. B. reparaturanfällig gewordene LKW in seinem Fuhrpark gegen neue auswechseln. Den Gegenwert für die Abnutzung seiner Anlagen rechnet das Unternehmen in Form von Abschreibungen in die Kosten mit hinein, erhält diese dann über die Erlöse wieder zurück. Die Ersatzinvestitionen dienen also im Prinzip nur dem Erhalt und nicht der Erweiterung des Produktionsapparates.

Rationalisierungsinvestitionen sind dazu bestimmt, die Kosten der Produktion zu senken, ohne daß dabei eine Ausweitung des Produktionsapparates angestrebt wird.-

Erweiterungsinvestüionen haben den Zweck, den Produktionsapparat zu vergrößern. Beispiele hierfür sind die Errichtung neuer Werke oder die Erweiterung bestehender Fabrikanlagen, die ihrerseits Voraussetzung für die Entwicklung neuer und verbesserter Produkte sind. Im Bankgewerbe kann es sich um die Eröffnung einer neuen Filiale oder einer anderen Geschäftsstelle handeln. Mit den Erweiterungsinvestitionen entstehen neue Kapazitäten und mit ihnen neue Arbeitsplätze. Sie schaffen damit die Voraussetzungen für das allgemeine Wachstum der Wirtschaft.

Man hat den Effekt einer Investition oft mit der Wirkung verglichen, die ein Stein auslöst, der ins Wasser geworfen wird. Er löst zuerst eine starke Welle aus, dann - kreisförmig sich über das Wasser ausbreitend - immer schwächere, bis in einer Entfernung nichts mehr bewegt wird.

Private Investitionen werden vor allem getätigt, um den Produktionsapparat zu erhalten, zu verbessern und zu erweitern. Gewinne und Gewinnchancen entscheiden in erster Linie über private Investitionen. Die Entscheidung über größere Investitionen ist oft außerordentlich schwierig. Einerseits werden in der Regel

liquide Mittel sehr langfristig gebunden, was meist nicht revidierbar ist; zum zweiten beruhen diese Entscheidungen in der Regel auf sehr unsicheren Erwartungen aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von ausreichenden Daten über zukünftige Entwicklungen. Die Beschaffung von Kennzahlen für eine Investitionsentscheidung ist sehr kompliziert: Hier müssen sowohl innerbetriebliche Informationen als auch externe über den Markt die Wettbewerber, die Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftspolitik, über den Stand und Entwicklung der Technologie herangezogen werden. Und nicht zuletzt sollte die Komplexität der Entscheidung bedacht werden, da praktisch alle Unternehmensbereiche davon betroffen werden. Letztlich kommt zu allem häufig noch die Schwierigkeit der Kapitalbeschaffung.

Fragen zum Thema.

1. Was ist Sinn und Zweck von Investitionen?

2. Was ist besonders wichtig und entscheidend für die Wirtschaftsdynamik?

3. Was wird gemeint, wenn es sich um den Begriff "Investitionen" handelt?

4. Wozu dienen die Ersatzinvestitionen?

5. Wozu sind die Rationalisierungsinvestitionen bestimmt? . 6. Was versteht man unter privaten Investitionen?

IX. HAUSHALTE

Der Wirtschaftsprozeß wird in den Haushaltungen und Betrieben geplant. Die Haushaltungen können sein: individueller, familiärer,

gesellschaftlicher (Kirchen, Vereine, Verbände) und schließlich politischer Art (Dörfer, Gebiete, Städte, (in der BRD Gemeinden, Länder, Bund). Gegenwärtig gibt es 19 Mio private Haushaltungen in der BRD davon mehrere Tausend gesellschaftliche Gliederungen. Bei den öffentlichen Organen haben wir es mit den Haushaltsplänen zu tun. Betriebe, Handel, Industrie, Dienstleistungsgewerbe, Ver-

kehr, Geldwirtschaft haben Haushaltungen, in denen bestimmte Summen Geld vorgesehen sind.

Insgesamt also sind es etwa ziemlich viele Millionen soziale Einheiten, innerhalb deren ein arbeitsteiliger Gesamtprozeß geplant wird.

Die Haushaltspläne der öffentlichen Organe dienen der Finanzierung öffentlicher Aufgaben. Subjekte der öffentlichen Haushaltspläne sind die Angehörigen der Parlamente und Regierungen in den Gebieten, in den Dörfern (in der BRD in den Ländern, in den Gemeinden, und im Bund). Subjekte der privaten Haushaltspläne sind die Bürger der Gesellschaft. Natürlich bestehen zwischen den Haushalten und Betrieben, wie auch zwischen den Betrieben und den Haushalten je untereinander Wechselbeziehungen. Die Haushaltungen bieten den Betrieben Arbeitskräfte und Vermögen an, mit deren Hilfe in den Betrieben die Güter und Dienstleistungen produziert werden, die teils der Herstellung anderer Güter, letztlich aber der Erzeugung von Konsumgütern des öffentlichen und privaten Bedarfs dienen. Für ihre dargebotenen persönlichen und sachlichen Leistungen erhalten die Haushalte Geldeinkommen, die sie dazu verwenden, die Konsumgüter ihres Bedarfs zu kaufen. Die gesellschaftlichen und öffentlichen Haushaltungen erhalten ihre Einkommen in Form von Steuern und Abgaben, die aus den privaten Einkommen abgeleitet sind.

Der gesamte Verkehr zwischen den Haushaltungen und den Betrieben und manchmal auch den Haushaltungen untereinander vollzieht sich über die Märkte. Angebote und Nachfragen der sozialen Einheiten sammeln sich zu Gesamtangeboten und Gesamtnachfragen. Die hiernach sich bildenden Preise sind Grundlage der Planentscheidungen, und sie sind zugleich ausschlaggebend für die Höhe der Einkommen, die für die dargebotenen Leistungen erzielt werden. Die Höhe der Einkommem und die Höhe der Konsumgüterpreise sind sodann die Grundlage für

die Versorgung der Haushaltungen mit Konsumgütern. Höhe der Einkommen, Höhe der Konsumgüterpreise in Verbindung mit dem angebotenen Sortiment an Konsumgütern bilden die ökonomische Grundlage der Konsumwahl und schließlich der Lebensgestaltung.

Haushaltsplan

Im Haushaltsplan findet man eine Gegenüberstellung von erwarteten Einnahmen und geplanten Ausgaben innerhalb einer Haushaltsperiode (meistens ein Jahr) zur Feststellung und Deckung des Finanzbedarfs eines Haushaltsträgers. Dies gilt für private Haushalte, für Unternehmen und für öffentliche Haushalte. Die grösste Bedeutung hat der Haushaltsplan für die öffentlichen Haushalte. Er muss von den jeweiligen Parlamenten genehmigt werden und legt damit die Aktionsmögüchkeiten der Regierung bzw. Verwaltung fest. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine Vielzahl von öffentlichen Haushaltsträgern, wie z. B. Bund, Länder und Gemeinden. Der Haushaltsplan gibt die "Soll-Zahlen" für ein Jahr vor; die nachträglich erfassten Ist-Zahlen nach Ablauf der Haushaltsperiode werden in der Haushaltsrechnung der jeweiligen Gebietskörperschaften zusammengefasst.

Ursprünglich war der Haushaltsplan (Budget, Etat) als Mittel rationaler Staatsführung durch die Bürokratie gedacht, mittlerweile wurde er in parlamentarischen Staaten zum wichtigsten Mittel politischer Kontrolle der Regierung. Allerdings ist die Möglichkeit des Parlaments, in die Haushaltsplanung der Regierung einzugreifen, heute nicht mehr all zu gross, da in der Regel über 80 Prozent der veranschlagten Ausgaben auf gesetzlichen und vertraglichen Bildungen beruhen und daher nicht ohne weiteres gekürzt und umdisponiert werden können. Ausserdem ist zu beachten, dass Gesetze des Bundestages, die vorgeschlagenen Ausgaben erhöhen oder neue Ausgaben oder Einnahmenänderungen mit sich bringen, nach Art.

13 GG der Zustimmung der Bundesregierung bedürfen. Der Haushaltsplan dient der Feststellung und Deckung des Finanzbedarfs zur Erfüllung der öffentlichen Ausgaben in einem Bewilligungszeitraum (meist 1.1. bis 31.12.). Er dient als Grundlage für eine rationale Haushalts- und Wirtschaftsführung. Bei seiner Aufstellung und Ausführung ist den Erfordernissen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts Rechnung zu tragen, es sind verschie-dene Haushaltsgrundsätze zu beachten. Zu ihnen gehören unter anderem:

• das Prinzip der Periodizität des Haushaltsplans (meist einjährig);

• das Prinzip der Vorherigkeit, was die Aufstellung vor Beginn einer Haushaltsperiode bedeutet (wird selten beachtet);

• das Prinzip der Spezialität (z, B. Differenzierung der Ausgabenposten, genaue Angabe ihrer Höhe und Beschränkung auf eine Haushaltsperiode);

• das Prinzip des Haushaltsgleichgewichts (Entsprechung von Einnahmen und Ausgaben);

• das Prinzip der Nonaffektion, womit alle Einnahmen grundsätzlich für alle Ausgaben ohne spezielle Zuordnung zur Verfügung stehen;

• das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit der Haushaltsführung.

Für Ausgaben von erheblicher finanzieller Bedeutung ist vorweg

eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen.

Der gesetzlich vorgeschriebene Weg des Haushaltes wird als

Haushaltskreislauf bezeichnet. Es können drei Phasen unterschieden

werden:

• Aufstellung des Haushaltsplanes

• Vollzug

• Kontrolle und Entlastung

In der ersten Phase geben zunächst die einzelnen Ministerien ihre

Anforderungen an das Finanzministerium. Diese Vorschläge werden vom Finanzminister geprüft, und dieser erstellt unter Berücksichti-

gung seiner finanziellen Möglichkeiten, die wesentlich durch Steuerschätzungen bestimmt sind, den Haushaltsplanentwurf, der dem Kabinett vorgelegt wird. Das Bundeskabinett prüft den Entwurf, nimmt eventuell Korrekturen vor (der Finanzminister kann nur durch den Bundeskanzler überstimmt werden) und gibt

den Entwurf als Gesetzvorlage an die gesetzlichen Organe, also an den Bundestag und den Bundesrat. Durch den Beschluss des Bundestages erlangt die Vorlage Gesetzeskraft, womit der Haushaltsplan in seine zweite Phase tritt. Beim Vollzug des Haushaltsplanes hat die Bundesregierung grundsätzlich die Aufgabe, den Beschluss des Gesetzgebers zu erfüllen (Bildung der Exekutive an die Legislative). Die Kontrolle des Haushaltsplanes erfolgt als begleitende Kontrolle und als nachfolgende Kontrolle. Die nachfolgende Kontrolle ist von besonderer Bedeutung, sie wird in erster Instanz vom Bundesrechnungshof durchgeführt, der einen Prüfungsbericht erstellt. Auf der Grundlage dieses Berichtes erfolgt die parlamentarische Kontrolle. Mit der Entlastung der Regierung durch Bundestag und Bundesrat endet der Haushaltskreislauf.

Fragen zum Thema

1. Wie können die Haushaltungen sein?

2. Werden bei den öffentlichen Organen die Haushaltspläne vorgesehen?

3. Wozu dienen diese Haushaltspläne?

4. Wer gehört zu den Subjekten der öffentlichen Haushaltspläne?

5. Wer gehört zu den Subjekten der privaten Haushaltspläne?

6. Welche Beziehungen entstehen zwischen den Betrieben und den

Haushalten?

7. Was bieten die Haushaltungen den Betrieben an?

8. Wie vollzieht sich der gesamte Verkehr zwischen den Haushaltungen und den Betrieben?

X. DAS EINKOMMEN

Die privaten Haushalte verfügen über die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden, die im Produktionsprozess eingesetzt und entlohnt werden. In etwas vereinfachter Darstellung kann man sagen, dass für die Nutzung des Faktors Arbeit Löhne bzw. Gehälter, für das Kapital Zinsen und für den Boden Grundrente (Pachten bzw. Mieten) bezahlt werden. Diese Einkommen entstehen direkt im Produktionsprozess durch Inanspruchnahme der Produktions-faktoren und heissen daher Faktoreinkommen. Außerdem erhält ein Haushalt noch Einkommen ohne unmittelbare wirtschaftliche Gegenleistung zu übertragen, wie beispielweise Sozialrente, Pensionen, Krankengeld. Derartige Einkommen, die der Staat zahlt, werden als Übertragungseinkommen oder auch als Transfereinkommen bezeichnet.

Bei dem Faktoreneinkommen handelt es sich um die Haupteinnahmen der Haushalte, wobei zwei gleichermassen wichtige Einteilungen kennenzulernen sind. Nach den Produktionsfaktoren unterscheidet man zwischen

- Löhnen als Entgelt für Arbeitsleistungen=Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit und

- Gewinnen als Entgelt für Unternehmertätigkeiten und Bereitstellung von Kapital (einschliesslich Boden).

Einkommen aus Unternehmertätigkeit bezieht ein Haushalt auf Grund einer selbständigen Beschäftigung. Die Höhe dieses Einkommens ist im Gegensatz zu den vorab vertraglich vereinbarten Löhnen vom finanziellen Erfolg der selbständen Tätigkeit abhängig. Der Selbstständige setzt, wie auch der Arbeitnehmer, zur Einko-mmenserzielung seine Arbeitskraft ein. Die Summe der Einkommen aus unselbständiger Arbeit und aus Unternehmertätigkeit bezeichnet man daher auch als Erwerbseinkommen.

Besitzt ein Haushalt Vermögen (z. B. Sparguthaben, Wertpapiere, Häuser etc.), so erhält er hieraus Vermögenseinkommen, auch Besitzeinkommen genannt. Es besteht aus Zinsen, Dividenden,

Mieten, Pachten u. a. Beim Vermögenseinkommen erbringt der Haushalt eine ökonomische Gegenleistung, indem er sein Vermögen zur Nutzung zur Verfügung stellt. Beim Einkommen aus Übertragungen fehlt diese Gegenleistung. Hier erhält der Haushalt Einkommen auf Grund von Rechtsansprüchen (z. B. Kindergeld) oder auf Grund von freiwilligen Leistungen (z. B. der Verwandten, sozialer Einrichtungen. Kirchen). Die Summe der Einkommen aus Vermögen und aus Übertragungen werden als Nichterwerbs-einkommen bezeichnet, weil der Haushalt diese Einkommen bezieht, ohne Arbeitsleistungen zu erbringen.

Das Haushaltseinkommen, also die Summe aus Faktor- und Transfereinkommen, steht nun allerdings nicht in vollem Umfang zur freien Verfügung der privaten Haushalte. Der Staat erhebt Ansprüche auf das Erwerbs- und Vermögenseinkommen in Form von direkten Steuern. Die von den Haushalten zu zahlenden Steuern muß man vom Haushaltseinkommen abziehen, um das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte zu erhalten. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ist die Entscheidungsgrundlage für die Haushaltspläne.

Einkommensverteilung

Einkommen erhalten wir zumeist als Entgelt für die Leistung bei der Produktion von Waren und Dienstleistungen. Man erhält es als Lohn für die geleistete Arbeit, als Zins für die Bereitstellung von Kapital und als Miete oder Pacht, wenn man Boden zur Verfügung stellt. Auch der Gewinn, den der Unternehmer erhält, soll ein Entgelt für die von ihm erbrachte Leistung der Unternehmungsführung sein. Das Einkommen dient den Menschen in erster Linie dazu, die von anderen Menschen produzierten Güter zu erwerben. Damit ist mit der Einkommensverteilung im Grunde der Verfügung aller produzierten Güter auf die Bevölkerung gemeint.

Probleme der Einkommensverteilung betreffen nicht nur den Konflikt um die Höhe von Löhnen und Gewinnen. Sie stellen sich z.

B. auch

- beim Anspruch des Staates auf Teile des Volkseinkommens zur Erfüllung der öffentlichen Aufgaben, da kurzfristig die Bereitstellung öffentlicher Güter zu Lasten, der Versorgung mit privaten Gütern geht

- zwischen Empfängern von Einkommen aus der Produktion (Faktoreneinkommen) und Bevölkerungsgruppen, die nicht mehr oder nie, oder noch nicht Leistungen als Produktionsfaktoren erbringen, z. B. Schüler, Studenten, Rentner, Kranke, Arbeitslose.

- zwischen Arbeitnehmern unterschiedlicher Branchen, unterschiedlicher Qualifikation, unterschiedlichen Geschlechts, in unterschiedlichen Regionen usw.

- zwischen den Industrieländern selbst und zwischen den Industrie-und Entwicklungsländern.

Die Palette der Verteilungskonflikte könnte weit über diese Fälle hinaus ausgebreitet werden. In der Wirklichkeit hat eine arbeitsteilige Wirtschaft keine objektive Möglichkeit der Bewerbung von Leistungen und Ergebnis dieser Leistung. Die Bewerbung kommt dadurch zustande, dass sich jeder Mensch seine eigene. subjektive Wertvorstellung macht. Mit diesen unterschiedlichen Wertvor-stellungen treten sich die Menschen auf den Märkten

gegenüber (Gütermarkt, Arbeitsmarkt, Geldmarkt, Wohnungsmarkt usw.). Jeder Nachfrager, der einem Gut subjektiv einen höheren Wert beimisst als der Preis beträgt, wird das Gut erwerben wollen; jeder Anbieter, der einem Gut einen niedrigeren Wert beimisst als der Preis beträgt, wird das Gut verkaufen wollen. So bildet sich beim Tauschverkehr ein Preis, der dann für alle Tauschpartner Gültigkeit hat. Aber das ist jedoch kein "objektiver" Wert, denn er kann zu anderen Zeiten und bei anderen Bedingungen völlig anders ausfallen. Letzlich ergibt sich jedoch auf dieser Basis in den marktwirtschaftlichen Systemen die "Primärverteilung" der Ein-

kommen, d. h. der Anteil des Produktionsergebnisses, der auf die einzelnen Produktionsfaktoren in Form von Lohn, Gehalt, Honorar, Zins, Miete, Pacht, Gewinn usw. entfällt. Natürlich wird diese Primärverteilung durch eine Vielzahl von staatlichen Eingriffen und marktniedrigen Absprachen, durch Störungen des Wettbewerbs verzerrt. Nicht nur staatlich fixierte oder manipulierte Preise, sondern auch die Ausnutzung von marktbeherrschenden Stellungen verändern das Verteilungsbild. Es gibt auch eine Sekundärverteilung der Einkommen, Hierbei korrigiert der Staat die sich durch den Markt ergebene Primärverteilung, indem er einerseits Einkommenstelle in Form von Steuern und verschiedenen Abgaben beansprucht und andererseits "Transferzahlungen", d. h. Subventionen für die private Haushalte, leistet.

Fragen zum Text "Einkommen"

1. Was stellt das Einkommen dar?

2. Aus welchen Quellen ist das Einkommen zu erhalten?

3. Welche Arten des Einkommens lassen sich unterscheiden?

4. Was bedeutet "Transfereinkommen"?

5. Nennen Sie bitte die Komponenten der Haushaltseinkommen.

XI. DER PRIVATE VERBRAUCH

Verbrauch im volkswirtschaftlichen Sinne umfasst alles, was zur Deckung der Bedürfnisse dient. Der private Verbrauch wird aus folgenden großen Quellen gespeist: dem Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit, den entnommenen Gewinnen und dem Vermögenseinkommen sowie aus laufenden Übertragungen seitens

des Staates einschließlich Sozialversicherungen.

Mit der Entscheidung "Ausgeben oder Sparen" und der Wahl der

nachgefragten Güter übt der Verbraucher Einfluß auf das

konjunkturelle Geschehen aus. Dabei erweist sich der Verbrauch

meist als stabile Größe und als Stütze in Zeiten schwacher

Konjunktur.

Letztes Ziel alles Wirtschaftens ist der Verbrauch, dass heisst die

Befriedigung von Bedürfnissen der Menschen. Güter und Dienst-

leistungen werden mit der Absicht erstellt, sie einmal zu verbrauchen. In der Produktion gibt es dabei "Umwege", wenn man zunächst Maschinen erzeugt, die wieder andere Maschinen produzieren, bis am Ende einer langen Kette doch Güter entstehen, die dem Verbrauch dienen.

Verbrauch - auch als Konsum bezeichnet - umfasst alles, was zur Deckung der unbedingt notwendigen Lebensbedürfnisse dient, genau so wie das, was den gehobenen oder gar verfeinerten Luxusbedarf befriedigt. Zum Verbrauch zahlen die Ausgaben für Essen und Trinken ebenso wie für den Besuch eines Kinos, Theaters, eines Fußballplatzes oder einer Disko. Auch die Wochenendreise oder der Erholungsurlaub gehören dazu. Verbraucher sind alle Menschen, ob jung oder alt, Angehörige aller Berufe und Bezieher aller Arten von Einkommen - allein schon auf Grund der Tatsache, dass sie leben wollen und dabei gewisse Existenzbedürfnisse befriedigen müssen.

Jeder Mensch gibt im Durchschnitt irgendwelche Geldsumme für Verbrauchszwecke aus. Es wird Geld für Nahrungsmittel und Getränke, für Wohnungsmieten, für Energie, für Verkehr und Nachtrichtenübermittlung und für übrige Verwendungszwecke ausgegeben.

Der private Verbrauch, der als volkswirtschaftliche Nachfrage wirksam wird, ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Welche Zusammenhänge lassen sich zwischen diesen Faktoren ableiten? Die Zahl der Haushalte und der Verbraucher: Die steigende Zahl der Haushalte wirkt sich längerfristig auf die Art der nachgefragten Güter, und damit eher auf die Struktur unserer Wirtschaft als auf die Konjunktur aus. Die Höhe des Bruttoeinkommens aller Haushalte:

Der größte Teil der Löhne und Gehälter fliesst aus der laufenden Produktion von Gütern und Dienstleistungen. Die Summe der Löhne und Gehälter wächst automatisch, wenn Neueinstellungen

vorgenommen werden, und die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden steigt. Die Höhe des Netto- Lohn- und Gehalteinkommens hängt wesentlich von der Höhe des gesetzlichen Abzüge ab, sei es in Form der Beiträge zur Sozialversicherung oder der Lohnsteuer. Die Entscheidung ausgeben oder sparen: Bei jedem Geldbetrag, gleichgültig, ob er sich noch auf einem Lohn- und Gehaltskonto befindet, steht sein Besitzer vor der Frage: Ausgeben oder sparen? Je nach seiner eigenen finanziellen Situation und nach seinen Wünschen wird er sich entscheiden, was er jeweils von 100 DM sparen oder verbrauchen will. Für die Volkswirtschaft insgesamt ergeben sich aus den persönlichen Entscheidungen der Einkommensbezieher Durchschnittswerte, welche Summe von 100 DM gespart wird. Daraus errechnet sich die Konsum bzw. Sparquote. Gesparte Gelder fallen für die Volkswirtschaft zunächst als Nachfrage aus. Wenn das gesparte Geld gleich auf einem Konto stehen bleibt oder es zur Bank gebracht wird, so kann es von dort wieder in den volkswirtschaftlichen Kreislauf gelangen. Die Bank gibt z. B. Kredite an die Wirtschaft oder an andere Interessenten, etwa für den

Bau eines Hauses. Das Sparen der Haushalte trägt dadurch wesentlich zur Finanzierung von Investitionen der Unternehmen bei. Ob die Mehrheit der Bürger viel oder wenig spart, ist für die volkswirtschaftliche Nachfrage von nicht geringer Bedeutung. Es gibt Zeiten der Hochkonjunktur, da zeigen die Haushalte starke Neigung, ihr Geld auszugeben. Umgekehrt gibt es auch Zeiten, in denen der Bürger nur in geringem Maß .bereit ist, Geld auszugeben, und dafür lieber spart.

Mit dem wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg und der' sich ändernden gesellschaftlichen Einstellung wandeln sich auch die Verbraucher-Wünsche- und Nachfrage.

Es waren sogenannte Wellen wie "Fresswelle", dann folgte dieser

Welle "Textilwelle", "Wohnwelle", "Autowelle", "Reisewelle",

"Luxuswelle".

Mit dem ständig wachsenden Einkommen ergeben sich die Änderun-

gen im Verbrauch, die mit dieser Entwicklung immer verbunden sind.

Die Ausgaben für lebensnotwendige Güter verlieren relativ an Bedeutung, entsprechend fallen Texil-Kleidungsgewerbe, Nahrungsgewerbe in der Verbrauchergunst zurück.

Es ergaben sich darüber hinaus wesentliche Wandlungen in der Einstellung und den Gewohnheiten der Verbraucher, von denen einige erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hatten. Einige Beispiele mögen dieses verdeutlichen.

In den Haushalten verdrängten Öl und Gas weitgehend das Heizen mit Briketts bzw. Koks. Die Ausstattung der Haushalte mit technischen Hilfsmitteln kam schnell voran: Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Personenkraftwagen. Das Bedürfnis nach verstärkter Kommunikation förderte die Verbrei-tung des Telefons.

Verkürzte Arbeitszeiten und längere Urlaubszeiten ließen die Nachfrage nach Gütern und Diensten zur Freizeitgestaltung steigen. Es entstand ein ganz spezieller neuer Markt-Urlaubs-Hobbymarkt. Diese Zusammensetzung des Verbrauchs hat immer stärkeren Einfluss

auf die Konjunktur ausgeübt.

Die wachsende Verbrauchernachfrage bewirkt also Investitionen in der Konsumgüterindustrie und diese lassen den Umsatz der Investitionsgüterindustrie stärker anwachsen. Dieser Vorgang wird als Beschleunigungsprinzip bezeichnet.

Fragen zum Thema

1. Was ist privater Verbrauch?

2. Wer ist Verbraucher?

3. Woher kommen die Gelder für den privaten Verbrauch?

4. Was wird verbraucht?

5. Wie wirkt der private Verbrauch auf die Konjunktur?

6. Was verstehen Sie unter dem "Beschleunigungsprinzip"?

XII. VERSICHERUNGEN, VORSORGE

Versicherungen haben Bedeutung für die einzelnen Menschen und Unternehmen, jedoch auch für die Volkswirtschaft. Versicherungen sind für die Einzelwirtschaft oft einfacher, zweckmäßiger und billiger als die Ansammlung entsprechender Mittel für den Schadenfall. Volkswirtschaftliche Bedeutung besitzt die Versicherung insbesondere dadurch, dass sie Folgeschäden begrenzt und den technischen Fortschritt fördert.

Versicherungen werden in die Einrichtungen der Sozialversicherung und in private Versicherungen unterschieden.

In Deutschland ist die Sozialversicherung der weitaus wichtigste Teil der sozialen Sicherung. Sie besteht aus

- Rentenversicherung,

- Krankenversicherung,

- Arbeitslosenversicherung,

- Unfallversicherung,

- Pflegeversicherung.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung, d. h. insbesondere Arbeitnehmer mit mittlerem und niedrigem Einkommen sind in den verschiedenen Zweigen der öffentlichen Sozialversicherung pflichtversichert. Für diese Versicherung gilt einerseits das Versicherungsprinzip, indem die Beiträge des einzelnen Versicherten jedem anderen Versicherten zugute kommen können; es gilt aber auch das Prinzip des sozialen Ausgleichs, weil die Prämien nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Lohnhöhe) erhoben werden, während die Versicherungsleistungen oft identisch sind. So wird z. B. im Krankheits- Unfall- und Pflegefall kein Unterschied zwischen Versicherten mit hohen und niedrigen Prämienzahlungen gemacht, allerdings sind die Leistungen bei Altersrenten und Arbeitslosenunterstützungen unterschiedlich.

Neben der staatlichen Sozialversicherung gibt es zahllose private Versicherungen, bei denen eine individuelle Vorsorge für

Schadensfälle im Alltag möglich ist. Diese Individualversicherung

betrifft

- Personenversicherungen (Lebenversicherung, Unfallversicherung, Krankenversicherung)

- Vermögensversicherungen (Haftpflichtversicherung, Kreditversicherung)

- Sachversicherungen (Gebäude, Fahrzeuge, Tiere, Einrichtungsgegenstände, Maschinen).

In vielen Fällen überlässt der Staat die Entscheidung über den Abschluss einer Versicherung nicht dem Einzelnen, sondern verpflichtet ihn dazu, um im Falle einer Schadensverursachung dem Geschädigten einen Ausgleich zu gewährleisten. Das betrifft z. B. die Betreiber von Fahrzeugen, um bei Unfällen die Ansprüche des Geschädigten sicherzustellen.

Eine der wichtigsten Versicherungen ist die Haftpflichtversicherung. Diese Art der Versicherung ist unentbehrlich, denn laut Gesetz muss immer derjenige zahlen, der einen Schaden verschuldet habe. Hier ist Vorsorge Privatsache. Zahlreiche Versicherungsunternehmen bieten verschiedene Haftpflichtversicherungen an. Die Grundausstattung für Haftpflichtfälle ist die Privathaftpflichtversicherung. Sie schützt z. B. Fußgänger oder Radfahrer, Freizeitsportler, Aufsichtspflichtige über Minderjährige oder Mieter einer Wohnung bei Schadensfällen. Die Halter eines Autos müssen zwar eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflicht-Versicherung abschliessen, aber wenn man als Fußgänger oder Radfahrer einen Verkehrsunfall verursacht oder ein Passant im Winter auf dem ungestreuten Gehweg vor dem Haus stürzt und sich verlezt, kann dies gravierende Gesundheitsfolgen für den Geschädigten und ungeheure finanzielle Folgen für den Verursacher haben, denn unabhängig von den Vermögensverhältnissen haftet man für den verursachten Schaden in unbeschränkter Höhe. Hier schützt. eine private Haftpflichtversicherung, die von Versicherungen mit unbegrenzten

Deckungssummen für Personen- und Sachschäden angeboten werden. Neben der allgemeinen Privathaftpflicht-Versicherung gibt es noch spezielle Haftpflichtversicherungen, z. B. die Tierhaft-pfiichtversicherung für Schäden, die Haustiere verursachen. Zusätzlich zu den Haftpflichtversicherungen im privaten Bereich bieten die Versicherungen noch andere Vorsorgeversicherungen an, wie z. B. die

- Kraftfahrzeug-Kaskoversicherung zum Ersatz der eigenen Schäden bei Verkehrsunfällen oder Naturereignissen,

- Rechtschutzversicherung zur Erstattung der Kosten bei Rechtsstreitigkeiten,

- Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung bei Schäden durch Sturm, Wasser, Feuer, oder Einbruch.

Zu den Vorsorgeversicherungen gehört auch die Lebensversicherung. Bei der Lebensversicherung ist der Versicherungsfall das Erleben eines bestimmten Zeitpunktes oder der Tod des Versicherten. Die Leistung der Versicherung kann in der Auszahlung eines Kapitalbetrages (Kapitalversicherung) oder einer Rente (Rentenversicherung) liegen. Versicherungen auf den Todesfall garantieren die Leistung bereits nach Zahlung der ersten Prämie. Leibrentenversicherungen sichern die Rente lebenslänglich.

Fragen zum Text.

1. Worin besteht die wirtschaftliche Bedeutung der Versicherungen?

2. Wie werden Versicherungen unterschieden?

3. Wer ist pflichtversichert?

4. Welche Formen der Versicherungen könnten Sie nennen?

5. Warum sind die Haftpflichtversicherungen unentbehrlich?

6. Was bieten die Versicherungen im privaten Bereich an?

7. Welche Versicherungen gehören noch zu den Vorsorgeversicherungen?

XIII. SOZIALES NETZ

Das soziale Netz in Deutschland hat viele Knoten. Zu den grössten Knoten, aus denen sich das Netz zusammensetzt, gehören die Rentenversicherung und die Krankenversicherung. Hinzu kommen viele kleinere soziale Leistungen, welche für die Betroffenen aber häufig so wichtig sind, wie beispielweise das Wohngeld, Erziehungsgeld, Ausbildungsförderung oder Sozialhilfe. Die Gewährung sozialer Leistungen kann nach folgenden Prinzipien getragen sein:

• dem Versicheningsprinzip

• dem Versorgungsprinzip

• dem Fürsorgeprinzip

Das Versicherungsprinzip besagt, dass man in einer Versicherungs-gemeinschaft Beiträge zahlt und dadurch den Anspruch erwirbt, beim Eintritt des Versicherungsfalls (z. B. Krankheit, Unfall, Alter) Leistungen zu empfangen.

Bei dem Versorgungsprinzip wird den zu sichernden Personen ebenfalls ein Anspruch auf Leistungen eingeräumt, aber nicht aufgrund finanzieller Gegenleistungen, sondern in der Regel wegen besonderer sonstiger Vorleistungen oder Opfer (z. B. Kriegsopfer). Die Finanzierung erfolgt aus dem öffentlichen Haushalt. Durch das Fürsorgeprinzip hat jeder, unabhängig von irgendwelchen "Vorleistungen oder Opfern, insoweit einen Anspruch auf Hilfe, als er aufgrund seiner individuellen Situation als bedürftig gilt. In Deutschland ist die Sozialversicherung der weitaus wichtigste Teil der sozialen Sicherung. Sie besteht aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung und Pflegeversicherung. Die Sozialversicherung ist eine öffentlich-rechtliche Versicherung, in der der überwiegende Teil der Bevölkerung pflichtversichert sein muss. Die Beiträge richten sich in der Regel nach dem Arbeitsentgelt und werden zumeist je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Die gesetzliche Sozialversicherung soll allen Menschen Sicherheit

geben, die für eine ausreichende private Vorsorge zur Zeit der Erwerbslosigkeit entweder nicht sorgen oder nicht sorgen können. An ihre Stelle tritt dann die kollektive Vorsorge. Von der Versicherungspflicht befreit sind insbesondere Selbständige und Bezieher hoher Einkommen.

Der grösste finanzielle Posten des sozialen Netzes ist die gesetzliche Rentenversicherung, Sie gewährt im Fall der Berufsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit, des Alters und des Todes (an die Hinterbliebenen) lautende Geldleistungen. In den meisten modernen Staaten wurde diese Versicherung während der letzten 70 Jahre für die Angehörigen bestimmter Berufszweige oder Volksschichten geschaffen, soweit nicht die allgemeine Staatsversorgung eintritt. In Deutschland gibt es im Rahmen der Sozialversicherung getrennte Systeme für Arbeiter, Angestellte, Handwerker, Landwirte, Künstler und die im Bergbau Tätigen.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist der älteste Zweig der deutschen Sozialversicherung. Die Krankenversicherung soll es dem Versicherten und seinen Familienangehörigen bei Krankheit ermöglichen, ausreichende Hilfe bei Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern zu erhalten sowie Arzneien, Heil- und Hilfsmittel

in Anspruch zu nehmen.

Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung finanziert neben den Maßnahmen der Arbeitsförderung vor allem die Unterstützungszahlungen bei Verdienstausfall durch Unterbeschäftigung. Diese Zahlungen werden gewährt als Unterstützung bei vorübergehendem nachfrage- oder witterungsbedingten Arbeitsausfall (Kurzarbeitergeld, Schlechtwettetgeld) und als Unterstützung bei Arbeitslosigkeit (Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe). Für die Durchführung der Arbeitslosenversicherung ist die Bundesanstalt für Arbeit verantwortlich. Die gesetzliche Unfallversicherung soll die mit der Beschäftigung

verbundenen Risiken abdecken. Zu diesen gehören Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Als Berufskrankheit wird eine Krankheit bezeichnet die aufgrund der Beschäftigung entstanden ist. Zu den Aufgaben der Unfallversicherung gehören neben der Entschädigung der Verletzten, seiner Angehörigen oder Hinterbliebenen auch die Unfallverhütung am Arbeitsplatz und die Verhütung von Berufskrankheiten. Die Beiträge werden allein von den Unternehmen aufgebracht. Sie werden so bemessen, dass sie den Gesamtaufwand des letzten Jahres decken. Für die Beitragshöhe des

einzelnen Unternehmens sind die Größe des Unternehmens und die Gefährlich-keit der Arbeit ausschlaggebend.

Die gesetzliche Pflegeversicherung soll allen Bürgern Schutz vor den finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit, bei chronischer Krankheit und im Alter geben. Die Leistungen sind je nach Umfang der Pflegebedürftigkeit gestaffelt.

Fgagen zum Thema

1. Was gehört zu den wichtigsten Knoten des Sozialnetzes in Deutschland?

2. Nach welchen Prinzipien können die sozialen Leistungen gewährt

werden?

3. Sprechen Sie bitte von diesen Prinzipien.

4. Welche Sozialversicherungen gelten als gesetzlich?

5. Welche Bundesanstalt ist für die Durchführung der Arbeitslosenversicherung verantwortlich?

XIV. EUROPÄISCHES WÄHRUNGSSYSTEM

Der Zahlungsverkehr zwischen den Ländern der Welt kann sicn an zwei Grundprinzipien orientieren: am Prinzip der freien Wechselkurse oder der festen Wechselkurse. Das Europäische Währungssystem (EWS) entstand nach dem Zusammenbruch des

weltweiten Systems fester Wechselkurse, das in Bretton Woods 1944 errichtet worden war und 1973 endgültig aufgehoben wurde. Da die europäischen Lander die mit einem System fester Wechselkurse verbundenen Vorteile nicht wissen wollten, schufen sie schon 1972 einen Wechselkursverbund, der 1978 zum Europäischen Währungssystem ausgebaut wurde. Das EWS ist seit März 1979 in Kraft. Es setzte den mit Bretton Woods begonnenen Versuch auf der regionalen europäischen Ebene fort, eine Zone der Währungsstabilität zu schaffen. Alle EG-Mitgliedsländer waren damit zu einem Währungsverbund mit einem umfangreichen Beistandsmechanismus zur Verteidigung der festen Wechselkurse zusammengeschlossen. Auch Großbritannien nahm am Wechselverbund seit Herbst 1990 teil. Allerdings bleiben Griechenland und Portugal dem Wechselkursmechanismus noch fern.

Mittelpunkt des EWS ist der ECU (Europäische Währungseinheit). Diese Abkürzung erinnert an eine alte französische Münze, doch im EWS wird der ECU weder gedruckt noch geprägt, es handelt sich "nur" um eine gemeinsame Verrechnungseinheit zwischen den europäischen Notenbanken, für den EG-Haushalt und für statistische Zwecke. Außerdem dient er als Parität (Maßstab) für die Wechselkurse der Länder. Für jedes Land des EWS wird eine bestimmte ECU-Parität festgelegt (zum Beispiel ein ECU=2,14 DM). Mit Hilfe dieser Leitkurse lassen sich die Paritäten von jeweils zwei Währungen bestimmen, die bilateralen Leitkurse. Die täglich an den nationalen Devisenbörsen ermittelten Kurse durften von den bilateralen Leitkursen um höchstens 2,25 Prozent nach oben oder unten abweichen. Erreicht eine Währung gegenüber einer anderen den oberen oder unteren Rand der Bandbreite, so sind die beiden beteiligten Notenbanken zu Interventionen verpflichtet, um den Wechselkurs wieder zu stabilisieren. Um einen Anfangsbestand an ECU zu schaffen, zahlen die Länder 20 Prozent

ihrer Gold- und Dollarbestände auf ein "Konto" beim bereits bestehenden EFWZ (Europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit) ein. Die "Gutschrift" erfolgte in der neuen Einheit ECU. Die gemeinsame Währungsreserve belief sich aufgrund dieser "Einzahlungen" auf etwa 60 Milliarden DM (etwa 25 Milliarden

ECU).

Zur Absicherung der festen Wechselkurse wurde ein umfangreicher

Beistandsmechanismus (Kreditgewährung) vereinbart. Diesen Interventionsregeln kommt im Europäischen Währungssystem die grösste praktische Bedeutung zu. Bei Wechselkursschwankungen entfernt sich der ECU-Tageswert einer Währung von ihrem festen ECU-Leitkurs. Um frühzeitig festzustellen, ob eine Währung aus dem Wechselkursgefüge auszubrechen droht, wurde daher für jede Teilnehmerwährung eine bestimmte Abweichungsschwelle festgelegt, bei deren Erreichen die betreffende Notenbank geeignete Maßnahmen zum Abfall der Spannungen ergreifen soll. Jedes System fester Wechselkurse kann auf Dauer nur funktionieren, wenn die beteiligten Lander eine einheitliche Wirtschaftspolitik betreiben und währungspolitische Disziplin halten. Daher sind die gleichzeitig vereinbarten, regelmäßigen Konsultationen der wirtschaftspolitischen Verantwortlichen in den Ländern des EWS eine wesentliche Grundlage für das bisherige Funktionieren der EWS. Dennoch hat sich im Verlauf der Entwicklung immer wieder gezeigt, dass die Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung zu Problemen führten, die nur durch eine Anpassung der Wechselkurse Realignment bereinigt werden konnten. Allein in der Zeit vom Frühjahr 1979 bis Frühjahr 1983 kam es zu sieben Realignments und von 1983 bis 1987 nochmals zu aufgewertet wurde. Nach einer Pause von fünf Jahren entstand Mitte 1992 erneut Unruhe im EWS, die zum Austritt von Großbritannien und Italien und zur - teilweise mehrmaligen -.Neubewertung der Wechselkurse anderer Länder führen. Eine Rettung des Systems

wurde letztlich nur in einer Erweiterung der Bandbreiten auf + - % gesehen. Zusammenfassend trägt das EWS fünf Kennzeichen:

1. Der ECU. Er setzt sich aus einem "Korb" der Währungen für Mitgliedsländer zusammen.

2. Errichtung eines Mechanismus für Wechselkurse und Interventionen. Jede Währung besitzt einen Leitkurs, der auf die ECU bezogen ist.

3. Kreditmöglichkeiten: Sehr kurzfristige Kreditmechanismen (für

75 Tage) stehen in unbegrenzter Höhe zur Verfügung. Daneben gibt es kurzfristige und mittelfristige Kredite mit bis zu fünf Jahren Laufzeit.

4. Koordinierung der Wechselkurspolitik gegenüber Drittländern.

5. Ein umfangreiches System von Konsultationen und Kooperationen zur Abstimmung der wirtschaftspolitischen Maßnahmen.

Fragen zum Text

1. Wann entstand das Europäische Währungssystem?

2. Wie kann sich der Zahlungsverkehr zwischen den Ländern der Welt orientieren?

3. Erklären Sie bitte, was die ECU bedeutet?

4. Welche fünf Kennzeichen können Sie nennen?

XV. DAS KLEINE LEXIKON DER GESPRÄCHSSTRATEGIEN WIRTSCHAFTS-KOMMUNIKATION DEUTSCH

I. Sie möchten sich am Gespräch beteiligen. 1.1. Sie bitten um das Wort:

• Entschuldigung, ich möchte dazu gern etwas sagen...

• Darf ich dazu etwas sagen

• Ich würde (zu diesem Punkt) gern Folgendes sagen...

1.2. Sie möchten sicherstellen, dass Sie den Gesprächspartner korrekt verstanden haben:

• Ich glaube, ich habe das nicht ganz verstanden... Würden Sie das bitte noch mal wiederholen...

• Ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe... Würden Sie das bitte noch mal erläutern...

• Habe ich Sie richtig verstanden?

• Wenn ich Sie richtig verstanden habe, meinen Sie, dass...

Ist das korrekt?

• Sie sagen gerade... Würden Sie das bitte erläutern?

• Was verstehen Sie genau unter...?

• Es ist mir noch nicht klar, was Sie meinen, wenn Sie sagen... 13. Sie möchten nachfragen:

• Eine Frage bitte...

• Darf ich bitte kurz nachfragen...

• Darf ich (direkt) dazu eine Frage stellen...?

• Eine kurze Zwischenfrage bitte...

1.4. Sie möchten einen Gesprächspartner unterbrechen

• Entschuldigung, darf ich Sie kurz unterbrechen...?

• Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie unterbreche...

• Darf ich dazu bitte etwas sagen...

• Darf ich...

• Darf ich da dazu kurz einhaken...?

• Direkt dazu

1-5. Sie möchten zustimmen:

• Das sehe ich genauso

• Ich teile Ihre Meinung voll und ganz,

• Ich bin ganz Ihrer Meinung...

• Ich kann dem nur voll zustimmen...

• Ja, genau...

1.6. Sie möchten Zweifel anmelden:

• Ich bin nicht so ganz sicher, ob...

• Ich habe da schon noch einige Zweifel...

• Einerseits ja, andererseits...

1.7. Sie möchten höflich widersprechen

• Tut mir leid, aber das sehe ich ganz anders...

• Also, ich kann dem so nicht zustimmen

• Ich sehe da schon ein Problem

1.8. Sie möchten massiv widersprechen:

• Tut mir Leid, aber da bin ich ganz anderer Meinung

• Das überzeugt mich nicht.

• Da muss ich Ihnen widersprechen...

• Für mich stellt sich das anders dar...

1.9 Sie möchten ergänzen / differenzieren

• Ich würde dazu gern noch etwas ergänzen...

• Darf ich dazu Folgendes ergänzen...?

• Ich möchte Folgendes hinzufügen...

• Ich denke, wir müssen da Folgendes unterscheiden.

• Ich würde das gerne etwas genauer erläutern...

• Das scheint mir zu wenig differenziert. 1.10. Sie möchten etwas besonderes betonen:

• Ich finde Folgendes ganz entscheidend...

• Ich finde diesen Punkt ganz wichtig.

• Es erscheint mir dabei besonders wichtig.

• Ich möchte unbedingt unterscheiden, was ... eben/vorhin gesagt hat.

• Eines möchte ich unterstreichen...

• Das Wichtigste für mich ist Folgendes...

• Ich würde gerne auf einen Punkt eingehen, der mir besonders wichtig ist.

1.11. Sie möchten sich auf einen Gesprächspartner auf vorher Gesagtes beziehen:

• Ich möchte gerne noch einmal auf das zurückkommen, was Sie vorhin gesagt haben...

• Darf ich noch einmal auf... zurückkommen...

• Ich würde gerne noch einmal auf etwas eingehen, was Sie vorhin gesagt haben...

• Wir haben neulich/vorhin Folgendes gesagt...

1.12. Sie möchten sich korrigieren:

• Ich möchte etwas korrigieren. Ich habe vorhin gesagt, dass... Ich habe mich da vielleicht missverständlich ausgedrückt.

• Ich meine Folgendes...

• Ich habe mich da nicht klar ausgedrückt. Was ich meine ist Folgendes...

• Ich wollte damit Folgendes sagen...

• Ich möchte das noch einmal anders formulieren...

• Darf ich erwas richtig stellen...

• Ich glaube, ich habe hier einen Fehler gemacht. Was ich eigentlich sagen wollte, ist Folgendes...

1.13. Sie möchten zu einem anderen Punkt überleiten:

• Ich möchte noch etwas anders sagen...

• Ich habe noch einen anderen Punkt...

• Ich würde gerne noch einen anderen Punkt ansprechen...

• Darf ich noch auf etwas anderes kommen...

1.14. Sie möchten sich auf eine Quelle beziehen:

• Ich zitiere...

• Ich beziehe mich auf die Gesprächsnotiz vom...

1.15. Sie möchten sich gegen eine Unterbrechung wehren;

• Darf ich das bitte erst mal zu Ende führen...

• Einen Augenblick, darf ich das abschließen?

• Einen Moment, ich bin gleich fertig.

• Gleich, bitte, einen Moment mal.

• Geben Sie mir bitte... Minuten.

1.16. Sie sind mit dem Gesprächsverlauf nicht zufrieden und möchten einen Vorschlag zum Verfahren machen.

• Ich glaube, so kommen wir nicht weiter. Ich schlage Folgendes vor...

• Ich meine, wir sind da in eine Sackgasse geraten. Ich hätte folgenden Vorschlag...

• Vieileichi sollten wir zunächst klären...

1.17. Sie möchten einen etwas längeren Gesprächsbeitrag strukturieren.

• Ich mochte einiges zum Thema... sagen...

• Ich will zu ... Punkten etwas sagen...

• Ich beginne mit...

• Ich komme dann zu...

• Ich will etwas ausführlicher eingehen auf...

• Ganz kurz behandeln will ich...

• Zum Schluss will ich dann noch...

II. Sie moderieren ein Gespräch.

2.1. Sie leiten das Gespräch ein.

• Wir wollen uns heute mit... befassen...

• Unser Thema heute ist...

• Unsere Tagesordnung...

• Gibt es weitere Vorschlage zum Thema...

• Wir wollen uns für heute Folgendes vornehmen...

• Ziel unseres Gesprächs ist...

• Wir haben... Stunden Zeit: ich schlage Folgendes verfahren vor...

2.2. Sie erteilen das Wort.

• Wer möchte beginnen?

• Jemand direkt dazu?

• Dürfen wir Ihre Frage einen Moment zurückstellen, wir kommen gleich darauf.

23. Sie strukturieren das Gespräch.

• Kommen wir bitte noch mal zurück zu unserer Frage.

• Ich glaube wir verlieren uns jetzt zu sehr in Details - ich schlage vor...

• Ich denke, wir sind etwas vom Thema abgekommen; die Frage war...

• Ich würde jetzt gern zum nächsten Punkt kommen.

• Wenn es jetzt dazu keine weiteren Fragen gibt, so schlage ich vor...

• Es ist jetzt... wir haben noch ungefähr... Stunden Zeit.

• Können wir jetzt dazu eine Entscheidung treffen.

• Wir kommen zum Schluss.

2.4. Sie fassen die Ergebnisse zusammen:

• Ich fasse die Ergebnisse unseres Gesprächs zusammen...

• Wir hatten uns heute vorgenommen... Wir haben erreicht.

• Ich halte die Ergebnisse unseres Gesprächs fest.

2.5. Sie schließen das Gespräch ab.

• Damit sind wir am Ende. Ich denke, wir haben unsere Ziele für heute erreicht. Ich danke Ihnen dafür..

• Ja, das wäre es dann für heute. Vielen Dank.

XVI. WORTERLÄUTERUNGEN

Abwertung: Herabsetzung des Wertes einer Währung gegenüber den

ausländischen Währungen. Die Einfuhren (in das abwertende Land)

werden dadurch teurer, die Ausfuhren (für das Ausland) billiger.

Damit sollen die Exporte angeregt und die Importe erschwert

werden. Gegensatz: Aufwertung.

Aktie: Wertpapier, das eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft,

vor allem an ihrem Vermögen und den Erträgen, verbrieft. In der

Bundesrepublik Deutschland gibt es zur Zeit mehr als 4 Millionen

Aktionäre.

Aktiengesellschaft (AG): Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital

sich aus den Einlagen der Aktionäre, zusammensetzt. Die

Eigentümer der Aktien haften nicht mit ihrem persönlichen

Vermögen, sondern nur mit ihrem Aktienanteil für die

Verbindlichkeiten (= Schulden) der Firma. Die Organe der

Aktiengesellschaft sind: der Vorstand (die Geschäftsleitung der

Firma), der Aufsichtsrat (als Überwachungs- und die

Hauptversammlung (als Organ der Aktionäre). Näheres siehe bei

Aufsichtsrat und Hauptversammlung.

Aktiva: Sämtliche auf der linken Seite der Bilanz ausgewiesenen

Vermögenswerte eines Unternehmens, gegliedert in Anlagevermögen

und Umlaufvermögen. Gegensatz: Passiva.

Angebotspolitik: Die angebotsorientierte Konjunkturpolitik will die

Bedingungen auf der Angebots- (Produktions-) Seite verbessern,

dadurch die Investitionstätigkeit anregen und durch verstärktes

Wachstum in der Wirtschaft neue Arbeitsplätze entstehen lassen.

Aufwerung: Heraufsetzung des Wertes einer Währung gegenüber den

ausländischen Währungen. Die Einfuhren (in das aufwertende Land)

werden dadurch billiger, die Ausfuhren teurer. Gegensatz:

Abwertung.

Bank (Kreditinstitut): Ein Unternehmen, das sich mit der

Abwicklung von Geld- und Kreditgeschäften befaßt. Nach Art der

Tätigkeit unterscheidet man vor allem "UniversaLbanken"', die alle vorkommenden Geld- und Kreditgeschäfte ausüben (wie z. B. die Geschäftsbanken), und Spezialbanken, die sich auf bestimmte Geschäftszweige spezialisieren (wie z. B. Hypothekenbanken). Deflation: Verminderung der umlaufenden Geldmenge, wodurch es zu einem Angebotsüberhang kommt. Die Folgen sind Preisruckgänge, Einkommensverluste, Arbeitslosigkeit und rückläufige Investitionen.

Devisen: Guthaben in fremder Währung.

Dividende: Gewinnanteil auf Aktien. Die Dividende wurde in Westdeutschland vielfach in Prozenten des Nennwertes ausgedrückt.

Nach Einführung der Stücknotiz wird die Dividende heute überwiegend in DM pro Stück angegeben.

EG (Europäische Gemeinschaft): Der Zusammenschluß von zur Zeit zwölf zu einer Zoll- und Wirtschaftsunion in Europa. Bereits 1958 verreinigten sich Frankreich, Italien, die Bundesrepublik und die Benelux-Länder (Belgien, die Niederlande und Luxemburg) zu einem gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum und bildeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Ihre

Hauptmerkmale: Abbau der Zölle und der mengenmäßigen Beschränkungen unter den beteiligten Ländern, ein gemeinsamer Außenzoll, Freizügigkeit von Arbeit, Kapital und Dienstleistungsverkehr, gemeinsame Politik unf den Gebieten der Landwirtschaft, des Wettbewerbs, des Verkehrs und des Außenhandels. Am 1. Januar 1973 traten die drei Lander Dänemark, Großbritannien und Irland der EWG bei; gleichzeitig wurde die EWG mit der europäischen Atombehörde (EURATOM) und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

zur EG ztsammengefaßt. Am 1. Januar 1981 wurde Griechenland 10. Mitglied der Gemeinschaft, und am 1. Januar 1986 kamen Portugal und Spanien hinzu.

Geld: Zahlungsmittel und Wertvergleichsmittel von Gütern und Leistungen. Der in Geldeinheiten, gekennzeichnete Marktwert einer Ware ist der Preis. Von höchster Wichtigkeit für das Funktionieren einer modernen Wirtschaft ist nicht nur ein geordnetes Geldwesen, sondern auch eine gesicherte Geldwertstabilität.

Gleichgewichtspreis: Der Preis, an dem ein Ausgleich von Angebot und Nachfrage zustande kommt. Er liegt im Schnittpunkt der Angebots- und Nachfragekurve.

Güter: Das sind Mittel, die der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen.

Hypothek: Ein Pfandrecht an Grundstücken und Gebäuden. Es dient der Sicherung von Krediten, die der Eigentümer aufnimmt. Normalerweise werden solche Kredite zur Finanzierung von Wohnungs- und Eigenheimbauten verwandt und langfristig zurückgezahlt. Hypothekendarlehnen müssen beim zuständigen Amtsgericht ins Grundbuch eingetragen werden. Im Gegensatz zur Grundschuld ist das Bestehen einer persönlichen Forderung die

Voraussetzung für die Entstehung einer Hypothek. Der Hypothekarkredit ist das Hauptgeschäft der Realkreditinstitute und Bausparkassen.

Inflation: Eine Srörung des Wirtschaftsablaufes, die zu Preiserhöhungen und damit zu einer Geldwertminderung führt. Man spricht

von einer "schleichenden Inflation", wenn sich dieser Prozeß

langsam vollzieht. Bei sprunghaften Preissteigerungen spricht man

von einer "galoppierenden Inflation".

Investition: Langfristige Anlage von Kapita! zur Erhaltung,

Verbesserung und Verfeinerung von Produktionsmitteln.

Kapazitätseffekt: Die als Ergebnis von Investitionen bewirkte

Ausweitung der Produktionsmöglichkeiten,

Kapitalmarkt: Der Markt für langjährige Kapitalanlagen (z. B.

Wertpapiere und Hypotheken). Den Gegensatz bildet der

Geldmarkt. Auf ihm werden - vor allem unter Banken - kurzfristige

Gelder gehandelt.

Kaufkraft: Allgemein die verfugbare Geldmenge, die jeder einzelne in Waren umsetzen kann. Unter "Kaufkraft des Geldes" versteht man die Gütermenge, die auf eine bestimmte Geldeinheit entfällt. Je nachdem, ob man mit dieser Geldmenge mehr oder weniger Güter kaufen kann, steigt oder sinkt die Kaufkraft. Konjunktur: Die wechselnden Aufwärts- und Abwärtsbewegungen

der Geschäftstätigkeit in der Wirtschaft. Die Aufwärtsbewegung wird als Aufschwung, Hausse, Boom oder auch vereinfacht Konjunktur bezeichnet. Das Nachlassen der Geschäftstätigkeit nennt man Baisse oder Rezession.

Konjunkturpolitik: Staatliche Maßnahmen zur Sicherung eines störungfreien Wirtschaftsablaufs. Die Beeinflussung wirtschaftlicher Größen (z. B. Geldmenge, Verbrauch, Investitionen) durch

marktkonforme Maßnahmen wird auch als Globalsteuerung

bezeichnet.

Konsum: Dies ist eine andere Bezeichnung für Verbrauch.

Lebenshaltungskosten: Aufwendung für den Verbrauch von Gütern

und Dienstleistungen für den Lebensunterhalt. Die Veränderung der

Lebenshaltungskosten mißt man mit Hilfe des Preisindex für die

Lebenshaltung, in dem die Preisveränderungen der einzelnen Güter

und Dienstleistungen in ihrer unterschiedlichen Bedeutung

berücksichtigt sind.

Marktformen: Die unterschiedliche Gestaltung der Märkte je nach

der Zahl der Marktpartner auf beiden Seiten. Wichtigste

Marktformen sind Konkurrenz, Oligopol und Monopol.

Marktwirtschaft: Ein Wirtschaftssystem, in dem sich die Lenkung

der Wirtschaftsprozesse ohne direkten Eingriff des Staates durch

den Ausgleich von Angebot und Nachfrage am Markt über den

Preis vollzieht.

Öffentliche Hand: Sammelbegriff für die öffentliche Verwaltung,

insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als

Unternehmer. Neben dem Bund, der etwa die Hälfte aller Einnah-

men und Ausgaben der "öffentlichen Hände" bestreitet, gibt es die

16 Bundesländer, die Gemeinden und die Sondervermögen des

Bundes.

Planwirtschaft: Ein Wirtschaftssystem, in dem Investitionen,

Produktion und in weitem Umfang ebenfalls der Verbrauch vom

Staat bestimmt (angeordnet) werden.

Preis: Der Tauschwert eines Gutes auf dem Markt. In der modernen

Wirtschaft wird er in Geld ausgedrückt. Der Preis für die

Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital sind Lohn,

Grundrente und Zins.

Private Haushalte: Eine der Gruppen in der volkswirtschaftlichen

Gesamtrechnung, bestehend aus Einzelpersonen, Familien und

Organisationen ohne Erwerbscharakter. Die Ausgaben der privaten

Haushalte für alle Güter, die zum Konsum bestimmt sind,

bezeichnet man als privatenVerbrauch.

Produktionsfaktoren: Im engeren Sinne versteht man darunter Arbeit. Boden und Kapital. Arbeit und Boden nennt man originäre Produktionsfaktoren, weil sie ursprunglich gegeben sind, Kapital wird als abgeleiteter Produktionsfaktor bezeichnet, weil er aus den beiden anderen hervorgeht.

Saisonschwankungen: Jahreszeitlich bedingte Schwankungen in Nachfrage und Produktion.

Schattenwirtschaft: Wirtschaftliche Tätigkeit, die in der offiziellen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht erfaßt werden und sich auch nicht erfassen lässt. Neben der legalen gibt es auch die illegale Schattenwirtschaft (vor allem Schwarzarbeit). Soziale Marktwirtschaft: Ein Wirtschaftssystem, das die Vorteile der liberalen Marktwirtschaft (Privateigentum, freie Unternehmerinitiative und Preisbildung am Markt) mit modernen sozial- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen zu vereinbaren trachtet. In der sozialen Marktwirtschaft sucht der Staat durch Gesetzgebung und Verwaltung Bedingungen zu schaffen, die das Wirtschaftsergebnis günstig beeinflussen und nachteilige Auswirkungen begrenzen sollen. Da die sozialen und gesellschaftlichen Gegebenheiten veränderlich sind, ist die soziale Marktwirtschaft kein starres System, sie muß

sich vielmehr ständig den zeitbedingten Veränderungen anpassen. Sparen: Verzicht auf gegenwärtig möglichen Konsum mit der Hoffnung auf Mehrkonsum (durch die erwarteten Erträge) in der Zukunft. Durch Sparen -werden Vermögen und Eigentum gebildet, der Volkswirtschaft wird das erforderliche Barkapital zum Beispiel für Investitionszwecke zugeführt. Man unterscheidet im wesentlichen Kontensparen, Wertpapiersparen (Aktien, Pfandbriefe, Obligationen, Investment-Zertifikate), Bausparen und Versicherungssparen.

Sparkassen: Kreditinstitute, die ursprünglich geschaffen worden sind, um den minderbemittelten Bevölkerungskreisen eine Möglichkeit zur sicheren Aufbewahrung von Geld zu bieten. Heute betreiben die Sparkassen in der Bundesrepublik auch fast alle Bankgeschäfte. Träger der meisten Sparkassen sind Stände, Kreise oder Gemeinden, also die öffentliche Hand. Die wenigen freien

Sparkassen sind Stiftungen oder eingetragene Vereine. Stagnation: Konjunkturphase, in der das Wachstum des realen Bruttosozialproduktes zum Stillstand gekommen oder sogar rückläufig ist.

Steuern: Von der öffentlichen Hand auferlegte Zwangsabgaben von natürlichen und juristischen Personen, "die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen". Unterschieden wird zwischen Steuern vom Einkommen und Vermögen (hierunter fallen die Lohn-und Gewerbesteuer) und Steuern auf die Einkommensverwendung (z. B. Mehrwert- und Verbrauchsteuern). Unvollkommene Märkte: Märkte mit Präferenzen (Vorzügen)

sachlicher, persönlicher, räumlicher und zeitlicher Art. Verbraucher (Konsumenten): Alle, die durch ihre Nachfrage die Preise und darüber wiederum Art und Umfang der Produktion bestimmen. Die vom Konsumenten erworbenen Güter und Leistungen gelangen nicht wieder in den Wirtschaftsprozeß. Volkseinkommen: Die Summe aller von Inländern im Laufe einer

bestimmten. Periode aus dem In- und Ausland bezogenen Erwerbsund Vermögenseinkommen (Löhne, Gehälter, Zinsen, Mieten, Unternehmergewinne usw.).

Vollbeschäftigung: Ein Zustand, in dem der Anteil der Arbeitslosen in einer Volkswirtschaft nur sehr gering ist. Eine kleine Gruppe von Arbeitslosen wird es immer geben, weil verschiedene Menschen nicht arbeiten können, nicht arbeiten wollen oder ihren Arbeitsplatz wechseln.

Wachstum: Die langfristige Steigerung der Produktion an Gütern und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Das Wirtschaftswachstum wird im allgemeinen an der Zunahme des realen Bruttosozialprodukts gemessen. Es ist notwendig, um einen hohen Beschäftigungsstand in der Volkswirtschaft zu sichern, und eine Voraussetzung dafür, den Lebensstandard zu erhöhen. Währung: Die in einem Lande gesetzlich anerkannten Zahlungsmittel. Im weiteren Sinne ist Währung die gesetzliche Ordnung des Geldwesens.

Wechselkurs: Der Preis, der in inländischer Währung für ausländische Zahlungsmittel (Devisen) gezahlt werden muß. Weltbank: 1944 gegründete internationale Organisation zur Finanzierung von Projekten in Entwicklungsländern. Wettbewerb (Konkurrenz): Triebkraft jeder Form der Marktwirtschaft. Er bildet die Vorausetzung für eine leistungsgerechte

Wirtschaftsentwicklung. Bestandteile einer Wettbewerbswirtschaft

sind u. a. die Freiheit der Arbeits-, Produktions- und Konsumwahl.

Wirtschaftssystem: Marktwirtschaft und Planwirtschaft. Sie

unterscheiden sich durch die Art und Weise, auf die die Tätigkeiten

der Wirtschaftssubjekte koordiniert werden. In der Marktwirtschaft

durch die Märkte, in der Planwirtschaft durch den Staat

(Zentralverwaltungswirtschaft).

Zins: Der Preis für die zeitweilige Überlassung von Geld und

Kapital, ausgedrückt in Prozent.

Zoll: Eine Abgabe, die der Staat an der Grenze auf die Einfuhr,

Ausfuhr oder Durchfuhr von Waren erhebt. Zölle werden aus verschiedenartigen Gründen erhoben: zur Deckung von Ausgaben (Finanzzoll), zum dauernden Schutz der heimischen Wirtschaft (Schutzzoll) oder zum vorübergehenden Schutz des Aufbaufs bestimmter Industriegruppen (Erziehungszoll).

INHALTSVERZEICHNIS

I. Die Grundfragen der Volkswirtschaftslehre. 3

EL Die menschlichen Bedurfhisse. 8

DL Der Markt. 10

IV. Die Preisbildung. 16

V. Das Geld. 20

VI. Die Banken. 22

VII. Das Unternehmen. 29 VIII. Die Investitionen. ' 33

IX. Die Haushalte. 36

X. Das Einkommen. 41

XI. Der private Verbrauch. 44

XII. Versicherungen, Vorsorge. 48

XIII. Soziales Netz. 51

XIV. Europäisches Währungssystem. 53

XV. Das kleine Lexikon der Gesprächsstrategien. 57

(Wirtschafts-Kommunikation Deutsch)

XVI. Worterläuterungen. 62

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